Haustiere

Zum Weltkatzentag: Die Katze vor Gericht

Schon öfter haben Katze die Justiz beschäftigt.
Schon öfter haben Katze die Justiz beschäftigt.

Quelle: SHINYA SASAKI/Aflo/gettyimages.de

Katzen kommen an: Das zeigt allein ihre Präsenz in der Populärkultur. Man denke an bekannte Sprichwörter wie „sich vertragen wie Hund und Katze“, „Wenn die Katze aus dem Haus ist…“ oder „die Katze im Sack kaufen“. Abseits vom Sprachlichen gibt es bekannte Figuren wie Garfield oder, ganz aktuell, die missmutige Grumpy Cat, die es zum Star bei Youtube und in anderen sozialen Medien geschafft hat. Allein ihr impertinenter Blick begeistert Millionen Menschen. Zur medialen Heldin schaffte es diesen Mai auch die US-Katze Tara, die sich todesmutig einem Hund entgegen stellte und damit ein Kind vor dessen Bissen rettete.  

Ja, so sind Katzen: mutig, intelligent, zu allem entschlossen, aber auch selbstgenügsam. Gerade letztere Eigenschaft erklärt, warum in Deutschlands Wohnungen häufiger Katzen leben als etwa Hunde. 2012 waren in bundesrepublikanischen Wohnungen und Gärten mehr als 12 Millionen Katzen heimisch, aber "nur" 7,4 Millionen Hunde.

Darf Vermieter Katzen in der Wohnung verbieten?

Doch Katzen sind nicht nur beliebt, sondern haben auch ihre Kritiker. Und diese scheuen sich nicht, ab und an gegen die eleganten Tiere und ihre Besitzer vor Gericht zu ziehen. Zum Streit führt dabei häufig zum Beispiel die Frage, ob Vermieter Mietern verbieten dürfen, Katzen überhaupt in der Wohnung zu halten. Diese Frage haben die Richter am Bundesgerichtshof in Karlsruhe zum Glück aber inzwischen geklärt. Im März 2013 entschieden sie, dass Vermieter Mietern nicht grundsätzlich verbieten dürfen, Haustiere wie Hunde und Katzen zu halten. Man müsse die Interessen im Einzelfall abwägen, befanden die Richter. Klauseln in Mietverträgen, die diese Tiere generell verbieten, seien unwirksam (AZ: VIII ZR 168/12).

Wer haftet für die Katze?

Man sagt, Katzen seien eigensinnig und täten nur das, was sie wollten. Das mag stimmen, jedenfalls schärfen sie zum Beispiel gern dort ihre Krallen, wo sie es nicht sollen, an Tapeten oder Sesseln zum Beispiel. Auch nutzen sie zum Strullern nicht immer das Katzenklo. Für den Eigensinn ihres Lieblings müssen Katzenbesitzer manchmal selbst zahlen. Denn die private Haftpflichtversicherung kommt nicht für alle Haustier-Schäden auf, wie das Saarländische Oberlandesgericht geurteilt hat (AZ: 5 W 72/13).

Kein ständiger Besuch der Nachbarskatze

Für Ärger kann nicht nur sorgen, wenn Katzen irgendwohin machen und man dafür zahlen muss. Nein, auch ihr manchmal großer Aktionsradius kann Zoff mit sich bringen. Das Potsdamer Landgericht hat zum Beispiel vor kurzem über folgenden Fall verhandelt: Eine Katze lief ständig zu den Nachbarn in deren Erdgeschosswohnung. Diese mochten die Besuche aber nicht und verlangten vom Vermieter, dagegen vorzugehen. Dieser weigerte sich und Justitia musste ran.

Die Potsdamer Richter entschieden: Der Vermieter müsse im Zweifel auf den Katzenbesitzer einwirken, um Belästigungen durch dessen Katze zu vermeiden. Zum vertragsgemäßen Gebrauch einer Wohnung gehöre es, dass Fenster und Terrassentüren geöffnet werden können. Wenn es dabei zu Belästigungen komme, könne der Mieter Unterlassung verlangen. Da der Wohnwert durch die häufigen Besuche der Katze für den Mieter eingeschränkt sei, sei außerdem eine Mietminderung zulässig (AZ: 26 C 492/13).

Katzen sind hartnäckig und belästigen manchmal, ja, aber nur ganz selten. Es lebe der Stubentiger!

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Petra Schaaff Sebastian Schmuck Matthias Nickel Henning Kahlert Oliver Roesner

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