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Unfaire Uni-Noten: Wann Studie­rende klagen können

Unfaire Uni-Noten: Was Studierende tun können, wenn sie sich ungerecht benotet fühlen.
© Quelle: Conger/ corbisimages.com

Viele Studie­rende wissen nicht, wie sie sich gegen vermeintlich ungerechte Benotungen an der Universität wehren können. Eine Übersicht über die Möglich­keiten.

An die Regel­stu­di­enzeit gekop­pelte Auszahlung des Bafög, doppelte Abitur­jahrgänge, die nicht nur einen Studi­en­platz aussichts­loser machen, sondern auch den Leistungs­druck während der Unizeit erhöhen: Studie­rende werden aus verschie­denen Gründen dazu angehalten, ihr Studium schnell zu beenden. Umso ärgerlicher, wenn – unberechtigt – schlechte Benotungen Zeit- und Geldpro­bleme machen.

Dagegen kann man sich wehren, auch wenn das mit einigen Schwie­rig­keiten verbunden ist. Denn Hochschul­recht ist Ländersache. Zudem unter­scheiden sich die Prüfungs­ord­nungen je nach Universität – und nochmals je nach Studi­enfach. Einheit­liche Empfeh­lungen sind demnach schwer abzugeben, zumal sich daraus ein schier undurch­schau­bares Gewirr aus Rechts­quellen, Verord­nungen und Satzungen ergibt. Hinzu kommt: Ab und an sind auch die Prüfer selber nicht mit allen Regularien vertraut.

Die Klage ist erst der zweite Schritt

Rechts­anwalt Wilhelm Achelpöhler ist Mitglied im Deutschen Anwalt­verein (DAV) und spezia­li­siert auf Hochschul­recht. Er kann aus vielen Jahren Berufs­praxis berichten: „In der Regel wenden sich Studie­rende erst dann an einen Anwalt, wenn es für sie um alles geht.“ Um eine mögliche Exmatri­ku­lation etwa. Eine Klage ist erst der zweite Schritt. Achelpöhler erklärt: „Zunächst kann Wider­spruch gegen eine Benotung eingelegt werden, formlos und direkt beim zuständigen Prüfungsamt.“ Darin kann Verschie­denes gerügt werden: Abwei­chende Zeitvor­gaben für die Bearbeitung der Klausur gegenüber der Prüfungs­ordnung oder fehler­hafte und unein­deutige Frage­stel­lungen.

Prinzi­piell lassen sich Verfah­rens­fehler bei Klausuren leichter nachweisen, als die Benotung einer Hausarbeit anzuzweifeln ist. Denn hier spielt der Bewer­tungs­spielraum des Prüfers eine größere Rolle. Und sollte es zu einer Klage und gar einer Verhandlung vor Gericht kommen, erkennen Gerichte diesen in der Regel an. Doch auch hier gibt es Möglich­keiten. Rechts­anwalt Achelpöhler: „Erfah­rungsgemäß kommt es immer wieder vor, dass ein Prüfer – wenn er erst einmal ein schlechtes Bild von einer Arbeit hat – alles Mögliche kriti­siert, auch ‚Geschmacks­fragen', die keine Rolle für die Bewertung spielen sollten.“

Eine konkrete Note kann nicht einge­klagt werden

Sollte die Eigenini­tiative nicht weiter­helfen, dann können Anwälte helfen. Dabei lässt sich zwar keine konkrete Note einklagen, eine Wieder­holung der Prüfung oder eine Neube­wertung aber durchaus.

Dass viele Studie­rende erst dann Rechts­hilfe suchen, wenn sie keine andere Lösung sehen und es gewis­sermaßen um ihre Existenz geht, hängt auch mit den Kosten zusammen. Das oben skizzierte Geflecht aus Ordnungen und Bestim­mungen sowie die in jedem Fall spezielle inhalt­liche Ausein­an­der­setzung mit dem jewei­ligen Thema, können mitunter einen erheb­lichen Aufwand für die Anwältin oder den Anwalt bedeuten. Wilhelm Achelpöhler empfiehlt dennoch, lieber frühzeitig zum Anwalt zu gehen. Auch im Wider­spruchs­ver­fahren zahle sich eine anwalt­liche Vertretung aus, da man so schon ‚Eindruck’ beim Prüfungsamt machen kann. Denn dort sitzen in der Regel keine Juristen.

Während eines Verfahrens gilt „aufschie­bende Wirkung“

Übrigens: Wenn gegen eine Benotung geklagt wird, die eigentlich die Fortführung des Studiums verhindert, hat ein Verfahren „aufschie­bende Wirkung“ – es kann also bis zu einer Entscheidung weiterhin studiert werden. Und so dem Kläger recht gegeben wird: natürlich auch darüber hinaus.

Themen
Ausbildung Universität
Datum
Autor
red
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