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Medizinrecht

Schmer­zensgeld wegen schlechter Aufklärung über OP-Risiko

Ärzte müssen über OP-Risiken aufklären. © Quelle: HeroImages/gettyimages.de

Vor einer Operation muss der zuständige Arzt den Patienten über die Risiken der OP aufklären. Das gilt auch für geringe Risiken.

Seit 2005 litt ein Mann unter massiven Beschwerden der Wirbelsäule. Er unterzog sich deswegen einer Laser­nu­kleo­tomie. Durch eine derartige Behandlung sollen geringe Teile der Bandscheibe verkocht sowie ihr Volumen und der von ihr ausge­hende Druck verringert werden. 

Querschnittlähmung als Folge der OP

Nach der Operation litt der Mann zunächst vor allem unter einer Lähmung des rechten Beins und rechten Arms. Während sich diese Lähmung zurückbildete, litt er weiterhin unter motori­schen Einschränkungen, einer Tempe­ra­tur­emp­fin­dungsstörung der linken Körperhälfte, brennenden Schmerzen in den Händen und Füßen sowie einer schwer­wie­genden Blasenent­lee­rungsstörung.

Lesen Sie hier einen Überblick zu Anspruch und Berechnung von Schmerzensgeld.

Kein Röntgenbildausdruck – Behandlungsfehler

Der Mann klagte unter anderem auf ein angemessenes Schmerzensgeld. Die Höhe liege im Ermessen des Gerichts. Außerdem solle die Klinik verpflichtet sein, ihm alle weiteren materiellen und immateriellen Schäden, die aus der fehlerhaften Behandlung entstünden, zu ersetzen. Die Lasernukleotomie sei nicht angezeigt gewesen und fehlerhaft durchgeführt. Die Lasernadel habe falsch gelegen und das hintere Längsband perforiert. 

Er hatte in erster und zweiter Instanz Erfolg. Es sei ein Behandlungsfehler gewesen, so die Richter,  dass die Ärzte darauf verzichtet hätten, die Lage der Nadel vor Einsatz des Lasers anhand eines Ausdrucks zu überprüfen. Ein Röntgenbildausdruck diene auch dem Schutz des Patienten. Der behauptete Defekt des Druckers entlaste nicht. Wie sich aus den postoperativen Kernspinaufnahmen ergebe, sei die Nadel zu weit eingeführt worden. Diese Fehllage hätte man auf dem Ausdruck erkennen können. Zudem habe die Klinik nicht bewiesen, dass sie den Patienten über das Risiko einer Querschnittslähmung ausreichend aufgeklärt habe.

Die OP habe das Rückenmark geschädigt und bei dem Patienten einen Dauerschaden verursacht. Er habe Anspruch auf 75.000 Euro Schmerzensgeld. Bei Schmerzensgeld-Prozessen ist gute anwaltliche Beratung dringend erforderlich.

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Arzt Patienten Schmerzensgeld

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