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Kleingedrucktes

Putzhilfe über Online-Anbieter: Eine saubere Sache?

Feudeln, wedeln, wischen - zahlreiche Anbieter vermitteln online Putzfrauen und Putzmänner an private Haushalte. Verbraucher sollten sich die AGB gut anschauen. © Quelle: DAV

In unserer Kolumne Klein­ge­drucktes schreiben wir in loser Folge über kuriose oder ärgerliche Klauseln in den Allge­meinen Geschäftsbe­din­gungen von Verträgen. Dieses Mal: Sie suchen eine Reini­gungs­kraft? Zahlreiche Online-Platt­formen vermitteln Putzfrauen und Putzmänner an private Haushalte und locken Verbraucher mit der Aussicht auf blitz­saubere Wohnungen. Aber Verbraucher sollten bei diesen Platt­formen aufpassen, denn ihr Klein­ge­drucktes hält so manchen recht­lichen Fallstrick bereit.

Über Hausarbeit rümpfen moderne Menschen häufig die Nase und sehen darin kaum mehr als vergeudete Lebenszeit. Deshalb engagieren sie gern eine Putzfrau oder einen Putzmann, damit diese oder dieser ihre Wohnung auf Trab und zum Glänzen bringt. Aber leider erfüllen sich die Wünsche nach einem sauberen Zuhause nicht immer, wie Verbrau­cherschützer vor kurzem heraus­ge­funden haben.

Sie testeten fünf kommer­zielle Anbieter, die online Reini­gungskräfte für private Haushalte vermitteln. Dabei kam heraus, dass die von den Anbietern vermit­telten Putzhilfen längst nicht so gut feudeln, wedeln und wischen, wie es die Werbung dieser Platt­formen glauben machen will. Nur vier von zehn Wohnungen waren nach dem Einsatz der Reini­gungskräfte wirklich sauber.

Verant­wortlich für das mangel­hafte Sauber­machen der Putzhilfen, die sie vermitteln, fühlen sich die Online-Platt­formen aller­dings nicht. Im Gegenteil schließen sie in ihren Allge­meinen Geschäftsbe­din­gungen (AGB) ausdrücklich eine Garantie für eine ordent­liche Dienst­leistung aus. Solche Klauseln machen es den um eine saubere Wohnung geprellten Kunden nur begrenzt möglich, den schlechten Service zu rekla­mieren.

Probleme wegen Schwarz­arbeit?

Aber das Ende der juris­ti­schen Fahnen­stange ist in Sachen AGB bei Online-Platt­formen für Putzhilfen noch nicht erreicht: So fordert zum Beispiel ein Anbieter in seinen AGB die Kunden auf, die Ausweise und Zeugnisse der Reini­gungs­kraft, die in die Wohnung oder ins Haus kommt, selbst zu überprüfen.

Beim Thema Dokumente geben alle Anbieter an, die Zeugnisse oder Arbeits­ge­neh­mi­gungen der Putzhilfen höchstens stich­pro­ben­artig zu kontrol­lieren. Wenig vertrau­en­s­er­we­ckend ist auch die wohl fürsorglich gemeinte Warnung eines der Anbieter, der in seinem Klein­ge­druckten darauf hinweist, Kunden könnten juris­tische Probleme wegen Schwarz­arbeit bekommen.

Dazu muss man wissen: Eine über diese Platt­formen vermit­telte Reini­gungs­kraft ist nicht dort beschäftigt, sondern selbstständig tätig. Mit ihr  schließt der Verbraucher den Vertrag ab. Als Selbstständige sollte die Putzkraft über einen Gewer­be­schein verfügen.

Um ganz sicher zu gehen, dass das wirklich so ist, sollte man sich bei der Deutschen Rentenversicherung nach dem sozialrechtlichen Status der Putzkraft erkundigen und sich bestätigen lassen, dass diese selbstständig arbeitet. So vermeiden Kunden, in eine rechtliche Falle zu tappen, und womöglich nachträglich Sozialabgaben für die Reinigungskraft zahlen zu müssen.

Ganz offen­sichtlich halten sich kommer­zielle Online-Platt­formen einige recht­liche Hintertürchen offen und wälzen über ihr Klein­ge­drucktes viel Verant­wortung auf die Kunden ab. Eine saubere Sache ist das nicht.

Themen
Dienstleistungen Kleingedrucktes Rentenversicherung Schwarzarbeit Verbraucher

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