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Scheidung

Kindeswohl durch Befragung des Kindes feststellbar

Es braucht kein Gutachten, um das Kindeswohl festzugestellen. © Quelle: Tetra Images/gettyimages.de

Immer wieder müssen Gerichte über die Übertragung des Sorge­rechts entscheiden. Allei­niges Kriterium dabei ist das Kindeswohl. Dieses eindeutig festzu­stellen, ist nicht immer einfach: Die Kinder sind sehr jung, die Eltern zerstritten und andere Quellen nicht verfügbar. Häufig wird dann ein Gutachten eingeholt.

Ein Sachverständigen­gut­achten ist aber dann nicht notwendig, wenn das Gericht das Kindeswohl auch durch Befragung des Verfah­rens­bei­standes und des Kindes feststellen kann. So hat das Oberlan­des­ge­richt Saarbrücken einem Vater nach Anhörung des Kindes das alleinige Sorge­recht übertragen (AZ: 6 UF 48/13).

Vater wollte allei­niges Sorge­recht

Die Eltern hatten das gemeinsame Sorge­recht für den 2003 geborenen Sohn. Zum Zeitpunkt des Verfahrens war er neun Jahre alt und lebte im wöchent­lichen Wechsel bei Mutter und Vater. Der Vater wollte, dass sein Kind auf Dauer bei ihm lebt und die Mutter besucht. Er kümmerte sich auch intensiv um die schulische Ausbildung. Daher beantragte er das alleinige Sorge­recht. In der ersten Instanz erhielt er im Dezember 2012 Recht. Dagegen wehrte sich die Mutter.

Kindeswohl auch ohne Sachverständigen feststellbar

Ohne Erfolg. Das Gericht hielt es für besser für das Kindeswohl, wenn der Sohn beim Vater lebt und er das alleinige Sorge­recht hat. Das Kindeswohl könne auch ohne ein Sachverständigen­gut­achten festge­stellt werden. Voraus­setzung sei, dass das Gericht das Kindeswohl durch Befragung des Verfah­rens­bei­standes und des Kindes selbst feststellen könne. Das sei hier geschehen, was auch dem zuneh­menden Alter des Sohnes Rechnung trage. Er habe mehrfach gesagt, dass es beim Vater leben wolle und die Mutter besuchen möchte. Es gebe keine Anhalts­punkte dafür, dass der Vater ihn maßgeblich beein­flusst habe. Dies sowie das persönliche Bemühen des Vaters um die schulische Ausbildung sah das Gericht als ausrei­chend an, um ihm das alleinige Sorge­recht zu geben. Es müsse auch berücksichtigt werden, dass die Mutter das Kind hinsichtlich ihres Umgangs enttäuscht habe. Auch habe sie nicht geschildert, wie sie selbst zur schuli­schen Förderung beitragen wolle.

Themen
Ehe Eltern Familie Kinder Scheidung

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