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Staat­liche Hilfen

Wann erhalten Familien einen Kinder­zu­schlag?

Über 90.000 Familien mit geringem Einkommen erhalten den Kinderzuschlag für ihren Nachwuchs. © Quelle: Michael H/corbisimages.com

Wenn Eltern­paare und Allein­er­zie­hende finan­ziell bedürftig sind, haben sie manchmal Anspruch auf einen Kinder­zu­schlag für ihren Nachwuchs. Wir zeigen, unter welchen Bedin­gungen Familien diese soziale Leistung erhalten und wie hoch der Kinder­zu­schlag ausfallen kann.

Eltern wissen: Kinder kosten viel Geld. Statistisch gesehen zahlen Mütter und Väter im Durchschnitt fast 550 Euro monatlich für jedes ihrer Kinder. Der Staat unterstützt Familien mit Kindern finanziell zum Beispiel mit dem Kindergeld und Kinderfreibeträgen. Darüber hinaus können Mütter und Väter manchmal zusätzlich zum Kindergeld einen Kinderzuschlag in Anspruch nehmen.

Was sind die Voraus­set­zungen, um den Kinder­zu­schlag zu erhalten?

Der Kinderzuschlag steht den Familien zu, die Kindergeld beziehen. Weitere Voraussetzungen nach dem Bundeskindergeldgesetz sind, dass die Kinder im Haushalt der Eltern leben, unverheiratet und jünger als 25 Jahre alt sind.

Außerdem gelten beim Kinder­zu­schlag bestimmte Einkom­mens­grenzen: So müssen die Einkünfte von Eltern­paaren bei mindestens 900 Euro pro Monat liegen, die von Allein­er­zie­henden bei mindestens 600 Euro im Monat. Auch in der Einkom­menshöhe gibt es Grenzen (siehe weiter unten). In die Einkünfte können neben dem Brutto­ein­kommen aus einer Beschäftigung auch Arbeits­lo­sengeld I oder Krankengeld fallen, nicht aber Arbeits­lo­sengeld II oder Sozial­hilfe.

Neben den leiblichen Eltern steht der Kinder­zu­schlag auch Pflege- und Stief­eltern zu.

Den Antrag auf den Kinder­zu­schlag muss man bei der zuständigen Famili­en­kasse der Bunde­s­agentur für Arbeit stellen. Bewilligt die Behörde den Antrag, zahlt sie ihn jeden Monat zusammen mit dem Kindergeld an die Familie aus.  

Wie hoch kann der Kinder­zu­schlag ausfallen?

Über den Zuschlag können Eltern ab Januar 2017 maximal 170 Euro monatlich erhalten. Die konkrete Höhe hängt vom Einkommen ab, über das Eltern pro Monat verfügen.

Wie berechnet die Famili­en­kasse den Kinder­zu­schlag?

Bei der Berechnung des Kinderzuschlags muss man, wie oben beschrieben, eine bestimmte Mindesteinkommensgrenze einhalten. Wer diese unterschreitet, hat keinen Anspruch auf einen Kinderzuschlag, sondern muss stattdessen Grundsicherung für Arbeitsuchende beantragen, also Arbeitslosengeld II oder sogenanntes Hartz IV.

Doch auch wer über ein zu hohes Einkommen verfügt, kann den Kinder­zu­schlag nicht geltend machen. Dabei ist die Einkom­menshöchstgrenze kein fester Wert. Die Grenze ermittelt die Famili­en­kasse indivi­duell in einem kompli­zierten Verfahren und berücksichtigt dabei zum Beispiel die Wohnkosten und den finan­zi­ellen Bedarf der Eltern.

Kinder­zu­schlag: Was fällt unter Einkommen und Vermögen?

Die Famili­en­kasse berücksichtigt beim Kinder­zu­schlag verschiedene Formen des Einkommens, aber auch des Vermögens einer Familie. Beide Arten von Werten muss man ähnlich wie im Antrags­ver­fahren auf Grund­si­cherung für Arbeit­su­chende, also Hartz IV, offen­legen.

Unter Einkommen fallen alle Einnahmen aus selbstständiger und unselbstständiger Arbeit, aber auch  Elterngeld, Arbeitslosengeld I, Krankengeld sowie Renten und Einnahmen aus Vermietungen. Unter Vermögen fallen Bargeld, Sparguthaben, Wertpapiere sowie Haus- und Grundbesitz. Hier gelten wie bei der Berechnung der Hartz IV-Leistungen verschiedene Freibeträge für statthaftes Einkommen und Vermögen.

Schul­ausflüge, Nachhilfe, Mitta­gessen in der Schule: Kinder­zu­schlag und Bildungs­paket

Erhält eine Familie den Kinder­zu­schlag, darf sie für ihren Nachwuchs zusätzlich „Leistungen zur Bildung und Teilhabe“ erhalten. Damit können Eltern die Schul­ausflüge, Klassen­fahrten, das Mitta­gessen oder auch Nachhilfe für ihre Kinder finan­zieren. Leistungen aus dem sogenannten Bildungs­paket können auch Familien beanspruchen, die Arbeits­lo­sengeld II, Sozialgeld/ Sozial­hilfe, Wohngeld oder Leistungen aus dem Asylbe­wer­ber­leis­tungs­gesetz beziehen.

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Familie Geld Jugendliche Kinder

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