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Tierrecht-Blog

Hund vs. Postbote

Quelle: Brand/fotolia.com
Immer wieder kommt es vor, dass Postboten von Hunden bei der Ausübung ihrer Arbeit behindert und gefährdet werden.
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Wenn ein Postbote ein Grundstück betritt, um die Post zuzustellen, läuft er immer wieder Gefahr, von Hunden gebissen zu werden. Der Postbote muss dabei in der Regel die Warnschilder „Hier wache ich“ oder „Warnung vor dem Hunde“ ignorieren, oder es gibt keine Post für den Adres­saten.

Hund vs. Postbote - ein Klassiker für die deutsche Justiz, der wie der Beginn eines Witzes klingt. Was tatsächlich geschah, war aber überhaupt nicht lustig.

So musste sich ein Landpostbote auf einem Hof gegen drei Dackel vertei­digen. Diese wollten den „Eindringling“ in die Schranken weisen. Der Postbote vertei­digte sich zunächst mit Fußtritten. Als die Hunde jedoch nicht zurück wichen vertei­digte er sich gegenüber einem Dackel sogar mit einem Birkenknüppel. Der Dackel wurde verletzt. Das Oberlan­des­ge­richt Hamm (AZ 27 U 218/94) entschied für den Postboten. Die Richter meinten, der Schutz des Lebens und der Gesundheit des Postboten überwiege gegenüber dem Interesse des Tierhalters an der Unver­sehrtheit seines Dackels. Um sich vor angrei­fenden Hunden zu schützen dürfe ein Postbote durch einen Abwehr­versuch auch das Risiko in Kauf nehmen, dass das Tier dabei verletzt werde.

Insofern greift auch hier wieder die verschul­den­sunabhängige Tierhal­ter­haftung, nach der der Halter für das Verhalten seines Hundes verant­wortlich ist.

Andreas Ackenheil ist Anwalt mit dem Schwerpunkt Tierrecht (Hunderecht, Pferderecht, Recht rund um das Tier) und betreibt einen eigenen Blog, der unter http://www.der-tieranwalt.de aufzurufen ist. Auch für die Deutsche Anwaltauskunft bloggt Herr Ackenheil regelmäßig zum Thema Tierrecht.

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