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Namensänderung

Wann kann ich meinen Namen ändern?

Den ungeliebten Namen einfach durchstreichen - so einfach ist die rechtliche Situation nicht. © Quelle: TetraImages/gettyimages.de

Es kann der Vorname, der Nachname oder die Kombi­nation aus beidem sein: Nicht jeder ist mit seinem Namen zufrieden, viele würden gerne anders heißen. Für manche Menschen wird der eigene Name so sehr zur Belastung, dass sie ihn ändern lassen möchten. Die Deutsche Anwaltaus­kunft erklärt, unter welchen Voraus­set­zungen das möglich ist.

Rund ein Viertel der Eltern bereuen den Namen, den sie ihrem Kind gegeben haben. Das schätzt die Namensberatungsstelle der Universität Leipzig. Auch ihren eigenen Namen würden viele Menschen gerne gegen einen anderen tauschen. Eine Namensänderung ist aber nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich – die rechtlichen Hürden sind sehr hoch.

Namensänderung beim Standesamt beantragen

Wer seinen Vornamen oder Nachnamen – unabhängig von einer Hochzeit, Scheidung, Adoption o.ä. – ändern möchte, muss dies beantragen. Zuständig ist in der Regel das örtliche Standesamt oder Einwohnermeldeamt. Lehnt es den Antrag ab, können die Änderungswilligen Widerspruch einlegen. Ist auch dieser nicht erfolgreich, steht ihnen in der Regel der Rechtsweg offen. Wer gegen das Standesamt auf eine Namensänderung klagt, sollte sich auf jeden Fall von einem Rechtsanwalt beraten lassen, der auf Namensrecht spezialisiert ist. Ansprechpartner in Ihrer Nähe finden Sie in unserer Anwaltssuche.

Namen ändern nur aus wichtigen Gründen möglich

Aber wann kann man überhaupt seinen Namen ändern lassen? Und welche Namen darf man wählen, sollte der Antrag auf Namensänderung erfolg­reich sein? Alle Aspekte rund um die Namensänderung regelt das Namensänderungs­gesetz (NamÄndG). Wer seinen Namen ändern will, braucht demnach wichtige Gründe.

Namensänderung: Persönliches Interesse versus Belange der Allge­meinheit

Gericht: Keine Namensänderung in "James Bond"

 

"Mein Name ist Bond. James Bond." So darf sich ein 33-jähriger Mann aus Neunk­hausen im Westerwald künftig nicht vorstellen. Das VG Koblenz hat entschieden, dass seine Namensänderung aufgrund familiärer Probleme nicht in Betracht kommt.

Der Kläger beantragte bei der Verbands­ge­meinde Bad Marienberg unter Vorlage ärztlicher Stellung­nahmen eine Namensänderung. Er wolle James Bond heißen, sei aber auch aus einer Kombi­nation dieses Namens mit seinem Vornamen einver­standen. Mehrere, ihn behan­delnde Ärzte hätten die Namensänderung befürwortet. Die Verbands­ge­meinde lehnte die Namensänderung ab. Daraufhin erhob der Kläger nach erfolg­losem Wider­spruchs­ver­fahren Klage. Das Verwal­tungs­ge­richt und das OVG Koblenz hatten dem Kläger Prozess­kos­ten­hilfe versagt.Das Gericht hat die Klage abgewiesen. (Urt. v. 09.5.2017, Az. 1 K 616/16.KO)

Nach Auffassung des Verwal­tungs­ge­richts ist eine Änderung des Vor- und Famili­ennamens in James Bond nicht wegen familiärer Probleme gerecht­fertigt. Soweit der Kläger geltend mache, sein Onkel und dessen Familie belei­digten ihn und überzögen ihn mit Straf­an­zeigen, sei nicht nachvoll­ziehbar dargelegt, dass die familiären Konflikte mit einem anderen Namen beigelegt werden könnten. Zudem handele es sich bei James Bond um einen Namen aus Film und Literatur. Auch in Kombi­nation mit dem Vornamen des Klägers würde dieser Namen stets mit der von Ian Fleming erfun­denen Figur des briti­schen Geheim­agenten in Verbindung gebracht werden. Angesichts dessen könne die Namenänderung unabhängig davon, ob eine solche hier aus medizi­ni­scher Sicht indiziert wäre, nicht gewährt werden. Gegen diese Entscheidung können die Betei­ligten die Zulassung der Berufung durch das OVG Koblenz beantragen.

 

Diese Gründe müssen so schwer­wiegend sein, dass die Belange der Allge­meinheit dahinter zurücktreten. Denn die Gesell­schaft hat ein Interesse daran, dass ein Name eindeutig einer Person zugeordnet werden kann. Auch sollen Straftäter oder Schuldner nicht einfach ihren Namen ändern dürfen, um sich versteckt halten zu können.

„Ein typischer Grund liegt dem NamÄndG zufolge vor, wenn eine Person in Deutschland eingebürgert wird, sie ihren Namen aufgrund gesetzlicher Vorschriften aber hier nicht weiter tragen kann“, sagt Rechtsanwalt Jens-Moritz Wolff, Mitglied beim Forum Junge Anwaltschaft und im Dresdner Anwaltsverein. Das kann beispielsweise bei Familien aus osteuropäischen Ländern vorkommen, wo der Familienname bei Frauen zu einer weiblichen Form abgewandelt wird. In Deutschland ist das nicht möglich.

Unter welchen Voraus­set­zungen darf man seinen Namen ändern? Der allge­meinen Verwal­tungs­vor­schrift zum Gesetz über die Änderung von Famili­ennamen und Vornamen (NamÄndVwV) zufolge darf man seinen Namen zudem ändern, wenn:

• der Vor- oder Nachname im Umfeld der Person so oft vorkommt, dass eine Verwechs­lungs­gefahr besteht,

• der Name lächerlich oder anstößig klingt,

• die Person durch einen besonders langen oder schwie­rigen Namen benach­teiligt ist,

• die Person nach der Einbürgerung einen unauffälligeren Namen tragen möchte,

• bei einem Famili­ennamen mit „ß“ oder „ss“ mehrere Schreib­weisen existieren und die Person im Ausland Schwie­rig­keiten haben kann oder

• wenn der Familienname selten oder auffällig ist und bei großem Bevölkerungsgruppen mit einer Straftat in Verbindung gebracht wird.

Der Nachname kann sich natürlich auch aus famili­en­recht­lichen und ausländerrecht­lichen Gründen ändern, zum Beispiel bei einer Hochzeit oder einer Adoption. Zudem finden sich in Neben­ge­setzen einige Sonderfälle, zum Beispiel in Trans­gender-Fällen oder bei den Nachfahren von Vertrie­benen.

 

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Themen
Familie Name

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