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Steuern sparen

Statt Gehaltserhöhung: Mehr Netto durch steuer­freie Extras

Eine Gehaltserhöhung bedeutet nicht immer einen höheren Bruttolohn: Auch steuerfreie Extras sind möglich, mit denen unterm Strich mehr Netto bleibt. © Quelle: Mueller/corbisimages.com

Eine Gehaltserhöhung ist eine gute Nachricht – aller­dings nicht immer nur für Arbeit­nehmer, sondern oft auch für das Finanzamt. Denn je höher das Brutto­gehalt, desto höher die Abgaben. Statt einem Gehaltsplus haben Arbeit­nehmer aber auch die Möglichkeit, von ihrem Chef steuer­freie Alter­na­tiven zu fordern: Arbeit­geber haben eine ganze Palette solcher Extras im Angebot, die Angestellten unterm Strich mehr Netto bescheren – sie müssen nur von diesem Anspruch wissen.

Wenn man mehr arbeitet, hat man nicht immer auch mehr Geld auf dem Konto. Das ist das unmoti­vie­rende Ergebnis einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschafts­for­schung, die die Bertelsmann-Stiftung in Auftrag gegeben hat. Steuern, Sozial­ab­gaben und Trans­fer­leis­tungen sorgen dafür, dass vor allem bei Gering­ver­dienern von einem höheren Brutto­gehalt nur wenig oder gar nichts übrig bleibt. Lesen hier, welche Möglich­keiten Sie haben, wenn Sie ein höheres Gehalt bekommen.

Nur wenige steuer­freie Alter­na­tiven zur Gehaltserhöhung

Das Einkommensteuergesetz (EstG) sieht vor, dass ein Großteil aller Leistungen des Arbeitgebers an seine Mitarbeiter besteuert wird. Im Umkehrschluss gibt es sehr wenige Zuwendungen des Arbeitgebers, auf die das nicht zutrifft. Mit diesen steuerfreien Alternativen zur Gehaltserhöhung haben Sie unterm Strich mehr Netto:

• Mehr Netto mit Trinkgeldern

Trink­gelder – wie man sie im Restaurant an den Kellner oder beim Friseur bezahlt – sind steuerfrei, solange sie von den Kunden oder Auftrag­gebern freiwillig gezahlt werden.

• Dienst­wagen statt Gehaltserhöhung

Dienstwägen sind von der Einkommensteuer befreit, vorausgesetzt, sie werden geschäftlich genutzt. Das gilt zum Beispiel für Fahrten zum Kunden – und für Fahrten zwischen dem eigenen Zuhause und der Arbeitsstelle. Sobald ein Dienstwagen aber privat genutzt wird, werden Steuern fällig. Die private Nutzung ist ein sogenannter geldwerter Vorteil und deshalb steuerpflichtig.

• Zuschuss zu Kinderbetreuungskosten

Auch die Kosten für eine Kita oder eine Tagesmutter können sich Angestellte von ihren Chefs bezuschussen lassen, ohne dass dafür Steuern anfallen. Allerdings darf der Zuschuss nicht schon vorab im Arbeitsvertrag geregelt worden sein. Würde der Kita-Beitrag nämlich als Klausel in den Einstellungsvertrag aufgenommen, müssten darauf Steuern abgeführt werden.

Wenn der Arbeit­geber den Zuschuss aller­dings freiwillig und über den Arbeits­vertrag und den ohnehin geschul­deten Lohn hinaus gewährt – zum Beispiel anstelle einer Gehaltserhöhung –, muss er nicht besteuert werden. Das gilt sowohl für die Nutzung von Betriebs­kindergärten als auch für die Unter­bringung der eigenen Kinder in einer externen Einrichtung. Am Ende des Monats bleibt für die Angestellten dann mehr Netto.

• Betriebs­rente: Zukunftsfähige Alter­native zur Gehaltserhöhung

Die Betriebs­rente gehört zu den sogenannten Zukunfts­si­che­rungs­leis­tungen des Arbeit­gebers. Wenn ein Arbeit­geber also zum Beispiel statt einer Gehaltserhöhung die Beiträge zur Riester-Rente übernimmt, können derartige Leistungen von der Steuer begünstigt sein – gänzlich von der Steuer befreit sind die meisten solcher Renten­zuschüsse aber nicht.

• Nachge­la­gerte Besteuerung: Mehr Netto durch Arbeits­zeit­konto

Eine Möglichkeit, langfristig Steuern zu sparen, bieten auch Überstunden. Statt sie abzufeiern oder auszahlen zu lassen, kann man den Arbeit­geber bitten, Überstunden in ein Arbeits­zeit­konto zu überführen. Der Lohn für diese gespei­cherten Stunden würde erst mit dem Renten­ein­tritt ausge­zahlt. Diesem Ansatz zugrunde liegt die Überlegung, dass sich der Steuersatz im Renten­alter insgesamt vermindert und von den aufge­scho­benen Stunden im Alter deshalb Netto mehr übrig bliebe als bei einer direkten Auszahlung.

• Perso­nal­ra­batte als Gehalterhöhung: Prüfen ist Trumpf

Perso­nal­ra­batte sind grundsätzlich zu versteuern, sobald sie in der Summe jährlich 1.080 Euro überschreiten. Wer also mit dem Angebot seines Chefs ein Schnäppchen zu machen hofft, sollte nochmal genauer hinschauen. Inklusive Steuer­auf­schlag bleibt vom Rabatt schnell nichts mehr übrig.

Obergrenze für steuer­freie Extras

Grundsätzlich ist die Höhe der steuer­freien Zuwen­dungen indivi­duell geregelt und abhängig von den jewei­ligen Steuer-Extras. Beispiele:

1. Gelegenheitsgeschenke oder kleine Aufmerksamkeiten wie etwa einen Blumenstrauß oder eine Flasche Champagner darf der Chef seinen Angestellten aus Anlass eines besonderen persönlichen Ereignisses – wie Hochzeit oder Geburtstag – in Höhe von bis zu 40 Euro im Jahr machen.

2. Für bestimmte Sachbezüge wie zum Beispiel Essen gilt ein monat­licher Freibetrag von 44 Euro.

Auch mehrere gestaf­felte Steuer­extras neben­ein­ander möglich

Einem Arbeitgeber steht es frei, seinen Angestellten auch mehrere steuerfreie Extras nebeneinander zu gestatten. “Er muss dann aber die einzelnen Bestandteile daraufhin überprüfen, ob sie steuerpflichtig sind, sagt Sabine Unkelbach-Tomczak. Die Rechtsanwältin ist Mitglied des geschäftsführenden Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft Steuerrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). Ein Betrieb müsse darauf achten, dass die einzelnen Extras in der Summe nicht über einen maximalen Betrag hinausgehen. Bei Personalrabatten darf die Summe der Steuervorteile wie oben schon angeführt den Freibetrag von 1.080 nicht überschreiten.

Soweit die steuerfreien Zuwendungen explizit im Gesetz aufgeführt sind, muss das Finanzamt sie auch anerkennen. So sind zum Beispiel einige steuerfreie Leistungen in § 3 EStG geregelt.

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