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Universität

Studi­en­platz einklagen: Mit Rechts­hilfe an die Uni

Klagen für den Studienplatz kann sich lohnen. © HeroImages/gettyimages.de

An vielen deutschen Universitäten ist das Gedränge groß. Gerade in beliebten Studiengängen wie Psycho­logie und Medizin stehen Bewerber und Studienplätze meist in keinem Verhältnis. Wer eine Absage für seinen Wunsch­stu­di­en­platz erhält, sollte jedoch nicht gleich verzweifeln: Eine Klage kann den Weg zum Lieblingsfach doch noch ebnen.

Die Abiturprüfungen sind geschafft, die Bewer­bungen geschrieben und die Koffer so gut wie gepackt: Jetzt muss nur noch die Uni mitspielen und schon kann das aufre­gende Studen­ten­leben losgehen. Doch statt der gewünschten Zusage erhalten viele Studie­rende in den Sommer­mo­naten ein Ableh­nungs­schreiben. Für viele eine herbe Enttäuschung. 

Studienplatzvergabe: Geringe Chance beim Losverfahren

Dabei sind die Spielräume für Bewerber nach einem negativen Bescheid noch lange nicht ausgeschöpft: Abitu­ri­enten, die den Numerus Clausus nur knapp verfehlt haben, können auf das Nachrückver­fahren hoffen. Wer auch hier schlechte Chancen hat, kann sich am Losver­fahren betei­ligen. Der Nachteil: die Erfolgs­aus­sichten sind meist gering. Selbst wer eine Zusage erhält, kann oft erst im folgenden Jahr sein Studium aufnehmen.

Semes­ter­beitrag nicht gezahlt: Exmatri­ku­lation

Hat man den gewünschten Studi­en­platz ergattert, gilt es, den Semes­ter­beitrag immer recht­zeitig zu überweisen. Wer das nicht tut, wird exmatri­ku­liert. Dabei spielt es keine Rolle, warum der Student nicht zahlen konnte. Das geht aus einem Urteil des Verwal­tungs­ge­richts (VG) Mainz hervor (Urteil vom 12.07.2017, AZ: 3 K 1167/16.MZ).

Im zugrun­de­lie­genden Fall war ein Student exmatri­ku­liert worden, weil der den Semes­ter­beitrag nicht gezahlt hatte. Als er den Exmatri­ku­la­ti­ons­be­scheid erhielt, hätte der den Betrag innerhalb eines Monats nachzahlen und dem Bescheid damit wider­sprechen können. Das Geld ging einen Tag nach Ende der Frist bei der Universität ein – zu spät. Der Exmatri­ku­la­ti­ons­be­scheid wurde bestandskräftig. Dagegen klagte der Student. Sein Gehalt vom Roten Kreuz sei ihm zu spät gezahlt worden, deshalb habe er das Geld nicht gehabt. Das VG gab ihm aller­dings nicht Recht. Es liege in der Verant­wortung des Studenten, den Semes­ter­beitrag recht­zeitig zu zahlen. In diesem Fall hätte er nach Eingang des Bescheides noch zahlen oder Wider­spruch einlegen können. Beides habe er nicht getan.

Viele Studienplätze bleiben unbesetzt

Aussichts­reicher – und vor allem schneller – kann eine Studi­en­platz­klage sein. Der Hinter­grund: Jedes Jahr setzen die Universitäten ihre Ausbil­dungs­ka­pazitäten fest. Oft werden diese jedoch nicht voll ausgeschöpft. Hier kommt der juris­tische Beistand ins Spiel. „Bei einer Studi­en­platz­klage versucht der Anwalt der Hochschule nachzu­weisen, dass sie noch weitere Studie­rende aufnehmen kann“, so Wilhelm Achelpöhler, Fachanwalt für Verwal­tungs­recht sowie für Urheber- und Medien­recht in Münster. „Da Universitäten im Nachrückver­fahren oft nicht alle Plätze vergeben, gelingt dies oft.“

Studienplatzklage: günstiger als die private Hochschule

Dies bedeutet zwar nicht, dass jede Studi­en­platz­klage Erfolg hat: Bleiben kaum Plätze frei oder gibt es deutlich mehr Kläger als Plätze, sind die Chancen geringer. Dennoch bietet die Klage eine realis­tische Chance, seinen Wunsch­stu­di­en­platz zu ergattern. „Günstiger als das Studium an einer privaten Hochschule ist sie in jedem Falle“, sagt Achelpöhler. 

Fachanwalt schätzt Erfolgsaussichten ein

Ob eine Klage in ihrer Situation sinnvoll ist, sollten Inter­es­sierte mit einem Fachanwalt besprechen. Dieser kann die Erfolgs­aus­sichten je nach Fall abwägen. „Studi­en­platz­klagen sind Spezial­ma­terie“, so Achelpöhler. „Deshalb kann nur ein spezia­li­sierter Anwalt helfen.“ Über die Anwalts­suche lassen sich schnell und unkom­pli­ziert geeignete Rechts­fachkräfte in ganz Deutschland ausfindig machen.

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