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Vandalismus

Auto ausge­brannt und Scheibe einge­schlagen: Wer zahlt bei Vanda­lismus?

Ob Demo oder Fußballspiel - bei Großveranstaltungen kann einiger Schaden angerichtet werden. © Quelle: MacXever/gettyimages.de

Besonders in Großstädten wie Berlin oder Hamburg werden immer wieder Autos beschädigt oder in Brand gesteckt. Die Deutsche Anwaltaus­kunft erklärt, wann bei Fällen von Vanda­lismus welche Versi­cherung einspringt und wie Betroffene für eine angemessene Entschädigung sorgen können.

In der Regel gilt: Wer etwas beschädigt, muss für den Schaden aufkommen. Wenn bei Ausschreitungen rund um eine Demonstration oder bei Krawallen Fenster zu Bruch gehen oder Autos brennen, kann der Verantwortliche allerdings meist nicht ermittelt werden. In manchen Fällen springt die Versicherung des Opfers ein.

Auto abgebrannt: Vollkas­ko­ver­si­cherung zahlt

Ob ein Autobesitzer auf dem Schaden sitzen bleibt, wenn sein Auto bei Ausschreitungen oder Krawallen angezündet wird, kommt auf seinen Versicherungsschutz an. „Eine Vollkaskoversicherung deckt Schäden aus Vandalismus ab“, sagt Dr. Daniela Mielchen, Rechtsanwältin für Verkehrsrecht und Mitglied im geschäftsführenden Ausschuss der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). Die Versicherung zahle dem Eigentümer dann den Wiederbeschaffungswert des Wagens.

Eine Teilkas­ko­ver­si­cherung hingegen deckt zwar grundsätzlich Brandschäden ab, aller­dings nicht solche, die durch Vanda­lismus und Krawall entstanden sind. „Vanda­lis­musschäden sind in der Teilkas­ko­ver­si­cherung in der Regel ausge­schlossen“, warnt Rechts­anwalt Christian Janeczek, ebenfalls Mitglied der Arbeits­ge­mein­schaft Verkehrs­recht.

Auto sicher abstellen

Auch wer eine Vollkas­ko­ver­si­cherung abgeschlossen hat, sollte darauf achten, wo er sein Auto parkt. „Wenn man davon ausgehen kann, dass es in einem bestimmten Viertel zu Ausschrei­tungen kommt, sollte man das Auto lieber woanders abstellen“, rät die Rechtsanwältin aus Hamburg. Kommt es zu Schäden, könnte die Versi­cherung unter Umständen einwenden, dass dem Autobe­sitzer ein Mitver­schulden zugeschrieben werden kann.

Für Schäden an den Reifen – zum Beispiel wenn diese aufge­stochen werden – zahlt weder eine Voll- noch eine Teilkas­ko­ver­si­cherung. Wichtig ist ebenfalls: Wird das eigene Auto angezündet und greift der Brand auf ein anderes Auto über, muss die eigene Versi­cherung für die Schäden am anderen Auto nicht zahlen.

Fenster einge­schlagen: Glasver­si­cherung zahlt in der Regel

Einge­schlagene Fenster­scheiben sind ebenfalls häufig Folge von Vanda­lismus. Bei solchen Schäden zahlt die Wohngebäudever­si­cherung – voraus­ge­setzt, der Eigentümer hat eine Glasver­si­cherung abgeschlossen.

Krawall-Schäden: Was ist zu tun?

Wenn Sie bemerken, dass an Ihrem Haus oder Ihrem Auto Schäden durch Vanda­lismus entstanden sind, sollten Sie schnell aktiv werden. Infor­mieren Sie schnellstmöglich Ihre Versi­cherung und die Polizei. Rechts­anwalt Janeczek empfiehlt, Anzeige zu erstatten: „Betroffene können dann womöglich Ansprüche gegen den Täter geltend machen, falls dieser ermittelt wird.“

Wenn die Geschädigten identi­fi­ziert werden, zum Beispiel über die Nummer des abgebrannten Autos, würden sie infor­miert. „Dann ist es sinnvoll, einen Anwalt einzu­schalten, der wiederum Akten­ein­sicht beantragen kann“, erklärt der Dresdner Verkehrs­rechts­anwalt. Nur Anwälte dürften die Polizei­akten einsehen. Dadurch könne der Geschädigte die Daten des Täters ermitteln und zivil­rechtlich gegen ihn vorgehen. Das kann bedeuten, dass er Schadensersatz für das abgebrannte Auto zahlen muss.

Auto abgebrannt oder Fenster einge­schlagen und die Versi­cherung zahlt nicht - Anwälte helfen

Im Zuge von Ausschreitungen oder Krawallen wurde ihr Auto beschädigt oder sogar zerstört? Die Fensterscheiben von Ihrer Wohnung oder Ihrem Geschäft wurden eingeschlagen - und Sie streiten sich mit Ihrer Versicherung? Wenden Sie sich an einen Rechtsanwalt für Verkehrs- beziehungsweise Versicherungsrecht. Anwältinnen und Anwälte können Sie dazu beraten, welche Ansprüche Sie haben, und sich für Ihre Rechte einsetzen. Einen Ansprechpartner in Ihrer Nähe finden Sie in unserer Anwaltssuche.

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