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Geldsegen

Muss man einen Lotto­gewinn versteuern?

Wo Geld ist, ist meist auch das Finanzamt. Lesen Sie hier, warum sich Lottogewinner darum nicht immer Sorgen machen müssen. © Quelle: BuenaVistaImages/gettyimages.de

Es ist unglaublich verlo­ckend: Auf einem Zettel ein paar Zahlen ankreuzen, einen kleinen Einsatz zahlen und mit etwas Glück Millionen Euro gewinnen. Finan­zielle Sorglo­sigkeit scheint nur ein paar Kreuze, eine kleine Sport­wette oder eine Fernsehshow entfernt. Doch wo Geld ist, ist meist auch das Finanzamt – das wissen alle, die schon einmal geerbt haben. Müssen Gewinn­spiel- und Lotto­ge­winne versteuert werden? Und wenn ja, wie hoch?

Die Journalistin Meike Winnemuth hat ihre Erfahrungen in einem Buch festgehalten: „Das große Los: Wie ich bei Günther Jauch eine halbe Million gewann und einfach losfuhr“ heißt es. Sie hat nach ihrem Gewinn bei der Fernseh-Quizshow ihre Koffer gepackt und eine Weltreise gemacht. Mit einer halben Million Euro kommt man schon recht weit. Fraglich ist, ob man solche Gewinne komplett nutzen kann, um zu reisen, ein Haus zu bauen oder ein Unternehmen zu kaufen, oder ob man sie versteuern muss.

Glück gehabt und Geld gewonnen? Keine Steuer­pflicht für Lotto­gewinn

Es mag etwas paradox klingen, aber gerade Einnahmen, die auf Glück oder Zufall zurückzuführen sind, muss man nicht versteuern. „Spielgewinne sind steuerfrei“, informiert Rechtsanwältin Sabine Unkelbach-Tomczak, Mitglied des Geschäftsführenden Ausschusses der Arbeitsgemeinschaft Steuerrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). Zu den Spielgewinnen zählten Wettgewinne und Gewinne aus Lotterien.

„Voraus­setzung dafür ist, dass kein Leistungs- und Gegen­leis­tungsverhältnis zwischen dem Spieler und demje­nigen besteht, der das Geld zahlt“, fügt die Rechtsanwältin aus Frankfurt hinzu.

Poker­turnier: Kein reines Glücksspiel

Wann die Gewinne steuerfrei sind, wird besonders dann deutlich, wenn man solche (Ausnahme-)Fälle betrachtet, in denen Spiel­ge­winne doch versteuert werden müssen. In einem dieser seltenen Fälle hat am 16. September 2015 der Bundes­fi­nanzhof (BFH) entschieden (AZ: X R 43/12). Es ging darum, ob und wie die Einnahmen aus einem Turnier­po­ker­spiel versteuert werden müssen.

Die Richter entschieden im zu beurteilenden Fall, dass die Preisgelder aus dem Turnier nicht als reine Gewinnspielgewinne gezählt werden konnten, sondern als Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu versteuern waren. Denn bei einem Pokerturnier in den Varianten „Texas Hold´em“ und „Omaha“ geht es den Richtern zufolge keineswegs nur um Zufall und Glück, es spielen auch Geschicklichkeit und Erfahrung eine Rolle.

 

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Geld Gewerbe Kapital Steuern

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