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Im und am Haus

Weihnachts­de­ko­ration: Was ist erlaubt? Wann droht Kündigung oder Haft?

Das junge Paar hat gerade einen Weihnachtsbaum gekauft - oder geschlagen? © Quelle: Sam Edwards/gettyimages.de

Was wäre die Advent­szeit ohne Weihnachts­schmuck und Weihnachten ohne einen Baum? Wahrscheinlich energie­spa­render – und weniger stimmungsvoll. Dekoration gehört zu Weihnachten einfach dazu. Doch nicht alles ist erlaubt. Die Deutsche Anwaltaus­kunft erklärt, ob man selbst einen Weihnachtsbaum schlagen darf, wie er trans­por­tiert werden muss und was das Mietrecht zu weihnacht­licher Beleuchtung des Hauses sagt.

Der Wald spielt für die Deutschen eine wichtige Rolle. Er ist für viele ein Sehnsuchtsort und wichtiger Bestandteil von dem, was Deutschland ausmacht. Fast ebenso wichtig und identitätsbildend ist der Weihnachtsbaum – der, als Tannenbaum, zumindest grundsätzlich zum Wald gehört. Ein Dilemma? Nicht unbedingt: Lesen Sie hier, was erlaubt ist, wenn es darum geht, einen Tannenbaum zu schlagen, ihn zu trans­por­tieren – und die Hausfassade weihnachtlich zu schmücken.

Weihnachts­be­leuchtung an der Fassade: Erlaubt ist, was nicht zu hell ist

Viele Mieter, Wohnungs- oder Hauseigentümer beleuchten ihr Zuhause vor Weihnachten - auch von außen. Manche nur mit einer Lichterkette, andere mit blinkenden Lichtskulpturen und Installationen, die sich um das ganze Gebäude ziehen. Bevor man dort einen Baum schlägt, muss man diesen um Erlaubnis fragen. Wer der Eigentümer ist, erfährt man beim Forstamt. Ohne Erlaubnis einen Baum zu schlagen gilt als Sachbeschädigung oder Diebstahl. Es droht eine Geld- oder Freiheitsstrafe.

Wo dürfen Weihnachtsbäume verkauft werden?

Wer in der Advent­szeit durch eine deutsche Stadt spaziert, könnte den Eindruck gewinnen, dass an jeder Ecke Weihnachtsbäume verkauft werden. Doch das stimmt nicht ganz. In Parks dürfen zum Beispiel nur unter bestimmten Voraus­set­zungen Weihnachtsbäume verkauft werden. Das hat das Verwal­tungs­ge­richt (VG) Berlin am 31.10.2016 entschieden (AZ: 24 L 348.16).

Zu der Entscheidung kam es, nachdem ein Weihnachts­baumverkäufer beim Bezirksamt beantragt hatte, zwischen dem 01. und dem 24.12.2016 Weihnachtsbäume vor der Neuen Nazareth­kirche in Berlin-Mitte verkaufen zu dürfen. Dieser etwa 600 qm große Ort ist Teil einer öffent­lichen Grün- und Erholungs­anlage. Nachdem das Bezirksamt Mitte die Erteilung einer hierfür erfor­der­lichen Geneh­migung versagt hatte, wandte sich der Antrag­steller an das Verwal­tungs­ge­richt. D

as Gericht lehnte den Antrag ab. Dem VG zufolge dürfen öffent­liche Grün- und Erholungs­an­lagen grundsätzlich nur so benutzt werden, wie es sich aus der Natur der einzelnen Anlage und ihrer Zweck­be­stimmung ergibt. Weihnachtsbäume zu verkaufen, zählt nicht dazu. Damit die Behörde den Verkauf trotzdem geneh­migen könne, müsse ein überwie­gendes öffent­liches Interesse bestehen. Das sei hier nicht der Fall.

Das Interesse daran, die Berliner Bevölkerung in der Weihnachtszeit möglichst wohnortnah mit Weihnachtsbäumen zu versorgen, falle hier nicht ins Gewicht. Bei der Entscheidung sei zu prüfen, so das VG, ob an anderen Stand­orten weniger Schaden angerichtet würde. Der Antrag­steller habe schon nicht glaubhaft gemacht, dass es in der näheren Umgebung keine anderen Verkaufsflächen für Weihnachtsbäume gäbe. Ungeachtet dessen habe der Verkauf von Weihnachtsbäumen durch den Antrag­steller in den letzten Jahren zu erheb­lichen Schädigungen der öffent­lichen Grün- und Erholungs­anlage geführt.

Wie muss man einen Weihnachtsbaum im Auto trans­por­tieren?

Hat man einen Verkaufspunkt gefunden und einen Baum erstanden, wartet die nächste Frage: Wie bekommt man ihn nach Hause? Wer einen Weihnachtsbaum im Auto transportiert, muss ihn jedenfalls gut sichern. Bei kleinen Weihnachtsbäumen, die ins Auto passen, muss man keine besonderen verkehrsrechtlichen Regeln beachten. Ist der Baum so lang, dass die Kofferraumklappe offen bleiben muss, gehört an den Wipfel eine rote Fahne. Abends und nachts müssen Autofahrer einen überstehenden Baum mit einem roten Licht kennzeichnen. Wer den Weihnachtsbaum auf dem Dach des Autos transportieren möchte, sollte ihn in einem Dachgepäckträger befestigen.

Wie muss man seinen Weihnachtsbaum entsorgen?

In den meisten Städten gibt es zentrale Abhol­termine für alte Weihnachtsbäume. Wer den Termin nicht einhalten kann oder will, kann den Weihnachtsbaum zu einem Recyclinghof bringen. Teilweise nehmen auch Zoos die Bäume an. Von der regulären Müllabfuhr werden alte Weihnachtsbäume in der Regel nicht mitge­nommen.

Nicht erlaubt ist es, den Weihnachtsbaum einfach im Wald oder einem Park abzulegen. Das gilt als illegale Müllent­sorgung. Für die illegale Entsorgung von Weihnachtsbäumen wird je nach Bundesland ein Bußgeld zwischen 25 und 100 Euro fällig. Den Baum zu verbrennen ist auch nicht ratsam: Harz und Saft des Baumes sorgen für eine starke Rauch­ent­wicklung. Den Baum zu kompos­tieren, ist schwierig, da es sehr lange dauert, bis Tannenbäume verrotten.

Welche Strafen drohen, wenn man seinen Weihnachtsbaum vom Balkon wirft?

Zurück zum Abhol­termin: Wie bekommt man den Baum aus der Wohnung auf die Straße? Wer seinen Baum aus dem Fenster oder vom Balkon auf den Gehweg werfen will, sollte dabei sehr vorsichtig sein. Fällt der Baum zum Beispiel auf ein Auto oder einen Passanten, muss derjenige, der ihn geworfen hat, für die Schäden haften. Außerdem sind straf­recht­liche Konse­quenzen möglich.

„Wirft man den Baum achtlos aus dem Fenster oder vom Balkon und verletzt dabei einen Passanten, macht man sich zumindest der fahrlässigen Körperverletzung schuldig“, sagt Rechtsanwalt Dr. Dirk Lammer, Vorsitzender des Geschäftsführenden Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft Strafrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). Dann drohe mindestens eine Geldstrafe.

Hat man die Gefahr für Passanten erkannt und eine Verletzung billigend in Kauf genommen, liegt sogar eine vorsätzliche gefährliche Körperver­letzung vor, bei der auch Freiheits­s­trafen verhängt werden können. Beschädigungen an Autos oder anderen Balkonen sind Sachbeschädigungen. Zwar ist eine fahrlässige Sachbeschädigung nicht strafbar, für die Schäden, zum Beispiel an Autos oder anderen Balkonen, muss man aller­dings immer aufkommen.

Themen
Diebstahl Haft Mietvertrag Weihnachten

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