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Versicherungsschutz

Unfälle durch brennende Kerzen und explo­die­rende Böller: Wer haftet?

Damit es keinen bösen Start ins neue Jahr gibt, sollten Sie beim Feuerwerk vorsichtig sein. © Quelle: Dieter/panthermedia.net

Weihnachten und Silvester sind nicht nur für die Feuer­wehren tradi­tionell die einsatz­reichsten Tage im Jahr. Auch Versi­che­rungen sind mit den Folgen von unachtsam aufgehängten Weihnachts­schmuck und leicht­sinnig abgefeu­ertem Feuerwerk ausführlich beschäftigt. Die Deutsche Anwaltaus­kunft beant­wortet die wichtigsten Fragen rund um den Versi­che­rungs­schutz für Feiertage und Neujahr.

Weihnachtsdeko an Balkon und Fassade: Wer haftet bei Schaden?

Was die eigenen vier Wände betrifft, sind der Lust an übermäßiger Weihnachtsdekoration keine rechtlichen Grenzen gesetzt. Es sollte allerdings darauf geachtet werden, dass keine Fluchtwege verbaut werden. Adventskränze an der Wohnungstür sind übrigens ebenso erlaubt wie das Dekorieren von Fenstern. Rechtsanwalt Swen Walentowski, Sprecher der Deutschen Anwaltauskunft merkt allerdings an: „An der Wohnungstür endet auch das freie Gestaltungsrecht der Mieter. Dekorationen im Treppenhaus müssen Nachbarn nicht akzeptieren und dürfen ein Entfernen verlangen.“ Relevant ist dies auch für die Versicherung: Wer in Treppenhaus oder Flur Dekoration anbringt, die zur Stolperfalle werden kann, haftet im Fall eines Unfalls.

Auch bei Dekoration an Balkon oder Fassade steht der Dekorie­rende in der Verant­wortung. Er muss alles sicher befes­tigen. Fällt etwas herunter und etwas wird beschädigt oder jemand verletzt, haftet er. Wird dabei Fahrlässigkeit nachge­wiesen, kann das sogar zum – ganzen oder teilweisen - Verlust des Versi­che­rungs­schutzes führen.

Schäden durch brennende Weihnachts­de­ko­ration: Wie steht es um den Versi­che­rungs­schutz?

Echte Kerzen statt Lichterkette sorgen zwar einerseits für romantischere Stimmung, andererseits allerdings auch für ein deutlich höheres Brandrisiko. Dabei ist nicht unbedingt gesagt, dass die Versicherung für die Folgen eines Brandes aufkommt. Entscheidend ist der Umgang des Versicherungsnehmers mit der brennenden Weihnachtsdekoration. Anwalt Swen Walentowski weiß: „Lässt sich ein fahrlässiges Verhalten nachweisen, ist ein Brandschaden meistens nicht vom Versicherungsschutz umfasst. Dies wird im Zweifelsfall vor Gericht im Einzelfall entschieden, welches nach etlichen Faktoren bewertet.“

Wer eine Kerze in einem Wohnraum länger als 15 Minuten Aufsicht brennen lässt, handelt einer Gerichtsentscheidung (AG Neunkirchen, AZ: 5 C 1280/95) zufolge grob fahrlässig. Wer allerdings nur für einen kurzen Augenblick, etwa für einen Toilettenbesuch, den Raum mit einer brennenden Kerze verlässt, dem wird sehr wahrscheinlich keine Fahrlässigkeit angelastet (LG Hof, AZ 13 O 471/99 und LG Nürnberg-Fürth, AZ 7 S 4333/01). Wird keine Fahrlässigkeit nachgewiesen, reguliert die Hausratsversicherung den Brandschaden.

Welche Versi­cherung haftet bei Schäden durch Böller?

Kann man bei einem Schaden durch einen Feuerwerkskörper nachweisen, dass weder Vorsatz, noch grobe Fahrlässigkeit vorliegen, haftet die private Haftpflichtversicherung. Das gilt auch für Schäden, die eigene Feuerwerkskörper an fremden Kraftfahrzeugen verursachen. Entsteht ein Schaden am eigenen Haus und der Urheber ist nicht zu ermitteln, greift die Wohngebäudeversicherung. Es empfiehlt sich für Familien, eine Haftpflichtversicherung abzuschließen, die auch die gesamte Familie umfasst. Im Fall von Personenschäden kommt die Haftpflichtversicherung sowohl für Operations- und Krankenhauskosten, als auch für Folgekosten wie Reha-Behandlungen auf. Die private Unfallversicherung kommt dann ins Spiel, wenn ein Silvesterunfall zu Invalidität beim Versicherungsnehmer führt.

Was kann beim Einsatz von Böllern und Feuerwerk zum Verlust des Versi­che­rungs­schutzes führen?

Vor allem ein vorsätzliches oder grob fahrlässiges Verhalten im Umgang mit dem Feuerwerk, führt dazu, dass man selbst für den Schaden einstehen muss. Dann hilft keine Versi­cherung. Man sollte sich also der finan­zi­ellen Folgen bewusst sein. Bei bestimmten Böllern kann außerdem ein zulässiges Mindestalter vorge­schrieben werden, sie dürfen erst ab 18 Jahren gezündet werden. Wird sich daran nicht gehalten, ist der Versi­che­rungs­an­spruch unter Umständen ebenfalls verloren. Große Vorsicht ist außerdem bei illegalen Feuer­werkskörpern und Waren aus dem Ausland geboten. Schon der Kauf nicht zugelas­sener Böller ist strafbar. Entsteht bei einem Einsatz solcher Produkte ein Schaden, stehen die Chancen auf ein Bestehen des Versi­che­rungs­schutzes nicht besonders hoch.

„Wer unverantwortlich knallt, geht ein Risiko nicht nur für andere sondern auch für sich ein“, so der Experte der Deutschen Anwaltauskunft. Bei Problemen mit der Versicherung können versierte Anwälte dafür sorgen, dass Versicherungsnehmer ihre Ansprüche durchsetzen können und nicht bei größeren Zahlungen allein gelassen werden.

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Silvester Versicherung Weihnachten

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