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Ausländische Abschlüsse

Anerken­nungs­gesetz: Was sich verändert hat

Das Anerkennungsgesetz regelt, wie Migranten ihre beruflichen Qualifikationen anerkennen lassen können. © Quelle: GEK/ panthermedia.net

Billigjob statt Labor - gut ausge­bildete Migranten konnten früher oft nicht in ihrem Beruf arbeiten, weil ihre Berufs­abschlüsse in Deutschland nicht anerkannt waren. Das hat sich mit dem Anerken­nungs­gesetz der Bundes­re­gierung verändert.

Wer früher mit einem ausländischen Abschluss in Deutschland als Arzt prakti­zieren oder sich als Handwerker selbstständig machen wollte, hatte es schwer. Denn nur selten erkannten deutsche Behörden im Ausland erworbene beruf­liche Quali­fi­ka­tionen an. Doch selbst wenn etwa ein türkischer Migrant in der Bundes­re­publik Medizin studiert hatte, konnte er hier nicht prakti­zieren -  seine Staats­angehörigkeit schloss eine Appro­bation aus. Diese Rechtslage zwang viele Migranten dazu, auf Jobs weit unter ihrer Bildung tätig zu sein.

Das aber hat sich 2012 mit dem Anerkennungsgesetz geändert, oder, wie es offiziell etwas sperrig heißt: „Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen". Das Gesetz erleichtert die Anerkennung von Berufsabschlüssen, die Migranten in Ländern außerhalb der Europäischen Union erworben haben, und erlaubt ihnen, hier zu arbeiten.

Nach Angaben des Statis­ti­schen Bundes­amtes haben die Stellen, die für die Anerkennung ausländischer Quali­fi­ka­tionen zuständig sind, 2013 bundesweit 16.695 Anerken­nungs­ver­fahren bearbeitet und dabei fast 12.000 Abschlüsse als gleich­wertig oder eingeschränkt gleich­wertig mit einer deutschen Ausbildung anerkannt.

Infor­ma­tionen zur Anerkennung von Abschlüssen

Die Webseite www.anerkennung-in-deutschland.de bietet Informationen auf Deutsch und Englisch rund um das Anerkennungsverfahren. Hier können sich Interessierte zum Beispiel darüber informieren, welche Unterlagen sie brauchen und welche Stellen in Bund oder Ländern für sie zuständig sind. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hat eine Hotline geschaltet, vor Ort gibt es Beratungsstellen.

Wie können EU-Bürger ihre Berufs­abschlüsse anerkennen lassen?

Im Gegensatz zu Migranten aus Ländern außerhalb der EU haben Unionbürger bereits seit 2007 einen recht­lichen Anspruch darauf, dass ihre beruf­lichen Quali­fi­ka­tionen geprüft und mit deutschen Abschlüssen verglichen werden. Solche Verfahren müssen EU-Bürger aber nur für bestimmte Berufe durch­laufen. Ausbil­dungen wie die zur Hebamme etwa, zum Kranken­pfleger, oder ein Archi­tek­tur­studium erkennt jedes Land in der EU wegen der von Brüssel erlas­senen Berufs­an­er­ken­nungs­richt­linie automa­tisch an.

Rechts­an­spruch auch für Nicht-EU-Bürger

Den Unionsbürgern gleichgestellt sind seit dem Anerkennungsgesetz Migranten aus Ländern außerhalb der EU, den sogenannten Drittstaaten. Auch diese Migranten haben nun einen rechtlichen Anspruch darauf, dass die hiesigen Behörden ihre beruflichen Qualifikationen prüfen. Insgesamt dauert solch eine Anerkennungsverfahren drei Monate und endet im Idealfall damit, dass die Qualifikation als gleichwertig mit einem deutschen Abschluss eingestuft wird. Damit steht der Berufsausübung dann nichts mehr entgegen.

Anerkennung regle­men­tierter Berufe

Das Anerkennungsgesetz greift nur bei bestimmten reglementierten Berufen und auch nur bei denen, deren Ausbildungsstandards der Bund definiert. Die Standards von Berufen wie Lehrer, Ingenieur oder Erzieher regeln die Bundesländer und daher sind sie auch dafür zuständig, die beruflichen Qualifikationen in diesen Berufen zu prüfen und anzuerkennen. Inzwischen haben alle Länder eigene Anerkennungsgesetze erlassen.

Kosten der Anerkennung von Berufs­abschlüssen

Die Antrag­steller müssen die Kosten des Verfahrens aus eigener Tasche zahlen, was teuer werden kann. Denn sie müssen manchmal ihre Zeugnisse und andere Unter­lagen übersetzen und beglau­bigen lassen oder sich weiter­bilden. Das ist zum Beispiel dann nötig, wenn Quali­fi­ka­tionen nur teilweise anerkannt werden. Dann müssen Migranten ihr Fachwissen komplet­tieren, bis es hier geltenden Standards entspricht, und dürfen den angestrebten Beruf erst dann ausüben. Bei Arbeits­su­chenden übernehmen die Kosten manchmal die Bunde­s­agentur für Arbeit oder das Jobcenter.

Anerkennung von Berufs­abschlüssen vom Ausland aus?

Migranten können die Anerkennung ihrer Abschlüsse auch aus dem Ausland betreiben. Allerdings rät das Bundesbildungsministerium, vorher zu klären, ob sie überhaupt nach Deutschland einreisen und hier arbeiten dürfen. Dabei bietet der Migrationscheck der Bundesagentur für Arbeit eine erste Hilfe. Gute Chancen auf eine Einreise und einen Arbeitsplatz in Deutschland haben hochqualifizierte Migranten und solche, die in Deutschland gefragte Berufe haben.

Sie haben Fragen zur Anerkennung Ihrer Berufsabschlüsse? Hier finden Sie Expertinnen und Experten in Ihrer Nähe.

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