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Geld anlegen

Vertrauen in den Berater ist gut, Kontrolle besser

Anlageberater dürfen nicht an ihren Kunden vorbei handeln © Quelle: www.corbisimages.com

Es könnte so schön sein. Der Dax knackt die 9000 Punkte, die Deutschen arbeiten emsig und verdienen viel. Nur sparen wollen sie nicht, zumindest nicht so viel wie es sich die Banken wünschen. Die Zinsen sind zu tief und dem Anlage­be­rater ist nicht zu trauen – meinen die Sparer und übersehen: An ihren Kunden vorbei handeln dürfen Anlage­be­rater nicht.

Sandra M. hat weder Bausparvertrag noch sorgt sie „riesternd“ für ihren Lebensabend vor, sie bezahlt auch keine Eigentumswohnung per Kredit ab. Ihr Chef würde ihr jeden Monat 30 Euro überweisen, wenn sie denn nur einen Weg finden würde, dieses Geld alternativ zum Bausparen oder einem Rentenvertrag als Vermögenswirksame Leistung einzubringen. Es bliebe ihr die Option, die 30 Euro in einen Investmentfonds zu stecken. Sich aber selbst für einen Fonds zu entscheiden, traut sich Sandra M. nicht zu. Also geht sie zu ihrer Hausbank, lässt sich beraten und nimmt das Beste an. Dass ihr Berater nicht nur ihre Interessen im Blick hat, ahnt sie nicht. Ihr Berater streicht eine Provision ein – von Sandra M., aber auch vom Emittenten des Investmentfonds.

Recht auf Trans­parenz

Überhört oder nicht genannt – dass ihr Berater auch vom Emittenten eine Provision erhält, hätte er klar heraus­stellen müssen. So könnte Sandra M. meinen, ihr Anlage­be­rater habe sie nicht unabhängig beraten. Der Bundes­ge­richtshof (BGH) gibt ihr Recht: Anlage­be­rater stehen in der Pflicht über Provi­sionen aufzuklären und viel mehr noch: Grundsätzlich sind sie angehalten, die Inter­essen ihrer Kunden zu verfolgen und dement­spre­chend neutral zu beraten (AZ: XI ZR 204/12).

Schadensersatz

der Ausgleich eines einge­tre­tenen SchadensVoraus­setzung für einen Anspruch auf Schadensersatz ist das Vorliegen einer Rechtsnorm, auf die der Geschädigte den Anspruch stützen kann (sonst trägt jeder Schäden, die an seinen Rechtsgütern entstehen, selbst). Eine Schadenser­satz­pflicht kann sich aus der Verletzung von Pflichten im Rahmen eines …

Anspruch auf Schaden­ersatz

Mit dem Urteil des BGH sind die Chancen für Sparer gestiegen, Fehlin­ves­ti­tionen zum Guten zu drehen – sofern sie ihren Anlage­be­rater im Verdacht haben, nicht mit offenen Karten gespielt zu haben. Sandra M. könnte ihre Hausbank nach dem BGH-Urteil verklagen. Kann sie beweisen – zum Beispiel durch Lücken im Beratungs­pro­tokoll – dass ihr Anlage­be­rater sie nicht aufgeklärt hat, steht ihr sogar Schaden­ersatz zu.

Themen
Aktien Banken Geld Kapital Schadensersatz

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