Gesundheit

Unfall beim Hochschulsport: Gesetzliche Unfallversicherung greift

Ein Unfall beim Fußball und Hochschulsport: Welche Versicherung kommt dafür auf?
Ein Unfall beim Fußball und Hochschulsport: Welche Versicherung kommt dafür auf?

Quelle: MakiEniphoto/gettyimages.de

Der Schutz der Unfallversicherung ist wichtig. Dies hat ein Student erfahren, der sich bei der Teilnahme an einem Fußballspiel in der so genannten Campusliga verletzt hat. Entgegen der Auffassung des Unfallversicherungsträgers stand er unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. So entschied das Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen am 27. Juli 2016 (AZ: L 3 U 56/15).

Student erleidet Unfall beim Hochschulsport: Welche Versicherung kommt dafür auf?

Der Fall: Der Unfallversicherungsträger verklagte die Krankenversicherung des Studierenden auf Erstattung von ca. 14.000 Euro für die Behandlung des jungen Mannes. Er habe nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung gestanden. Nach der Struktur des Fußballturniers habe der Wettkampfcharakter und nicht die Ausgleichsfunktion des Hochschulsports im Vordergrund gestanden.

Bereits das Sozialgericht Hannover hatte die Klage des Unfallversicherungsträgers abgewiesen, da der Studierende einen „Arbeitsunfall“ erlitten habe. Dem schloss sich das Landessozialgericht in Celle an.

Nach Auffassung der Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht des Deutschen Anwaltsvereins (DAV) zeigt der Fall deutlich, wie weit ein gesetzlicher Unfallversicherungsschutz geht. Auch wenn es hier um eine Klage der Unfallversicherung gegen eine Krankenversicherung geht, ist das Urteil bedeutsam. Im Zweifel hätte dann auch ein verletzter Studierender einen Anspruch gegen die gesetzliche Unfallversicherung. Nicht selten weigert diese sich, den Schutz zu gewähren. Ob ein Anspruch besteht, prüft eine Rechtsanwältin oder ein Rechtsanwalt für Sozialrecht. Mit ihm hat man auch eine Chance, den Anspruch durchzusetzen.

Urteil: Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung greift bei Unfall im Hochschulsport

Das Fußballspielen war hier bezogen auf das Studium. Hinsichtlich der heranzuziehenden Kriterien hat sich das Landessozialgericht auf die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts berufen. Das Fußballturnier der Campusliga diente
-    dem körperlichen Ausgleich
-    der sozialen Integration und damit auch
-    der Persönlichkeitsentwicklung.
Und:
-    Das Turnier stand in der organisatorischen Verantwortung der Hochschule, die Studierenden seien in der Ausgestaltung der Verrichtung nicht völlig frei gewesen.

Der Wettkampfcharakter steht einem Versicherungsschutz nicht entgegen. Sportarten, die – wie Fußball – von vornherein auf Wettkampf angelegt sind, sind nicht allein deshalb vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Auch diese Sportarten können dem Zweck des Ausgleichsports dienen. Es steht indessen nicht jegliche Beteiligung von Studierenden am Hochschulsport unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Entscheidend sei der Einzelfall, so die DAV-Sozialrechtsanwälte.

Andreas Milch Thomas Worm Christoph Kunz Sabine Fabian Carsten Wagener

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