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Kassenleistungen

Wie schnell müssen Kranken­kassen Anträge der Versi­cherten bearbeiten?

Welche Rechte hat ein Versicherter, wenn die Krankenkasse nicht rechtzeitig über seinen Antrag entscheidet? © Quelle: TerryVine/gettyimages.de

Gesetz­liche Kranken­kassen müssen Anträge auf Gesund­heits­leis­tungen innerhalb einer gewissen Frist bearbeiten. Doch was geschieht, wenn die Kranken­ver­si­cherung diese Frist verstreichen lässt? Darf man als Versi­cherter die Leistung dann „auf eigene Faust“ in Anspruch nehmen und sich die Kosten von der Kasse erstatten lassen? Das Recht­sportal anwaltaus­kunft.de erklärt, welche Rechte Versi­cherte genießen.

Gesetz­liche Kranken­kassen müssen Anträge auf Gesund­heits­leis­tungen innerhalb einer gewissen Frist bearbeiten. Doch was geschieht, wenn die Kranken­ver­si­cherung diese Frist verstreichen lässt? Darf man als Versi­cherter die Leistung dann „auf eigene Faust“ in Anspruch nehmen und sich die Kosten von der Kasse erstatten lassen? Das Recht­sportal anwaltaus­kunft.de erklärt, welche Rechte Versi­cherte genießen.

Gesetzlich Versi­cherte kennen das Problem: Man braucht etwa eine neue Zahnkrone, doch die Kranken­ver­si­cherung bewilligt den einge­reichten Heil- und Kostenplan nicht. Oder sie bewilligt ihn, braucht aber Wochen, um den Antrag zu bearbeiten.

Ein solcher Fall lag heute dem Bundes­so­zi­al­ge­richt (BSG) vor. Dabei haben sich die Richter mit der Frage befasst, welche Rechte ein Versi­cherter hat, dessen Antrag auf Gesund­heits­leis­tungen die Kranken­kasse zu langsam bearbeitet. Die höchsten deutschen Sozial­richter haben entschieden: Ein Mitglied der gesetz­lichen Kranken­ver­si­cherung darf Leistungen eigenständig in Anspruch nehmen, wenn seine Kasse den Antrag nicht schnell genug bearbeitet. In einem solchen Fall muss die Versi­cherung die Kosten erstatten (AZ: B 1 KR 25/15 R).

Krankenversicherung: Anträge auf Leistungen zügig bearbeiten

Konkret ging es um einen gesetzlich Versi­cherten, der bei seiner Kranken­kasse 25 Sitzungen Psycho­the­rapie beantragt hatte. Die Kasse holte ein Gutachten ein, infor­mierte den Kläger darüber aber nicht. Wegen der Ergeb­nisse des Gutachtens lehnte die Kranken­ver­si­cherung knapp sechs Wochen später den Antrag ab.

Weil die Kasse sich Zeit ließ, hatte der Versi­cherte selbstständig mit der Therapie begonnen und die Sitzungen bezahlt. Die Kosten dafür, 2.200 Euro, wollte er von seiner Kasse erstattet bekommen. Diese weigerte sich, doch die Vorin­stanzen gaben dem Versi­cherten Recht und verur­teilten die Kranken­ver­si­cherung dazu, die Kosten zu erstatten (AZ: S 23 KR 563/14 und L 2 KR 180/14). Dagegen legte die Kasse Revision vor dem BSG ein und rügte dabei die Verletzung von § 13 Abs 3a S 6 und 7 SGB V. Aller­dings ohne Erfolg.

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Gesundheit Krankenkasse Krankenversicherung Krankheit Patienten
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