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Auswandern

Der recht­liche Ratgeber für Frank­reich: 5 Tipps für Auswan­derer

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Endlich leben wie Gott in Frankreich! Wer diesen Traum vom Auswandern in unser Nachbarland hat, sollte jetzt genau aufpassen: Vieles läuft auf beiden Seiten des Rheins ähnlich. An einigen Stellen unterscheidet sich die Gesetzgebung in den beiden großen europäischen Ländern deutlich. Damit Sie davon nicht kalt erwischt werden, verraten wir in unserem Video-Ratgeber fünf markante Unterschiede, die jeder Frankreich-Auswanderer kennen sollte. Anwaltauskunft.de wünscht: Amusez-vous!

Tipp 1 für Frank­reich-Auswan­derer: Weniger arbeiten und gesetzlich garan­tiert nach Feier­abend entspannen.

Was die gesetz­liche Wochen­ar­beitszeit angeht, schreiten die Franzosen deutlich entspannter zur Tat, als die Kollegen aus Allemagne: Während in deutschen Landen die 40- Stunden Woche gilt, ist jenseits des Rheins schon nach 35 Stunden Wochen­ar­beitszeit Feier­abend.

Nicht nur dürfen französische Arbeit­neh­me­rinnen und Arbeit­nehmer früher nachhause, dort haben sie auch gesetzlich garan­tierte Ruhe vor ihren Vorge­setzten. Denn anders als in Deutschland gibt es in Deutschland ein offizi­elles Recht auf Abschalten. Das seit Anfang 2017 gültige Gesetz soll einer­seits die Zahl der Burn-outs bei Angestellten verringern. Es soll aber auch verhindern, dass Arbeit­geber Mitar­beiter dafür bestrafen, wenn sie nach Dienst­schluss, am Woche­nende oder im Urlaub nicht per Mail oder Handy erreichbar sind. Lässt sich der deutsche Gesetz­geber demnächst von dieser Regelung inspi­rieren?

Tipp 2 für Frank­reich-Auswan­derer: Mehr (Mindest-)Urlaub nehmen!

Wo wir schon beim Thema Freizeit sind: Die Deutschen sind zwar die Weltmeister, wenn es ums Verreisen geht – trotzdem gibt es bei uns nur 20 Tage gesetz­lichen Minde­st­urlaub. Im Land des Savoir vivre sind es fünf Tage mehr, also 25 Tage insgesamt.

Tipp 3 für Frank­reich-Auswan­derer: Wer krank wird, muss sparen.

Wer bist jetzt gelesen hat, hat direkt Lust aufs Auswandern bekommen, oder? Doch nicht zu früh gefreut, nicht alles ist bei den westlichen Nachbarn angenehmer geregelt: Was Krank­schrei­bungen für Angestellte betrifft, sind die Deutschen deutlich großzügiger – vielleicht liegt das am deutlich nass-kälteren Wetter in unseren Breiten­graden? Der deutsche Arbeit­nehmer darf unkom­pli­ziert und ohne Nachteil zuhause bleiben, wenn ein Arzt das attes­tiert. Während hierzu­lande die Lohnfort­zahlung im Krank­heitsfall selbst­verständlich ist, muss in Frank­reich der Lohn erst nach sieben Krank­heits­tagen wieder bezahlt werden.

Tipp 4 für Frank­reich-Auswan­derer: Kein Rauswurf im Winter.

Im Mietrecht haben unsere Nachbarn eine Regelung, die verfrorene deutsche Mieter neidisch machen dürfte. Zwischen November und März darf in Frank­reich niemand aus seiner Mietwohnung geworfen werden. Solche Extras hat das deutsche Mietrecht nicht zu bieten, hier darf ganzjährig gekündigt werden. Was aber natürlich beim strengen deutschen Mietrecht für Vermieter auch nicht immer einfach ist.

Tipp 5 für Frank­reich-Auswan­derer: Steuern sind obliga­toire, nicht optional!

Weniger Pardon kennt der französische Staat beim Steuer­recht: Die Einkom­mens­steu­ererklärung ist nicht – wie bei uns – für die meisten Arbeit­nehmer optional, sondern für alle Steuer­pflich­tigen obliga­toire. Auch Fristverlängerungen gibt es in Frank­reich nicht: Wer seine Erklärung zu spät abgibt, zahlt Straf­zinsen. Laissez-faire sieht anders aus!

Bei allen Unter­schieden sollten wir aber nicht vergessen: Vieles ist auf beiden Seiten des Rheins gleich. Das Alkohol­limit für Autofahrer zum Beispiel. Wer mehr als 0,5 Promille hat, darf nicht mehr ans Steuer. Ein kleines Glas Wein ist aber erlaubt, wenn wir auf unsere deutsch-französische Freund­schaft anstoßen.

Und falls Sie mal recht­lichen Rat brauchen sollten: Auch in Frank­reich gibt es deutsche Anwälte. Die finden Sie natürlich am schnellsten über die Anwalts­suche auf anwaltaus­kunft.de - Bon voyage!

Themen
Alkohol Krankheit Krankschreibung Kündigungsschutz Lohn Miete Steuern Straftat Straßenverkehr
Datum
Aktualisiert am
20.03.2018
Autor
red/dav
Bewertungen
175

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