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Echt Recht?

Inwieweit müssen Ärzte übers Impfen aufklären?

In unserer Serie "Echt Recht?!" beantwortet Rechtsanwalt Swen Walentowski Ihre Fragen. © Quelle: DAV

Spritzen im kleinen Arm des eigenen Kindes verun­si­chern Eltern. Da tut Aufklärung Not. Inwiefern Ärzte über jede Impfung infor­mieren müssen: Rechts­anwalt Swen Walen­towski hat sich für unsere Leserin Katharina G. die Rechtslage angeschaut.

Liebe Katharina G.,

ja, das hätte er. Ein Arzt muss seine Patienten vor jeder Impfung aufklären – so wie bei jeder anderen Behandlung auch.

Der Patient sollte nach dem Gespräch über Vorteile und Risiken der Impfung im Bilde sein. Es genügt übrigens nicht, dass der behandelnde Arzt Ihnen eine Broschüre an die Hand gibt. Kein Patient ist zum Selbststudium verpflichtet. Die Aufklärung muss immer mündlich erfolgen.

Wenn die Entscheidung nicht akut drängt, würde ich immer anraten, einen Termin für ein Vorab-Gespräch zu verein­baren. Das wäre dann aller­dings ein geson­dertes Beratungs­gespräch und würde unabhängig von der Risiko­aufklärung geführt.

Worüber der Arzt vor dem Impfen genau aufklären muss

Grund­legend für die Risiko­aufklärung vor dem Impfen sind die Empfeh­lungen der Bundesärztekammer und der Ständigen Impfkom­mission (Stiko). Die sehen diese Pflichten zur Aufklärung vor:

Der Arzt muss erstens über den Nutzen der Impfung und zweitens über die zu verhütende Krankheit infor­mieren. Außerdem sollte er drittens auf Neben­wir­kungen und Kompli­ka­tionen hinweisen und viertens hinter­fragen, inwieweit der Impfung Unverträglich­keiten oder andere Kontrain­di­ka­tionen entge­gen­stehen. Darüber hinaus müssen Ärzte fünftens über die Durchführung sowie sechstens über Dauer und Beginn der Schutz­impfung aufklären.

Warum Ihr Arzt sich quittieren lässt, dass er Sie aufgeklärt hat

Vielleicht wird der Arzt Sie vor oder nach der Impfung bitten, mit einer Unter­schrift zu bestätigen, dass er Sie aufgeklärt hat. Damit würde er sich vor einer Unter­las­sungs­klage schützen.

Würde er Sie nämlich nicht aufklären und entstünde Ihnen dann daraus ein Schaden, könnten Sie den Arzt in Regress nehmen. Das passiert in der Praxis übrigens häufiger, wenn der Arzt nicht geimpft hat und sein Patient danach an etwas erkrankt, gegen das er geimpft hätte werden wollen.

Mit besten Grüßen,

Ihr Swen Walen­towski

Themen
Arzt Schadensersatz

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