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Tierrecht-Blog

Hunde im Jagdbezirk immer anleinen?

Immer wieder kommt es in Jagdgebieten zu schweren Schussverletzungen an Hunden. © Quelle: McInnes/gettyimages.de

Leider hört man immer wieder in den Medien, dass ein Jäger einen freilau­fenden Hund erschossen hat. Für die häufig trauma­ti­sierten Hunde­be­sitzer stellt sich oftmals die Frage, ob der Jäger in diesem Fall rechtens gehandelt hat oder nur schießwütig ihren geliebten 4-Beiner erschossen hat.

Wenn man mit seinem Hund in der freien Natur spazieren geht durch­kreuzt man häufig auch Jagdbe­zirke. Muss man seinen Hund dort zwingend anleinen oder darf er auch frei laufen?

Grundsätzlich gilt, dass Hunde in einem Jagdbezirk nicht ohne Aufsicht frei laufen gelassen werden dürfen. Dies sehen die jewei­ligen Landes­jagd­ge­setze zum Schutz des Wildbe­standes regelmässig vor. Dabei bedeutet jedoch der Begriff „Aufsicht“ nicht zugleich auch, dass der Hund angeleint sein muss. Ein Verstoß gegen die Vorschrift liegt erst vor, wenn sich der Hund im Jagdbezirk außerhalb der Sicht- oder Rufweite des Hundeführers aufhält oder der Hundeführer nicht die tatsächliche Möglichkeit hat, durch gezielte Kommandos oder andere Handlungen Kontrolle über sein Tier auszuüben. Ein Hund kann damit auch unter Kontrolle sein, wenn er nicht angeleint jedoch jederzeit abrufbar ist. Der Einspruch eines Hunde­halters gegen ein Bußgeld der Kreis­ver­waltung hatte Erfolg (AG Alten­kirchen, AZ 2109 JS 35731/96-9 OWI).

Dies sehen jedoch gerade die Jagdbe­rech­tigten in ihren Bezirken anders, weshalb es immer wieder zu schweren Schuss­ver­let­zungen an Hunden kommt. Häufig wird nach solchen Gescheh­nissen von den schießenden Jägern behauptet, sie hätten den Hund beim Jagen von Wild erwischt. Diese Angele­gen­heiten landen dann meist vor Gericht und es muss im Einzelfall geprüft werden, ob der Hund tatsächlich gejagt hat bzw. abrufbar war und der Jäger zum Abgeben eines Schusses auf den Hund berechtigt war.

Bitte achten Sie auf Ihre Hunde in diesen Gebieten und leinen Sie zum Schutz Ihrer Hunde diese notfalls an.

Andreas Ackenheil ist Anwalt mit dem Schwerpunkt Tierrecht und betreibt einen eigenen Blog, der unter http://www.der-tieranwalt.de aufzurufen ist. Auch für die Deutsche Anwaltauskunft bloggt Herr Ackenheil regelmäßig zum Thema Tierrecht.

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