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Honorare

Was kostet die Kunst?

Das gute Gefühl eines Konzertabends kann für die Musiker auch schnell wieder verfliegen. © Quelle: whitestone/ panthermedia.net

Hat eine Musikergruppe mit ihrer Agentur keine klare Vereinbarung über die Gage getroffen, muss sie nachweisen, dass mehr vereinbart war, als ihnen gezahlt wurde. Sonst hat sie das Nachsehen.

Dinner-Shows sind beliebt: Gut essen, Musik hören und sich unterhalten lassen – das klingt für viele verführerisch und nach einem tollen Abend – wenn man nicht gerade einer der Musiker ist, der für das Entertainment sorgen muss. In einem konkreten Fall meinte nämlich eine Musikergruppe, die bei einer solchen Dinnershow auftrat, ihre Agentur habe zu wenig Gage für die Auftritte bezahlt.

Das Problem dabei: Zwischen der Gruppe und ihrer Agentur existierte nur ein mündlicher Vertrag. Einig war man sich nur darüber, dass sich das Honorar der Musiker nach den verkauften Eintrittskarten und ihrem Preis bestimmen sollte. Über alles anere gab es Streit.

Mehr Geld von der Agentur

Die Musiker meinten, die Einnahmen pro Eintrittskarte seien höher als von der Agentur behauptet und forderten 75 Prozent davon. Sie klagten daher vor dem Landgericht Coburg und forderten knapp 10.000 Euro von der Agentur. Diese wehrte sich mit dem Argument, sie sei nicht nur Agent der Musiker, sondern auch Veranstalter der Dinner-Shows gewesen. Nach den bisherigen Absprachen habe sie einen gewissen Betrag pro Gast an jeden der Musiker bezahlt, was die Musiker in der Vergangenheit auch akzeptiert hätten.

Aussagen mit Widersprüchen

Die Klage der Musiker war erfolglos, denn die Richter fanden die Aussagen der Musiker über die angebliche Vergütungsvereinbarung widersprüchlich; sie hätten sie im Übrigen nicht beweisen können.

Die Richter glaubten der angeklagten Agentur, nicht nur die Agentur der Musiker zu sein, sondern auch Veranstalter der Dinner-Shows. Und damit habe sich die Agentur um die ganze Organisation gekümmert. Für die Richter war es daher nicht sehr überzeugend, dass den Klägern 75 Prozent des sogenannten Künstleranteils der Kartenverkaufspreise zustehen sollten - vor allem, weil die Agentur für die Musiker auch noch die Beiträge für die Künstlersozialversicherung bezahlt hatte. Daher, so schlossen die Richter, gebe es keinen Grund, warum die Musiker mehr erhalten sollten als die bisher ausgezahlte Gage (AZ: 172 C 3451/13).

Themen
Arbeitnehmer Schadensersatz Vertrag

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