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Schadens­re­gu­lierung

Die Versicherung zahlt nicht: Was tun?

Der Versicherte hat häufig die schwächere Verhandlungsposition. © Quelle: King/ corbisimages.com

Wenn ein Versiche­rungsfall eintritt, geht es oft um viel Geld. Nicht selten weigert sich die Versicherung dann, die volle Schadenshöhe zu regulieren oder lehnt die Zahlung komplett ab. Wie können Versicherte sich wehren?

Ob Krankheit, Unfall oder Naturka­ta­strophe: Es gibt kaum einen Schick­sals­schlag, gegen den man sich nicht finanziell absichern kann. Versiche­rungen vermitteln dabei das gute Gefühl, im Ernstfall nicht schutzlos dazustehen. Diese Sicherheit lassen sich die Deutschen einiges kosten: Rund eine halbe Milliarde aktive Versiche­rungs­verträge gibt es hierzulande.

Doch Versicherte können sich nicht immer darauf verlassen, dass ein Schaden im Fall der Fälle schnell und unkompliziert reguliert wird. Bei einer Umfrage, die Forsa im Auftrag der Arbeits­ge­mein­schaft Versiche­rungsrecht des Deutschen Anwalt­vereins unter mehr als 1000 spezia­li­sierten Anwältinnen und Anwälten durchführte, gaben 70 Prozent der Befragten an, dass sich das Regulie­rungs­ver­halten der Versicherer in den vergangenen 5 Jahren verschlechtert habe.

55 Prozent der befragten Anwälte bemängelten dabei unberechtigte Leistungs­kür­zungen und –zurück­wei­sungen. Das heißt: In vielen Fälle zahlen die Versicherer weniger als sie eigentlich müssten – oder gar nichts.

Häufig Probleme bei Personen­ver­si­che­rungen

Je höher die Summen sind, um die es geht, desto häufiger stellen die Versicherer sich quer. „Vor allem bei Personen­ver­si­che­rungen gibt es sehr häufig Probleme“, sagt Rechts­anwalt Arno Schubach von der Arbeits­ge­mein­schaft Versiche­rungsrecht im Deutschen Anwalt­verein (DAV). Dazu zählen zum Beispiel Unfall- und Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­che­rungen. „Tritt hier ein Leistungsfall ein, müssen die Versicherer oft jahrzehn­telang zahlen“, so Schubach. Auch Hausrats- und Gebäude­ver­si­che­rungen könnten für den Versicherer im Schadensfall sehr teuer werden.

Es verwundert deshalb kaum, dass Versicherte in solchen Fällen häufig nach einer langen Prüfung einen negativen Bescheid von ihrer Versicherung erhalten, in dem die Zahlung ganz oder teilweise abgelehnt wird. Ob die Ablehnung gerecht­fertigt ist, lässt sich für Versicherte ohne besondere Fachkenntnisse oft kaum nachzu­voll­ziehen.

Wie Versicherte sich wehren können

Doch was kann man tun, wenn die Versicherung nicht zahlt und man selbst überzeugt ist, im Recht zu sein? „Zunächst ist es wichtig, dass man sich vom Versicherer nicht unter Druck setzen lässt und auch nicht voreilig zustimmt, wenn dieser eine niedrigere Schadenshöhe vorschlägt“, sagt Rechts­anwalt Schubach.

Versicherte sollten zunächst per Einschreiben klar machen, dass Sie mit der Entscheidung der Versicherung nicht einver­standen sind und die volle Regulierung verlangen. Hilft das nicht, haben Versicherte die Möglichkeit, sich an den Ombudsmann für Versiche­rungen zu wenden, der als Schlich­tungs­stelle fungiert.

„Gerade wenn es um hohe Summen geht, sollte man unbedingt einen Anwalt zu Rate ziehen“, sagt Arno Schubach vom DAV. Für Rechts­schutz­ver­si­cherte kann es auch schon beim Streit um eher geringe Summen sinnvoll sein, rechtliche Beratung in Anspruch zu nehmen – die Kosten hierfür werden in der Regel von der Rechts­schutz­ver­si­cherung übernommen.

Beim Vertrags­ab­schluss aufpassen

Wer Ärger im Schadensfall vermeiden möchte, sollte allerdings schon viel früher den ersten Schritt machen: Beim Vertrags­ab­schluss mit der Versicherung. Denn hier passieren die meisten Fehler, die später für den Versicherten teure Konsequenzen haben können.

„Man sollte sich unbedingt erklären lassen, was unter welchen Bedingungen versichert wird“, sagt Rechts­anwalt Arno Schubach. „Wer alleine nach dem billigsten Anbieter schaut, hat ein deutlich höheres Risiko, im Regulie­rungsfall Probleme zu bekommen.“ Gerade bei komplexen Versiche­rungen wie der Berufs­un­fä­hig­keits­ver­si­cherung kann es zudem sinnvoll sein, schon vor Abschluss des Vertrages rechtliche Beratung in Anspruch zu nehmen.

Sie haben rechtliche Fragen zu einem Versiche­rungs­vertrag? Hier finden Sie eine Anwältin oder einen Anwalt in Ihrer Nähe.

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pst
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