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Entscheidung Bayerns

Kommen­tierter „Mein Kampf“ nicht veröffent­licht

Experten meinen, eine kommentierte Fassung von "Mein Kampf" trägt zur Aufklärung bei. © Quelle: www.wikipedia.org

Die Bayerische Landes­re­gierung hat die geplante Veröffent­li­chung einer kommen­tierten Version von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ gestoppt. Erscheinen sollte die Fassung nach 2015. Dann laufen die Urheber­rechte für das Buch aus.

Im Februar hatten alle Parteien im bayeri­schen Parlament beschlossen: Die Regierung des Landes solle eine Publi­kation von Hitlers Buch „Mein Kampf“ prüfen – ergeb­ni­soffen und mit Exper­ten­hilfe. In dem Beschluss des Landtages hieß es dazu: Mit der wissen­schaftlich aufbe­rei­teten Fassung von „Mein Kampf“ sollen unseriöse Veröffent­li­chungen verhindert werden.

Ein entspre­chendes und mit rund einer halben Million Euro gefördertes Projekt hatte das Institut für Zeitge­schichte in München schon begonnen. Nun hat die bayerische Regierung dieses Projekt gestoppt - für viele völlig überra­schend. Und obwohl die Urheber­rechte Ende 2015 auslaufen. Das berichtet das Online-Medium süddeutsche.de.

Die Landes­re­gierung begründete ihren Schritt damit, dass die Schrift „volks­ver­hetzend“ sei, zitiert süddeutsche.de die Staats­kanz­lei­chefin Christine Hadert­hauer. Sie meinte, dass künftig gegen alle Verlage Straf­an­zeige gestellt werde, die das Buch veröffent­lichen wollen. Die Urheber­rechte für „Mein Kampf“ liegen bis 2015 beim Freistaat Bayern.

Bedau­er­liche Entscheidung

Der Stopp der Publi­kation kommt auch für den Deutschen Anwalt­verein (DAV) völlig überra­schend. „Der DAV findet das Aus für das geplante Projekt bedau­erlich“, sagt Dr. Cord Brügmann, Haupt­geschäftsführer des DAV. Eine kommen­tierte Veröffent­li­chung, wie sie das Münchner Institut für Zeitge­schichte geplant hatte, unterstützt der DAV, denn sie trägt dem DAV zu Folge zur Aufklärung bei. In einer Expertise des DAV von 2013 heißt es dazu: „Durch eine so aufbe­reitete Publi­kation, die sich kritisch mit dem Text ausein­an­der­setzt, würden nicht nur der Mythos, der sich um das Buch entwi­ckelt hat, und der Reiz des Verbo­tenen aufge­hoben werden, sondern es würde zudem viel schwerer fallen, den Text propa­gan­dis­tisch zur Verherr­li­chung der NS-Zeit zu nutzen.“

Ab dem 31. Dezember 2015 sei die Veröffent­li­chung von „Mein Kampf“ gemeinfrei. Man sollte vielmehr überlegen, wie eine tatsächliche Verfügbarkeit des unkom­men­tierten Textes einge­grenzt werden kann. So könne denkbar sein, Absprachen mit dem Buchhandel oder der Verwer­tungs­ge­mein­schaft Wort zu treffen.

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Urheberschaft

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