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Haustiere

Fragen rund um den Hund

Ihren Hund müssen Herrchen und Frauchen im Auto gut sichern. © Quelle: Lohmar/imagebroker/corbisimages.com

Für Hunde­be­sitzer stellen sich viele Fragen rund um ihren kleinen Liebling: Darf er mit im Auto fahren oder in der Bahn, wenn der Urlaub ansteht? Muss man den Hund an der Leine führen, ihm einen Maulkorb umlegen? Im Folgenden finden sich die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema Hund.

Hunde im Auto oder im Zug

Im Verkehr gelten strenge Regeln für Vierbeiner. Für Hunde­be­sitzer mag es herzlos klingen, aber die Straßenver­kehrs­ordnung stuft Hunde als Ladung ein. Deshalb müssen Herrchen und Frauchen ihr Tier im Auto gut sichern. Am besten ist dafür eine Trans­portbox.

Ist man mit dem Hund im Zug unterwegs, verlangt die Deutsche Bahn, dass kleinere Tiere im Trans­portkorb reisen. Für größere Hunde müssen die Besitzer den halben Fahrpreis zahlen. Außerdem müssen sie im Zug angeleint sein und einen Maulkorb tragen – es sei denn, es handelt sich um Begleit- oder Blindenführhunde.

Was gilt bei Reisen mit dem Hund?

Für Hunde gibt es keine bundes­weite Impfpflicht. Doch für Grenzübertritte in Länder der EU benötigen Hunde­be­sitzer den blauen EU-Heimtier­ausweis, den der Tierarzt ausstellt. Um diesen Ausweis zu bekommen, müssen die Tiere mindestens gegen Tollwut geimpft sein. Außerdem wichtig: Bei Reisen in die EU müssen Hunde einen Mikrochip unter der Haut tragen. Er dient dazu, das Tier zu kennzeichnen.

Ob Hunde in anderen Ländern zum Beispiel einen Maulkorb tragen müssen oder ob es dort einen Leinen­zwang für sie gibt, darüber sollten sich Tierhalter vor einer Reise infor­mieren.

Müssen Hunde angeleint sein und einen Maulkorb tragen?

„Es gibt keinen generellen Leinen­zwang für Hunde“, erklärt die Rechtsanwältin Verena Mittendorf, Mitglied im Deutschen Anwalt­verein (DAV). „Es gibt aller­dings Ausnahmen von dieser Regel. In einzelnen  Bundesländern herrscht eine weitge­hende Leinen­pflicht für Hunde. Es gibt auch bestimmte Flächen, Orte und Zeiten, in denen Hunde nicht ohne Leine herum­laufen dürfen.“ Zu diesen Zeiten gehört etwa die sogenannte Setz- und Brutzeit von April bis Juli. In dieser Zeit bringen Vögel und Wildtiere ihren Nachwuchs zur Welt. Wollen Hunde­be­sitzer mit ihrem Vierbeiner dann im Grünen spazieren gehen, müssen sie das Tier anleinen.

Eine generelle Maulkorb­pflicht existiert für Hunde nicht. Aber auch hier gibt es Ausnahmen von der Regel. Einige Gemeinden haben besondere Vorschriften für Hunde erlassen, etwa für einzelne Rassen wie Kampf­hunde.

Dürfen Vermieter Hunde in der Wohnung verbieten?

„Vom Grundsatz her dürfen Mieter in ihren Wohnungen machen, was sie wollen - solange sie andere nicht stören“, erklärt Rechtsanwältin Mittendorf. „Nach einem Urteil des Bundes­ge­richtshofs vom März 2013 dürfen Vermieter Mietern nicht grundsätzlich verbieten, Hunde in der Wohnung zu halten.“ Mittendorf zu Folge komme es aber immer auf die Klauseln im Mietvertrag an. „Auf jeden Fall müssen Mieter ihren Vermieter um Erlaubnis bitten, wenn sie sich einen Hund anschaffen wollen“, so Mittendorf. „Diese Erlaubnis kann aber im Einzelfall versagt werden.“

Was für Mieter gilt, gilt auch für Hunde: Sie müssen die generellen Ruhezeiten in Wohnhäusern einhalten. Der Hund muss also von 22 Uhr bis 7 Uhr morgens still sein. Das gilt auch für die Mittagszeit, also je nach Bundesland von 12 bis 14 Uhr oder von 13 bis 15 U

Hund im Aufzug eines Miets­hauses? Erlaubt!

Was Hunden in Mietshäusern übrigens auch nicht per Hausordnung verboten werden darf, ist die Nutzung des Perso­nen­aufzugs.

Vor dem Amtsge­richt Freiburg stritten sich zwei Mieter über diese Frage. Die Hausordnung der strei­tenden Wohnungs­ei­gen­tums­ge­mein­schaft unter­sagte dies explizit. Ein Mieter ignorierte diese Regelung und nutzte mit seinem Hund regelmäßig den Aufzug, da dieser zu alt und gebrechlich sei, um die Treppen benutzen zu können. Gleich­zeitig sei der Hund auch zu schwer, um von seinem Besitzer hinauf­ge­tragen werden zu können. Die Eigentümer der Dachge­schoss­wohnung wollten das Fernbleiben des Hundes aus dem Aufzug gerichtlich durch­setzen, da sie an einer Hunde­haar­all­ergie litten. Außerdem seien als Bewohner des obersten Stock­werks dazu gezwungen, mehr mit dem Aufzug zu fahren als andere Hausbe­wohner.

Das Amtsge­richt Freiburg stand nicht auf der Seite der aller­gi­schen Dachgeschoßbewohner: Es erklärte das generelle Aufzug­verbot für Hunde in der Hausordnung für unwirksam. (Amtsge­richt Freiburg, Urteil v. 18.04.2013, AZ.: 56 C 2496/12 WEG) Nach Ansicht der Richter schränke das Verbot das Eigen­tums­recht der Wohnungs­eigentümer in nicht nachvoll­zieh­barer Weise ein. Der Tiertransport gehöre zur üblichen Nutzung der Immobilie und könne deshalb nicht untersagt werden. Ein derar­tiges Verbot könne der Wohnungs­eigentümer auch nicht an seinen Mieter weiter­geben. Eine derartige Klausel wäre nämlich auch im Mietvertrag

Muss man seinen Hund versi­chern?

Es kann je nach Bundesland die Pflicht zur Versi­cherung eines Hundes geben. Aber es gibt keine bundes­weite, grundsätzliche Pflicht dazu. Dennoch empfiehlt es sich, eine Hunde­haft­pflicht-Police abzuschließen, die etwa bei Schadenser­satz­ansprüchen greift. Wichtig sind solche Policen zum Beispiel dann, wenn der Hund einen Menschen angreift. Oder wenn ein Hund vor ein Auto läuft und es dadurch zu einem Unfall kommt, bei dem der Autofahrer oder andere verletzt werden. In diesen Fällen haftet der Halter allein.

Eine Ausnahme von der allei­nigen Haftung gibt es aber immer dann, wenn der Geschädigte eine Mitschuld hat. Zum Beispiel wenn der Autofahrer zu schnell gefahren ist.

Sind Hunde steuer­pflichtig?

Hunde­be­sitzer müssen ihre Vierbeiner anmelden und Hunde­steuer für sie bezahlen. Wie hoch die Steuer ausfällt, ist regional unter­schiedlich und hängt teilweise von der Größe ab. Außerdem kann die Hunderasse eine Rolle spielen ebenso wie die Frage, wie viele Tiere jemand hält. „Ausge­nommen von dieser Steuer sind Begleit- und Blindenführhunde sowie Hunde, die zum Beispiel bei der Polizei 'arbeiten' oder zur Rettung von Menschen einge­setzt werden“, erklärt Mittendorf.

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