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Horror und Erotik

Filme ab 18 in Bahn und Bus gucken erlaubt?

Auf dem Tablet schnell einen Film im Zug gucken? Das kann teuer werden. © Quelle: lightpoet/fotolia.com

Besonders auf Zug- und Busfahrten beliebt: Zum Zeitver­treib schauen immer mehr Menschen Filme auf dem Laptop, Tablet oder auch Smart­phone – oder zocken Compu­ter­spiele. Doch dürfen im öffent­lichen Raum wie einem ICE alle Inhalte konsu­miert werden?

Der eigene Laptop ist Privat­besitz und was man darauf schaut, ist jedem selbst überlassen – so lange es sich nicht um illegale oder illegal erworbene Inhalte handelt. Könnte man meinen, stimmt so aber nicht. Denn nicht nur die Inhalte sind entscheidend: Auch die Umgebung, in der diese konsu­miert werden, spielt hier eine Rolle.

Geldbußen von bis zu 50.000 Euro möglich – theoretisch

So kann es durchaus Ärger geben, wenn ein Film, der erst ab 18 Jahren freigegeben ist, im Zug oder Bus angeschaut wird und Kinder die Möglichkeit haben, diesen Film mitzugucken. Solche Inhalte dürfen nicht zugänglich gemacht werden. Zumindest untersagt das Jugendschutzgesetz das Zugänglichmachen der Datenträger bei Inhalten, die eine Altersbeschränkung aufweisen.

Claas Oehler ist Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht und Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Geistiges Eigentum & Medien im Deutschen Anwaltverein (DAV) und erklärt: „Unter Zugänglichmachen versteht man jedes Verhalten, durch das die Kenntnisnahme des Bildträgerinhaltes ermöglicht wird.“ Also auch das bloße Mitgucken bestimmter Inhalte. Wenn nun ein Film oder ein Computerspiel mit Altersbeschränkung im Zug eingesehen werde könnten, sei dieses Tatbestandsmerkmal erfüllt, so Oehler.

Und die Folgen könnten gravierend sein – theore­tisch: Wer gegen das Jugend­schutz­gesetz verstößt, handelt ordnungs­widrig und muss bis zu 50.000 Euro Geldbuße berappen.

Filme ab 18 sollten von Kindern in Zügen oder Bussen ferngehalten werden

Um eine Ordnungswidrigkeit zu begehen, muss allerdings die so genannte subjektive Tatbestandsseite erfüllt sein. Will heißen: man muss vorsätzlich handeln. Das ist wohl in dem hier diskutierten Fall des Filmguckens im Flugzeug oder der Bahn in aller Regel nicht so.

Wer dennoch auf Nummer sicher gehen will, kann einen möglichen Verstoß recht einfach vermeiden. Rechts­anwalt Claas Oehler: „Wenn Kinder auf einen Laptop im Zug gucken, kann man den eventuell jugendgefährdenden Film einfach anhalten, den Laptop zuklappen oder die Kinder mit dem Hinweis wegschicken, dass diese Film für sie nicht geeignet ist.“ Ebenfalls sei es möglich, sich im Zug so zu platzieren, dass ein Einsehen des Bildes nicht möglich ist.

Strengere Vorschriften für pornografische Inhalte

Das eine sind Filme oder auch Video­spiele, denen „nur“ eine Alters­beschränkung obliegt. Bei Filmen mit porno­gra­fi­schen Inhalten greift neben dem Jugend­schutz­gesetz auch das Straf­ge­setzbuch. Wer Personen unter 18 Jahren porno­gra­fische Inhalte vorführt oder sonst wie zugänglich macht, muss nicht nur mit eventu­ellen Geldstrafen rechnen: dem droht auch eine Freiheits­s­trafe von bis zu einem Jahr.

Splatterfilm & Co. to go: Worauf man achten sollte

  • Filme, Clips oder Computerspiele mit pornografischen Inhalten sollten ausschließlich im privaten Raum konsumiert werden.
  • Gleiches gilt für Filme oder Spiele, die mit „keine Jugendfreigabe“ gekennzeichnet sind. Darunter fallen auch indizierte Produkte.
  • Wer unterwegs auf Filme oder Spiele mit Altersbeschränkung nicht verzichten will, sollte sich einen geeigneten und nicht einsehbaren Platz im Zug oder Bus suchen. Im Flugzeug ist das schwieriger, da man einen Platz zugewiesen bekommt und so man nicht in der letzten Reihe sitzt, hypothetisch hinter sich Kinder sitzen haben könnte.
  • Wenn der Platz einsehbar ist, sollte darauf geachtet werden, wer auf den Bildschirm blickt. So es sich um Kinder oder Jugendliche handelt, sollte der Film/das Spiel angehalten bzw. darum geben werden, nicht auf den Bildschirm zu schauen. Das Schlimmste, was in einem solchen Fall passieren könnte: dass das Spiel- oder Guckvergnügen kurz unterbrochen werden müsste.
  • Dennoch gilt: Im Idealfall wird auf den Konsum von mit Altersbeschränkung belegten Produkten gänzlich verzichtet.
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