Anwältin/Anwalt finden!

Merkzettel

Es befinden sich noch keine Anwälte in Ihrer Merkliste.

Tierrecht-Blog

Hundebiss: Achtung vor fremden Hunden!

Einen fremden Hund zu streicheln, kann böse enden. © Quelle: 145/Corwin/corbisimages.com

Gerade Kinder können der Versu­chung z.B. einen kleinen süßen Hund zu strei­cheln, auch wenn dieser fremd ist, nicht wider­stehen. Aber auch tieru­ner­fahrene Erwachsene erliegen schnell der Versu­chung ein schönes Tier zu berühren. Kommt es nun zum Hundebiss, weil ein Fremder ohne Erlaubnis des Halters den Hund gestrei­chelt hat, stellt sich die Haftungs­frage.

Allgemein haftet ein Hunde­halter nach § 833 BGB für alle Schäden, die sein Hund verur­sacht, ob ihn ein Verschulden trifft oder nicht. Kommt es daher zum Biss eines Menschen durch einen Hund haftet zunächst einmal der Hunde­halter komplett für den Schaden. Jedoch ist auch das Verhalten des Menschen zu berücksich­tigen und dieses kann an der Haftungs­ver­teilung durchaus etwas ändern.

Urteil: Dackel sind keine Terror­ver­ei­nigung

Häufig ist unklar, wer im Falle eines Hundebisses haften muss. Beim Angriff durch eine Gruppe von Rauhaardackeln endete diese Frage vor Gericht. Der Kläger forderte Schadenersatz und Schmerzensgeld, nachdem eine kleine Gruppe von Dackeln auf ihn losgegangen war und gebissen hatte. Die Hundebesitzerin verteidigt die Reaktion ihrer Dackel-Familie, schließlich habe der Kläger zuvor die Dackelmutter getreten und so handele es sich um „Nothilfe“ der Hunde. Die Klage hatte nur teilweise Erfolg und beschäftigte das Gericht eine ganze Weile - nach 1 ½ Jahren wurde sie beigelegt (Amtsgericht Offenbach, AZ: 39 C 6315/96).

Jeder weiß, dass man fremde Hunde nicht strei­cheln sollte, es sei denn, der Hunde­halter hat dies ausdrücklich erlaubt. Diese Erfahrung musste auch ein Gast machen, der in einem Restaurant einen am Neben­tisch ruhig liegenden Hund strei­chelte. Dem fremden Hund gefiel dies überhaupt nicht und er biss den Gast. Dieser hatte zuvor den Hunde­halter am Nachbar­tisch nicht um Erlaubnis gefragt. Das Amtsge­richt Frankfurt am Main (Az. 30C 2326/95-47) sah ein erheb­liches Mitver­schulden beim verletzten Gast und sprach diesem lediglich Schaden­ersatz zur Hälfte zu.

Mag daher ein Hund auch noch so süß und friedlich aussehen, bevor man ihn strei­chelt sollte man immer zuerst den Halter um Erlaubnis fragen. Nicht jeder Hund mag es von jedem Fremden angefasst zu werden.

Andreas Ackenheil ist Anwalt mit dem Schwerpunkt Tierrecht (Hunderecht, Pferderecht, Recht rund um das Tier) und betreibt einen eigenen Blog, der unter http://www.der-tieranwalt.de aufzurufen ist. Auch für die Deutsche Anwaltauskunft bloggt Herr Ackenheil regelmäßig zum Thema Tierrecht.

Themen
Tiere Versicherung

Zurück

Anwältin/Anwalt finden!

Merkzettel

Es befinden sich noch keine Anwälte in Ihrer Merkliste.

Mobilität
Sünden am Steuer: So verlieren Sie schnell Ihren Führerschein
Gesellschaft
DSGVO: Was Sie über den neuen Datenschutz wissen müssen
Wohnen
Wann ein befristeter Mietvertrag gültig ist
Beruf
Gehaltsverhandlung: Das sollten Arbeitnehmer wissen
Mobilität
Rote Ampel überfahren und erwischt – was nun?
zur
Startseite