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Kinder im Ausland

Volljährige Kinder unterstützen: keine außergewöhnliche Belastung

Quelle: Elke van de Velde/corbisimages.com
Kinder im Ausland: Zumindest Geld wollen Eltern ihnen zukommen lassen.
© Quelle: Elke van de Velde/corbisimages.com

Viele Menschen, die in Deutschland leben, unterstützen Famili­en­mit­glieder im Heimatland. Aber kann man eine finan­zielle Unterstützung, etwa für die eigenen erwach­senen Kinder, steuerlich geltend machen?

Darf man die finan­zielle Unterstützung, die man seinen erwach­senen Kindern  im Ausland zukommen lässt, steuerlich absetzen? Zu dieser Frage hat das Finanz­ge­richt Rheinland-Pfalz entschieden und eine klare Antwort formu­liert: Man darf es nicht.

Über den Fall, der der Entscheidung zugrunde liegt, berichtet die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV), (Finanzgericht Rheinland-Pfalz am 17. September 2015, AZ: 4 K 2254/14).

Danach lebte der aus dem Kosovo stammende Mann in Deutschland. 2013 arbeitete er als Kellner. Außerdem bezog er eine Witwerrente. In seiner Einkommensteuererklärung machte er Unterstützungszahlungen an seine vier im Kosovo lebenden volljährigen Kinder in Höhe von 4.200 Euro als „außergewöhnliche Belastungen“ geltend.

Das Finanzamt lehnte ab, diese Zahlungen zu berücksich­tigen, unter anderem mit der Begründung, die Kinder seien im erwerbsfähigen Alter. Der Mann legte ohne Erfolg Einspruch ein. Er wies darauf hin, dass die Zahlungen in den Vorjahren anerkannt worden seien.

Wann ist jemand unter­halts­be­rechtigt?

Auch das Gericht kam zu dem Ergebnis, dass das Finanzamt rechtmäßig entscheiden habe. Zwar zählten seine im Ausland lebenden Kinder als „Verwandte in gerader Linie“ grundsätzlich zum Kreis der unterhaltsberechtigten Personen. Unterhaltsberechtigt sei jedoch nur, wer außerstande sei, sich selbst zu unterhalten.

Die Kinder des Klägers seien alle vier im arbeitsfähigen Alter. Personen im arbeitsfähigen Alter seien verpflichtet, die ihnen zur Verfügung stehenden Quellen – insbe­sondere ihre Arbeits­kraft – auszuschöpfen, um ihren Lebens­un­terhalt zu verdienen. Sie seien nicht unterstützungsbedürftig.

Der Vater habe nicht ausrei­chend dargelegt, dass sich seine Kinder „unter Einsatz aller zumut­baren und möglichen Mittel um eine angemessene Tätigkeit“ bemüht hätten. Zwar sei im Kosovo die Arbeits­lo­sigkeit sehr hoch und im Vergleich zu Deutschland herrsche eine sehr schwierige wirtschaft­liche Lage. Trotzdem hätten die Kinder nachweisen müssen, dass sie sich tatsächlich um eine Arbeits­auf­nahme bemüht hätten. Sonderumstände – etwa ein völliger wirtschaft­licher Zusam­men­bruch – konnten die Richter auch für den Kosovo nicht erkennen.

Aus der dortigen Situation sei nicht zu schließen, dass man dort keine Arbeit oder zumindest „Gelegen­heits­arbeit“ finden könne. Ein Unter­halts­an­spruch hätte nur bestanden, wenn die Kinder auch tatsächlich unter­haltsbedürftig gewesen wären. Sie müssten also nicht in der Lage sein, ihren Lebens­un­terhalt selbst zu bestreiten.

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