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Urheberrecht

Hitlers „Mein Kampf“ erscheint in kommen­tierter Fassung

„Mein Kampf" von Adolf Hitler - seit Ende 2015 gemeinfrei. © Quelle: www.wikipedia.org

Diesen Januar ist eine wissen­schaftlich-kritische Fassung von Adolf Hitlers Propa­gan­da­schrift „Mein Kampf“ auf den Buchmarkt erschienen. Die Urheber­rechte an der Schrift waren Ende 2015 erloschen.

Bis 1945 wurde Adolf Hitlers Buch „Mein Kampf“ mehr als 12 Millionen Mal gedruckt. Hitler hatte seine Hetzschrift 1923 geschrieben während er wegen eines geschei­terten Umsturz­ver­suches in der Festung Landsberg inhaf­tiert war. Nach Kriegsende übertrugen die Alliierten dem Freistaat Bayern die Urheber­rechte. Diese lagen bis Ende 2015 beim bayeri­schen Finanz­mi­nis­terium, das Minis­terium verbot jegliche Neuauflage.

Seit Ende 2015 ist „Mein Kampf“ aber gemeinfrei, die Urheber­rechte waren 70 Jahre nach Hitlers Tod erloschen. Um der Gefahr unkom­men­tierter Nachdrucke zu begegnen, hatten die Justiz­mi­nister der Bundesländer entschieden, dass solche Editionen auch nach dem Auslaufen der Urheber­schutz­frist in Deutschland verboten bleiben sollen.

Im Gegensatz dazu durfte das Münchner Institut für Zeitgeschichte (IfZ) eine kommentierte Fassung von Hitlers Progagandaschrift erstellen, die Anfang Januar erschienen ist. Diese zweibändige wissenschaftlich-kritische Fassung des Buches umfasst 2.000 Seiten und 3.700 Anmerkungen, die bayerische Landesregierung hatte sie in Auftrag gegeben.

Seinerzeit begrüßten zahlreiche Politiker und Organi­sa­tionen die Neufassung. „Eine kommen­tierte Veröffent­li­chung von ‚Mein Kampf‘ trägt zur Aufklärung über den Natio­nal­so­zia­lismus bei“, sagte etwa Swen Walen­towski, Sprecher des Deutschen Anwalt­vereins (DAV). Er verwies auf eine Expertise, die der DAV 2013 erstellt hatte. Darin heißt es: „Durch eine so aufbe­reitete Publi­kation, die sich kritisch mit dem Text ausein­an­der­setzt, würden nicht nur der Mythos, der sich um das Buch entwi­ckelt hat, und der Reiz des Verbo­tenen aufge­hoben werden, sondern es würde zudem viel schwerer fallen, den Text propa­gan­dis­tisch zur Verherr­li­chung der NS-Zeit zu nutzen.“

Disku­tiert wurde im Januar auch der Einsatz einer kriti­schen Edition in Schulen. Dafür einge­setzt hatten sich neben etwa Bundes­bil­dungs­mi­nis­terin Johanna Wanka auch Philo­logen-Verbände.

Generelle Kritik an dem Projekt einer Neufassung von Hitlers Hetzschrift kam Medien­be­richten zu Folge von einer Initiative Shoah-Überle­bender. Auch Charlotte Knobloch, Vorsit­zende der Israe­li­ti­schen Kultus­ge­meinde München und Oberbayern, hatte sich gegen die kommen­tierte Neufassung des IfZ ausge­sprochen. 

Staats­anwalt Bamberg ermittelt wegen geplanten unkom­men­tierten Nachdrucks von „Mein Kampf"

Wegen eines geplanten unkom­men­tierten Nachdrucks von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ hat die Staats­an­walt­schaft Bamberg im Mai Ermitt­lungen einge­leitet. „Es wird geprüft, ob wir Anklage erheben können“, sagte ein Sprecher der Behörde am Mittwoch bestätigte damit Medien­be­richte. Gegen wie viele Personen ermittelt wird, wollte der Sprecher nicht sagten - und ebenso wenig, ob es sich um Rechts­ex­treme handelt.

Im Internet wirbt der Leipziger Verlag „Der Schelm“ für die Ausgabe als „unveränderter Nachdruck der im Zentral­verlag der NSDAP (...) erschie­nenen Auflage" von 1943. Der Verlag stellt sich nach eigenen Angaben damit gegen die kritische Edition des Texts, die das Institut für Zeitge­schichte (IfZ) in München Anfang 2016 auf den Markt gebracht hatte. Der Eigentümer des Verlags, Adrian Preißinger, bestätigte, er wolle das Buch im Sommer heraus­bringen. In welcher Auflage und wo es gedruckt werden soll, wollte er nicht sagen. Er könne über Bestel­lungen nicht klagen.

Preißinger war Ende 2002 vom Dresdner Landge­richt wegen des Vertriebs rechts­ex­tre­mis­ti­scher Drucker­zeug­nisse und Musik zu drei Jahren Freiheits­s­trafe verur­teilt worden.

Themen
Antisemitismus Rassismus Urheberschaft Volksverhetzung

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