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Steuern

Karne­va­listen sind Künstler

Hohe Kunst: Die Narren wollen lachen. © Quelle: zakaz/ panthermedia.net

Mancher Karne­valsnarr ist ein großer Star. Er hat viele Auftritte und erhält oft hohe Gagen. Muss er darauf auch Gewer­be­steuer zahlen oder ist er ein Künstler und daher davon befreit? Die Deutsche Anwaltaus­kunft klärt auf.

Die fünfte Jahreszeit hat ihre ganz eigenen Stars hervorgebracht: Da Blötschkopp etwa oder das Colonia Duett, nicht zu vergessen den kölschen Jung Willi Herren („Mir sin de Stross eraf jejange“). Die Leute lieben Herren & Co. weil sie gute Witze erzählen und die Stimmung so schön anheizen. Aber sind es auch Künstler? Zumindest die Finanzämter dürften sich für diese Frage interessieren. Denn je nachdem, hat das steuerrechtliche Folgen. „Wird ein Star des Karnevals als Künstler und selbstständiger Freiberufler eingestuft, ist er von der Gewerbesteuer befreit“, erklärt Rechtsanwältin Sabine Unkelbach-Tomczak von der Arbeitsgemeinschaft Steuerrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV).

Nur Einkommensteuer zahlen

In einem wegwei­senden Urteil hat das Finanz­ge­richt Düsseldorf 2004 definiert: Karne­va­listen sind Künstler. Deshalb brauchen sie auch keine Gewer­be­steuer zu bezahlen. Sie müssen nur die Einkom­men­steuer entrichten, die jeder Freibe­rufler regelmäßig an das Finanzamt überweisen muss. Zu den freibe­ruf­lichen Tätigkeiten gehört auch die selbstständig ausgeübte künstle­rische Tätigkeit, befanden die Richter.

Verhandelt hatten sie im Fall eines Betrof­fenen, der nach Ansicht seines örtlichen Finanz­amtes Gewer­be­steuer auf seine Einkünfte zahlen sollte. Denn dem Amt zu Folge übe er wie „Fest- und Trauer­redner“ ein Gewerbe aus und sei kein Künstler.

Das Finanz­ge­richt in Düsseldorf wider­sprach diesen Argumenten. Das Gericht meinte, Narren des Karnevals würden eine eigene schöpferische Leistung vollbringen. Ebenso wie Schau­spieler, Musiker und Kabaret­tisten. Deshalb könnten Karne­va­listen „Künstler“ sein.

Um dies zu beurteilen, studierten die Düsseldorfer Richter die Auftritte des Betrof­fenen, der die Klage angestrengt hatte, per Video und seine Redema­nu­skripte (AZ: 7 K 7162/01 G-rechtskräftig).

Themen
Gewerbe Karneval Steuern

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