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Erbvertrag: Das sollten Sie wissen

Erbverträge können praktisch sein. Doch es lauern auch Fallstricke
Erbverträge können praktisch sein. Doch es lauern auch Fallstricke

Ein Erbvertrag kann eine Alternative zum Testament sein – besonders für nichteheliche Lebensgemeinschaften. Doch Vorsicht: Es gibt auch Nachteile. Erblasser, die sichergehen möchten, dass sie den Ehevertrag später nicht anfechten müssen, sollten sich einen Rücktritt vorbehalten.

Was ist ein Erbvertrag?

Wer für seine Angehörigen im Falle des eigenen Todes vorsorgen möchte, hat eine Alternative zum Testament – den Erbvertrag. Während in einem Testament der Erblasser, also der Verer­bende, alleine über seinen Nachlass entscheidet, sind im Erbvertrag mehrere Menschen invol­viert, die die Regelungen zu ihrem Nachlass aufein­ander abstimmen.

Wie unterscheidet sich der Erbvertrag vom Testament?

Der grundlegende Unterschied zwischen einem Erbvertrag und einem Testament besteht darin, dass der Erbvertrag Verfügungen enthält, die nicht einseitig von einem Vertragspartner geändert werden können. Das ist beim Testament anders. Hier kann der Testator, also derjenige, der das Testament verfasst, seine Verfügungen jederzeit beliebig ändern.

Für wen kommt ein Erbvertrag infrage?

Für einen Erbvertrag entscheiden sich meist Personen, die aufeinander abgestimmte Verfügungen für die Zeit nach ihrem Tod treffen wollen. Dabei handelt es sich häufig um Paare, die keine Ehe eingehen möchten. Das gemeinschaftliche Testament, das ebenfalls aufeinander abgestimmte Verfügungen enthält, ist für sie keine Option. In einem gemeinschaftlichen Testament können nur Eheleute aufeinander abgestimmte Verfügungen treffen. Gelegentlich wird ein Erbvertrag mit einer Pflegeverpflichtung verbunden. In diesem Falle legt der pflegende Verwandte Wert darauf, Erbe zu werden, wenn er den Erblasser pflegt.

Kann der Erblasser einen einseitigen Erbvertrag ohne Zustimmung der Erben aufsetzen?

Ein Erbvertrag muss eine vertragsmäßige Verfügung von Todes wegen enthalten, so dass die Erben in jedem Falle beteiligt sein müssen. Allerdings können auch Eheleute einen Erbvertrag schließen, in dem sie einen Dritten begünstigen, der nicht am Vertrag beteiligt ist.

Können Erben den Vertrag nach dem Tode des Erblassers noch ausschlagen?

Jedem Erben steht das Ausschlagungsrecht zu, das innerhalb von sechs Wochen nach Kenntnis des Erbfalls ausgeübt werden muss.

Kann ein Erbvertrag nachträglich geändert werden?

Der Erblasser kann vom Erbvertrag zurücktreten, insofern er sich den Rücktritt im Vertrag vorbehalten hat. Außerdem kann er sich bei bestimmten schweren Verfehlungen der Vertragserben auf sein gesetzlich verbrieftes Rücktrittsrecht berufen. In allen anderen Fällen können nur alle Vertragsbeteiligten einvernehmlich den Erbvertrag ändern oder aufheben. Demgegenüber kann der Testator ein Testament jederzeit frei widerrufen.

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Themen
Erbschaft Erbstreit Vertrag

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