Der Berliner „Martin G.“ hat es in den vergangenen Tagen zu weltweiter Berühmtheit gebracht. Vom britischen „Daily Mirror“ bis zu „Fox News“ in den USA berichteten hunderte Medien weltweit über ihn – in Deutschland schaffte er es bis in die Hauptnachrichten und in große Tageszeitungen.
„Martin G.“ versteigert derzeit halbierte Gegenstände auf ebay – vom Opel Corsa bis zum Teddybär. Damit dokumentierte er einen vermeintlichen schmutzigen Scheidungsstreit mit seiner Ex-Frau. Diese hatte ihn angeblich verlassen und die Hälfte des gemeinsamen Besitzes gleich mitgenommen. Die Geschichte traf international einen Nerv. Allein das unter die Auktionen gepostete Video, in dem „Martin G.“ das wütende Zerteilen der Gegenstände dokumentiert, verzeichnet auf YouTube mittlerweile mehr als 3,5 Millionen Aufrufe.
Einzelne Medien und Blogs hatten in den vergangenen Tagen schon spekuliert, die Geschichte sei zu gut, um wahr zu sein. Sie hatten Recht. Wir haben uns die Geschichte von „Martin G.“ ausgedacht und selbst zur Stichsäge gegriffen.
Martin G. zeigt, wie wichtig Eheverträge sind
Warum wir geschnippelt haben? Martin G. mag nicht echt sein, in Deutschland gibt es aber jedes Jahr ein Vielzahl von ganz realen Scheidungen, die so ablaufen, wie Martin es schildert – oder viel schlimmer. Denn zu wenige Ehepaare sind rechtlich auf eine Trennung vorbereitet, zum Beispiel mit einem Ehevertrag. Bei einer Scheidung gibt es dann nicht selten einen Rosenkrieg, unter dem nicht nur Möbelstücke oder Autos leiden, sondern vor allem die Betroffenen selbst und ihre Kinder.
Genau auf dieses ernste Thema wollten wir als Rechtsportal der Deutschen Anwaltschaft auf humorvolle Weise aufmerksam machen – mit einer kleinen, viralen Aktion: 16 ebay-Auktionen und ein Video bei YouTube. Wir hatten uns davon erhofft, vor allem auch junge Menschen anzusprechen. Die streitenden Ehepaare von morgen eben.
Ebay-Versteigerung zu Martin G.: Gewinne wurden gespendet
Wir hätten niemals damit gerechnet, dass diese Aktion Millionen von Menschen weltweit erreicht, dass sich von China bis Kalifornien Fernsehsender über die lustigen Artikelbeschreibungen von „Martin G.“ amüsieren würden, und dass uns unzählige Nachrichten aus der ganzen Welt erreichen.
Wir sind überwältig von der Resonanz, die unsere Aktion erhalten hat, und freuen uns sehr, dass unsere Botschaft es um die Welt geschafft hat
Bei allen, die wir dafür ein wenig auf den Arm genommen haben, möchten wir uns entschuldigen. Wir hoffen, sie fühlten sich zumindest gut unterhalten.
Aktualisierung: Selbstverständlich gibt es die „halben Sachen“ wirklich und einge wurden tatsächlich auch ersteigert. Insgesamt sind dabei 2000 Euro zusammengekommen, die wir nach einer Facebook-Abstimmung nun an das Frauenhaus Cocon in Berlin gespendet haben.
Ihr Team der Anwaltauskunft
- Datum
- Aktualisiert am
- 12.08.2015
- Autor
- red