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Erbschaft

Wie man ein Testament handschriftlich verfasst

Welche Form einzuhalten ist, wenn ein Testament geschrieben werden soll und wann Ausnahmen davon gelten. © Quelle: DAV

Das eigenhändig aufgesetzte Testament ist die letzte Bastion der Handschrift. Wer sein Erbe eigenhändig verfassen will, kommt am Füllfederhalter nicht vorbei. Er muss es mit der Hand niederschreiben. Welche Form einzuhalten ist und wann Ausnahmen davon gelten.

Wer von der gesetzlichen Erbfolge abweichen will, kommt nicht umhin, sein Testament selbst aufzusetzen. Das Erbe muss dann eigenhändig geschrieben und unterschrieben sein. Würde ein Testament hingegen auf dem Computer oder gar einer Schreibmaschine getippt, wäre es unwirksam.

Welche Formvorgaben der Gesetzgeber vorsieht, lesen Sie im Folgenden. Welchen inhaltlichen Stolpersteinen Sie aus dem Weg gehen sollten, haben wir hingegen hier aufgeschrieben.

Datum und Unterschrift nicht vergessen

Ist das Testament vollständig verfasst, darf die Unterschrift nicht fehlen. Aus der sollte sowohl der Vorname als auch der Nachname lesbar hervorgehen. Umfasst der Nachlass mehrere Seiten, empfiehlt es sich, auf jeder dieser Seiten zu unterschreiben.

Auch das Datum ist wichtig – für den Fall, dass es mehrere Testamente gibt: Als gültig wird immer das jüngste befunden. Fehlt das Datum auf einem Testament, sind alle ungültig, weil nicht geklärt werden kann, welches zuletzt aufgesetzt wurde.

Ausnahme von der Pflicht zur Handschrift

Wer nicht in der Lage ist zu schreiben, weil er krank ist oder in einer Ausnahmesituation steckt – darf sein Testament auch vor Zeugen mündlich vortragen. Hier greift unter anderem das sogenannte Bürgermeistertestament. Wer sich in Lebensgefahr befindet und keinen Notar mehr aufsuchen kann, darf sein Vermächtnis vom Bürgermeister beurkunden lassen. In einer solchen Situation müssten zwei weitere Zeugen hinzugezogen werden. Die dürfen allerdings weder im Nachlass bedacht werden, noch das Testament vollstrecken.

Wenn auch der Bürgermeister nicht mehr hinzugezogen werden kann, darf ein Testament auch vor drei Zeugen vorgetragen werden, von denen keiner eine Amtsperson ist. Eine solche Situation sieht das deutsche Recht zum Beispiel vor, wenn jemand in einer abgesperrten Zone im Sterben liegt. Das gilt zum Beispiel auch für Reisende, die lebensbedrohlich verletzt auf hoher See festsitzen.

Welchem Zweck die Pflicht zum eigenhändig geschriebenen Testament dient

Die Richter am Oberlandesgericht Stuttgart haben es in einem Urteil so formuliert (Az: 8 W 387/14): Die Eigenhändigkeit soll bezwecken, den wirklichen Willen des Erblassers zur Geltung kommen zu lassen. Wer bei einem Testament angehalten sei, eine Form einzuhalten, ginge dessen Inhalt reflektierter an als wenn es keine Formvorgaben gäbe.

Außerdem, so die Richter, diene die Form dazu, Entwürfe und Vorüberlegungen von dem letztlich geltenden Testament abzugrenzen. Wer sein Testament klar formulierte, beugt außerdem Streitigkeiten unter den Erben vor.

Übrigens: Kommt es doch zu einem Erbstreit, könnte Mediation unter Umständen eine Lösung sein.

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Erbschaft Erbstreit Testament

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