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Checkliste

Bestattung, Nachlass, Wohnung: Was ist nach einem Todesfall zu tun?

Nach einem Todesfall in der Familie: Statt um den Verwandten trauern zu können, müssen Hinterbliebene viele Formalitäten erledigen. © Quelle: mdennah/fotolia.com

Nach dem Tod eines Famili­en­mit­glieds haben Hinter­bliebene kaum Zeit, um zu trauern. Statt sich mit dem Verlust ihres Verwandten zu beschäftigen, müssen sie sich häufig um Formalitäten kümmern und vieles organi­sieren. Wir zeigen, was Hinter­bliebene nach einem Todesfall in der Familie erledigen müssen.

Der Tod eines Verwandten bringt nicht nur Trauer mit sich, sondern auch viele formale Dinge, mit denen die Hinter­blie­benen sich befassen müssen. In solchen Situa­tionen hilft es, eine Check­liste zur Hand zu haben, um zu wissen, was man nach einem Todesfall wann erledigen muss.

Unmit­telbar nach dem Tod eines Verwandten – was muss man tun?

Todesfall: Arzt rufen und Toten­schein ausstellen lassen

Wenn das Famili­en­mit­glied zu Hause gestorben ist, muss man einen Arzt anrufen, entweder den Hausarzt oder die Nummer 112. Der Arzt stellt dann den Toten­schein aus. Stirbt ein Verwandter im Krankenhaus oder im Pflegeheim, wird der Toten­schein dort ausge­stellt.

Todesfall: Verwandte, Freunde und Arbeit­geber infor­mieren

Unmit­telbar nach dem Tod des Angehörigen sollte man die nahen Famili­en­mit­glieder anrufen und sie über den Tod infor­mieren, ebenso seine engsten Freunde. Mit den Angehörigen sollte man klären, wer sich um den Nachlass des Verstor­benen kümmert und wie man Aufgaben unter­ein­ander aufteilt. Außerdem muss man den Arbeit­geber des Verstor­benen infor­mieren.

Todesfall: Organ­spende-Ausweis prüfen

Hinterbliebene, die den Nachlass eines Verstorbenen regeln, sollten prüfen, ob dieser zum Beispiel einen Organspende-Ausweis ausgefüllt hatte.

Todesfall: Dokumente zusam­men­stellen

Hinter­bliebene sollten wichtige Unter­lagen des Verstor­benen zusam­men­stellen. Diese sind neben dem Perso­nal­ausweis und der Geburts­ur­kunde des Verstor­benen je nach seinem  Famili­en­stand Heirats­ur­kunde, Sterbe­ur­kunde des Ehepartners, Schei­dungs­ur­kunde. Einige dieser Unter­lagen braucht man, um den Erbschein beantragen zu können (siehe unten).

Todesfall in der Familie: Sonder­urlaub für Hinter­bliebene

Hinterbliebene sollten ihren eigenen Arbeitgeber über den Todesfall in ihrer Familie informieren und Sonderurlaub beantragen. In der Regel können Beschäftigte nämlich  bei einem Todesfall in der Familie einige Zeit frei nehmen. Wie viel Sonderurlaub sie nehmen können, ist aber von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich. Hier erfahren Sie mehr über den Sonderurlaub für Hinterbliebene.

Nach Todesfall in der Familie: Bestat­tungs­in­stitut kontak­tieren

Hinterbliebene sollten prüfen, ob der Verstorbene in einer Bestattungsverfügung niedergeschrieben hatte, wie er bestattet werden will. Möglicherweise hatte der Verstorbene zu Lebzeiten einen Bestattungsvorsorgevertrag mit einem Bestattungsinstitut und/oder eine Sterbeversicherung abgeschlossen. In diesem Fall sollte man das Bestattungsinstitut und/oder die Versicherung informieren. Wenn der Verstorbene keinen Bestattungsvorsorgevertrag abgeschlossen hatte, müssen die Hinterbliebenen ein Bestattungsunternehmen suchen.

Je nach Bundesland haben Hinter­bliebene bis zu 36 Stunden Zeit, um das  Bestat­tungs­in­stitut zu infor­mieren oder eines zu beauf­tragen, um den Verstor­benen in das Institut zu überführen.

Bestat­tungs­in­stitute übernehmen übrigens auch viele der formalen Aufgaben, die nach dem Tod eines Menschen anfallen.

Nach einem Todesfall: Lebens­ver­si­cherung und Sterbe­ver­si­cherung

Wichtig ist es, Versicherungen über den Todesfall zu informieren. Besonders Lebensversicherer und Unternehmen, bei denen der Verstorbene eine Sterbeversicherung abgeschlossen hatte, muss man rasch über den Todesfall des Versicherungsnehmers informieren. Den Versicherungen sollte man die wichtigsten Unterlagen per Einschreiben mit Rückschein schicken. Mit der Lebensversicherung und der Sterbeversicherung sollte man die Auszahlung der Versicherungssumme abwickeln.

Was muss man wenige Tage nach dem Todesfall tun?

Todesfall in der Familie: Sterbe­ur­kunde beantragen

Eine Sterbe­ur­kunde beantragen müssen Hinter­bliebene spätestens am 3. Werktag nach dem Tod ihres Angehörigen. Den Antrag stellen muss man nicht am Wohnort des Verstor­benen, sondern am Sterbeort. Dazu braucht man den Perso­nal­ausweis des Verstor­benen, seine Geburts­ur­kunde und weitere Unter­lagen, die von seinem Famili­en­stand abhängen.

Tod eines Angehörigen: Den Tod der Unfall­ver­si­cherung mitteilen

Wenn der Verstorbene bei einem Unfall gestorben ist, muss man zügig die Unfallversicherung informieren. Dafür hat man 48 Stunden Zeit.

Todesfall: Wohnung des Verstor­benen kündigen

Dem Vermieter sollten die Hinterbliebenen frühzeitig mitteilen, dass der Mieter einer Wohnung gestorben ist. Denn auch beim Tod eines Mieters greift die dreimonatige gesetzliche Kündigungsfrist und damit sind die Angehörigen verpflichtet, für diese Zeit die Miete zu bezahlen. „Wenn der Partner oder Kinder mit in der Wohnung gelebt haben, geht das Mietverhältnis auf sie über“, erklärt der Rechtsanwalt Dr. Hubertus Rohlfing von der Arbeitsgemeinschaft Erbrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). Lesen Sie hier, wann Hinterbliebene Mietverträge „erben“ können.

Nach Todesfall: Testament beim Nachlass­ge­richt abgeben

„Für Fragen zum Testament ist das Nachlass­ge­richt des Amtsge­richts am Wohnort des Verstor­benen zuständig“, sagt Rechts­anwalt Dr. Rohlfing. Hinter­bliebene sollten das Testament des Verstor­benen dort zügig abgeben. „Notariell beurkundete Testa­mente sind bereits beim Amtsge­richt hinterlegt und beim Testa­ments­re­gister regis­triert. Das Standesamt des Sterbe­ortes, das die Sterbe­ur­kunde ausstellt, infor­miert gleich­zeitig das Testa­ments­re­gister über den Sterbefall“, erläutert Dr. Rohlfing.  „Das Testa­ments­re­gister unter­richtet daraufhin das Amtsge­richt über den Sterbefall und weist auf das dort hinter­legte Testament des Verstor­benen hin.“

Das Amtsgericht ermittelt und informiert dann die gesetzlichen Erben und legt einen Termin für die Testamentseröffnung fest.

Familiärer Todesfall: Erbschein beantragen

Hinter­bliebene, die zum Beispiel Zugriff auf die Konten des Verstor­benen brauchen, müssen bei der Bank einen Erbschein vorweisen. Diesen beantragen müssen sie beim zuständigen Amtsge­richt. Es kann mehrere Wochen dauern, bis man den Erbschein erhält. Für diesen müssen die Hinter­blie­benen teils mit hohen Kosten rechnen.

Wie kann man ein Erbe ausschlagen?

„Bevor man den Erbschein beantragt, sollte man sehr genau prüfen, ob man das Erbe antreten möchte“, rät Rechtsanwalt Dr. Rohlfing. „Um das zu entscheiden, muss man versuchen, herauszufinden, ob ein Erbe überschuldet ist.“ Hat man keine Kenntnis über das Vermögen, muss man eher detektivisch vorgehen und zum Beispiel von Unterlagen in der Wohnung auf das mögliche Erbe schließen. „Wenn man in der Wohnung eines Verstorbenen zum Beispiel zahlreiche ungeöffnete Rechnungen findet, kann man zumindest vermuten, dass der Verstorbene diese nicht bezahlen konnte“, sagt Rechtsanwalt Dr. Rohlfing. Lesen Sie hier mehr zum Thema Erbe ausschlagen.

Was muss man in den nächsten Wochen nach dem Todesfall tun?

Todesfall: Renten­ver­si­cherung und Kranken­kassen infor­mieren

Die Hinter­blie­benen, die den Nachlass des Verstor­benen regeln, sollten die Kranken­kasse und die Renten­ver­si­cherung über das Ableben infor­mieren. Auch die Kündigung weiterer  Versi­che­rungen wie zum Beispiel der Haftpflicht­ver­si­cherung  oder Kfz-Versi­cherung sollte man nicht vergessen.

Todesfall: Strom, Telefon, Gas - Dienst­leistern kündigen

Hinter­bliebene sollten nicht vergessen, Dienst­leistern für Strom oder anderes zu kündigen. Auch Abonne­ments, Mitglied­schaften in Vereinen oder in Parteien sollte man rasch kündigen.

Wenn Hinter­bliebene zum Beispiel eine Versi­cherung kündigen wollen, müssen sie nur ein einfaches Schreiben aufsetzen und dabei die Versi­che­rungs­nummer wie auch das Sterbe­datum des Versi­cherten nennen. Manchem Kündigungs­schreiben sollte man eine Kopie der Sterbe­ur­kunde beifügen.

Nach Todesfall: Digitales Erbe, Renten für Hinter­bliebene

In den nächsten Wochen nach dem Todesfall müssen Hinterbliebene gegebenenfalls eine Witwenrente oder eine (Halb-)Waisenrente beantragen. Auch um das digitale Erbe, also Profile auf Facebook oder anderen sozialen Medien, sollten sie sich kümmern.

Themen
Bestattung Erbschaft Familie Hinterbliebene Tod

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