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Heiraten

Welchen Namen kann man bei der Hochzeit wählen?

Mitunter eine schwierige Frage: Welchen Ehenamen wählt ein Paar nach der Hochzeit? © Quelle: : Beck/corbisimages.com

Fast vorbei sind die Zeiten, in denen Frauen nach der Hochzeit den Familiennamen ihres Gatten annahmen und ihren eigenen aufgaben. Heutzutage behalten viele Frauen ihren Familiennamen, andere bevorzugen nach der Hochzeit einen Doppelnamen. Manche Ehegatten wiederum nehmen den Familiennamen ihrer Frau an. Wir zeigen, welche Möglichkeiten es gibt, nach der Hochzeit einen Ehenamen zu wählen.

Jeder Mensch hat neben seinem Vornamen einen Nachnamen, den Familiennamen. Das ist zumindest in Deutschland so. Ein Familienname kann sich durch eine Eheschließung oder durch das Eingehen einer Lebenspartnerschaft aber ändern. Dabei sind die Bestimmungen zu den Namen nach einer Hochzeit für hetero- wie für homosexuelle Paare gleich. 

Paare und Namen nach der Eheschließung: Was ist ein Ehename?

Paare sollten sich vor der Eheschließung gut überlegen, welche Namen es nach der Hochzeit tragen will.

Entscheidet sich ein Paar für denselben Familiennamen, spricht man vom Ehenamen.

Bei der Wahl des Ehenamens sind Paare relativ frei. Sie können aus mehreren Optionen wählen (siehe weiter unten). Wenn sich das Paar für einen Ehenamen entscheiden hat, muss es dem Standesbeamten den gewünschten Ehenamen mitteilen.

Hochzeit und Familienname: Welcher Name kann der Ehename sein?

Verbreitet ist die traditionelle Variante, in der die Frau nach der Eheschließung ihren Familiennamen aufgibt und den Familiennamen ihres Ehegatten annimmt. Der Familienname des Gatten wird der gemeinsame Ehename. Demgegenüber bevorzugen manche Paare die umgekehrte Variante: Der Ehegatte nimmt den Familiennamen der Frau an, ihr Name wird der Ehename.

Nach der Hochzeit: Welchen Doppelnamen darf man wählen?

„Nach einer Eheschließung oder dem Eingehen eine Lebenspartnerschaft kann derjenige, dessen Nachname nicht zum Ehenamen wird, einen Doppelnamen tragen“, sagt der Hamburger Rechtsanwalt Gerd Uecker vom Vorstand des Deutschen Anwaltvereins (DAV).

Wenn zum Beispiel Anna Schulz und Arno Müller heiraten und sich für Müller als Ehenamen entscheiden, ist es denkbar, dass der andere seinen Familiennamen an den Ehenamen bindet. In diesem Fall spricht man von einem Begleitnamen.

Dieser könnte so lauten: Anna Müller-Schulz oder Anna Schulz-Müller. An welcher Stelle der Begleitname steht, spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass er mit einem Bindestrich an den Ehenamen gebunden ist.

„Der Andere, dessen Nachname zum Ehenamen geworden ist, darf nicht den Geburtsnamen des anderen Partners zu seinem Nachnamen hinzufügen“, sagt Rechtsanwalt Gerd Uecker.

Gatten haben den gleichen Familiennamen: Doppelname nach der Hochzeit möglich?

Wenn die Partner den gleichen Familiennamen haben, ist nach der Eheschließung ein Doppelname nicht möglich. Müller-Müller zum Beispiel ist nicht erlaubt.

Wahl eines Ehenamens nach der Hochzeit: Welche Regeln gelten, wenn der Familienname ein Doppelname ist?

Den Doppelnamen, den man bei der Geburt oder nach der Eheschließung trägt, kann man weiterhin tragen. Auch der Partner kann ihn annehmen. „Unzulässig ist aber, nur ein Glied des Doppelnamens als Ehenamen zu bestimmen, beispielsweise, um etwa dem anderen Ehegatten die Beifügung eines Begleitnamens zu ermöglichen“, erklärt Gerd Uecker.

Nicht möglich ist außerdem, den Familiennamen des Gatten anzunehmen und an seinen Doppelnamen anzuhängen oder voranzustellen. Hier gilt der Grundsatz der Eingliedrigkeit des Begleitnamens. Andernfalls würde nämlich eine Namenskette  entstehen, die rechtlich seit 1993 in Deutschland unzulässig ist. Festgeschrieben ist dieses Verbot im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB). Im Jahr 2009 wurde dies durch das Bundesverfassungsgericht als rechtmäßig bestätigt (AZ: 1 BvR 1155/03).

Wahl des Ehenamens nach der Eheschließung: Namensketten erlaubt?

Daher könnte es heutzutage nicht mehr zu einem der bekanntesten Beispiele von Namensketten aus der Zeit vor ihrem Verbot kommen: So trug die renommierte Meinungsforscherin Elisabeth Noelle-Neumann zeitweise vier Nachnamen: Sie hieß Noelle-Neumann-Maier-Leibnitz. Nach dem Tode ihres Gatten Heinz Maier-Leibnitz legte sie dessen Namen wieder ab.

Die Lösung aus diesem Dilemma könnte darin gestehen, dass man bei einem Doppelnamen als Begleitnamen einen Teil dieses Namens weglässt. Aus Anna Schulz-Schuster würde dann Anna Schulz-Müller. In dieser Konstellation wäre Müller der Ehename.

Wahl des Ehenamens nach der Hochzeit: Kann der Ehename auch der Familienname eines Ex-Partners sein?

Nach einer Eheschließung tragen die Beteiligten nicht immer den Familiennamen, den sie bei oder seit ihrer Geburt getragen haben. Geschiedene etwa behalten aber manchmal den Nachnamen ihres ehemaligen Partners, so dass auch dessen Nachname nach einer erneuten Heirat zum Ehenamen werden kann.

Ein Beispiel: Anna Müller lässt sich von ihrem Gatten Arno Müller scheiden. Nach einer Weile heiratet sie Manfred Maier, die beiden wählen aber Müller als gemeinsamen Ehenamen.

Hochzeit und Wahl des Ehenamens: Kann sich ein Ex-Partner dagegen wehren, dass sein Familiename Ehename wird?

Gegen diese Namenswahl kann sich Arno Müller nicht wehren. Denn seit 2005 ist es erlaubt, dass der Familienname eines ehemaligen Partners nach einer erneuten Eheschließung Ehename werden kann.

Hochzeit und Wahl des Ehenamens: Muss man einen gemeinsamen Ehenamen tragen?

Wem das alles zu kompliziert oder wer zu bekannt ist, um auf seinen Familiennamen zu verzichten, sollte wissen, dass das BGB Paare nicht mehr dazu verpflichtet, einen gemeinsamen Ehenamen zu wählen. Das macht § 1355 Absatz 1 Satz 3 BGB deutlich macht. Paare können nach der Hochzeit ihren eigenen Familiennamen behalten, so dass es in der Familie zwei Familiennamen gibt.

Familiennamen und Wahl des Ehenamens: Welchen Familiennamen bekommen die Kinder?

Bekommt ein Paar Kinder, erhalten diese den Ehenamen als Familiennamen, auch wenn die Mutter zum Beispiel aus dem Ehenamen und ihrem Familiennamen einen Doppelnamen gemacht hat. „Lassen sich die Eltern scheiden und der sorgeberechtigte Elternteil hat nach der Scheidung seinen früher geführten Namen wieder angenommen, so wirkt sich das nicht auf den Namen des Kindes aus“, sagt der Familienrechtsexperte Gerd Uecker. „Das Kind behält den Ehenamen der Eltern.“

Eltern, die jeweils ihre eigenen Geburtsnamen behalten haben, müssen sich bis spätestens einen Monat nach der Geburt des Kindes entscheiden, welchen der beiden Namen das Kind tragen soll. Diese Wahl sollte gut überlegt sein, denn der Name lässt sich später nur im begrenzten Umfang ändern.

Die Namensbestimmung ist grundsätzlich unwiderruflich und unanfechtbar, sofern nicht ein ganz offensichtlicher Irrtum oder ein grober Verfahrensmangel vorliegt.

Allerdings wird aus Praktikabilitätsgründen eine Korrektur bis zur Eintragung in die Personenstandsbücher zugelassen. Können sich Eltern nicht über den Familiennamen des Kindes einigen, entscheidet das Familiengericht.

Ehenamen für Kinder in Patchwork-Familien: Dürfen die Kinder über den Namen entscheiden?

Kinder, die in eine Ehe mitgebracht werden, erhalten nicht automatisch den nachträglich bestimmten Ehenamen.

In jedem Fall der Namenswahl zustimmen muss der andere Elternteil, wenn dieser sorgeberechtigt ist.

Bei der Wahl des Familiennamens dürfen auch die Kinder mitentscheiden. Sie müssen ab ihrem fünften Geburtstag danach befragt werden, welchen Familiennamen sie tragen wollen.

Ehenamen für Kinder: Was ist eine Anschlusserklärung?

Den Ehenamen der Eltern kann ein über fünf Jahre altes Kind nur erhalten, wenn die gesetzlichen Vertreter eine Anschlusserklärung abgeben. Ab 14 Jahre müssen die Kinder die Anschlusserklärung selbst abgeben, aber die gesetzlichen Vertreter müssen zustimmen.  

Wahl des Ehenamens nach der Hochzeit: Kann man den Ehenamen nachträglich ändern?

„Grundsätzlich soll die Erklärung über die Bestimmung des Ehenamens bei der Heirat erfolgen“, sagt Rechtsanwalt Uecker. „Allerdings kann man diese Erklärung auch später abgeben. Diese muss dann aber öffentlich beglaubigt werden.“

Die früher bestehende Begrenzung der Ausübung des Abänderungsrechts auf fünf Jahre nach der Eheschließung wurde 1998 aufgehoben. Daher bedarf es nunmehr nur noch der öffentlichen Beglaubigung der Erklärung, einen gemeinsamen Ehenamen anzunehmen.

Themen
Ehe Familie Lebenspartnerschaft Name

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