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Kassieren statt baden

Studenten: Semes­ter­ferien-Jobs richtig abrechnen

Für ihre Jobs müssen Studierende nicht immer Steuern und Sozialabgaben zahlen. © Quelle: Gombert/corbsimages.com

Sommer, Sonne, Sonnen­schein: Studie­rende nutzen die Semes­ter­ferien oft, um Geld zu verdienen. Sie kellnern, arbeiten am Fließband, füllen Regale auf oder sitzen an der Super­markt­kasse. Dabei sollten sie auch an ihre Steuer- und Sozial­ver­si­che­rungs­pflicht denken.

Ohne Job geht es für die meisten kaum: Fast zwei Drittel der Studie­renden arbeiten neben dem Studium. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Deutschen Studen­ten­werks. Für die Hälfte von ihnen ist das Geld für die Finan­zierung des Lebens­un­ter­halts notwendig. Ob Studie­rende Steuern und Sozial­ver­si­che­rungs­ab­gaben zahlen müssen, hängt von verschie­denen Faktoren ab.

Wer nur für einen kurzen Zeitraum jobbt, profi­tiert von einer Gesetzesänderung, die seit Anfang dieses Jahres gilt: „Unabhängig von der Höhe des Verdienstes können Studie­rende derzeit 70 Tage im Jahr nebenbei arbeiten, ohne dass sie einkom­mens­steu­er­pflichtig sind“, sagt Paul Ebsen, Presse­sprecher der Zentrale der Bunde­s­agentur für Arbeit. Studie­rende müssen dann keine Beiträge in die Kranken-, Pflege-, Arbeits­losen- und Renten­ver­si­cherung einzahlen.

Früher lag die Zeitgrenze bei zwei Monaten beziehungsweise 50 Arbeitstagen innerhalb eines Kalenderjahres. Die neue Regelung gilt vorerst bis 31. Dezember 2018. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Tätigkeit an einem Stück oder über das Jahr verteilt ausgeübt wird. Allerdings werden mehrere Jobs zusammengerechnet. Deshalb ist es wichtig, dass Studierende auch an Zeiten denken, in denen sie innerhalb des Kalenderjahres anderweitig gearbeitet oder beispielsweise eine Ausbildung absolviert haben.

Studie­rende und Mini-Jobs

Studie­rende, die mehr Tage im Jahr arbeiten wollen, können dies auf Mini-Job-Basis machen. Voraus­ge­setzt sie verdienen höchstens 450 Euro im Monat. Das ist für den Arbeit­geber aber die ungünstigste Variante, weil er Pauscha­l­ab­gaben von rund 30 Prozent zahlen muss. Als zweite Alter­native ist bei kurzfris­tigen Beschäftigungsverhältnissen noch eine pauschale Lohnbe­steuerung mit einem Steuersatz von 25 Prozent möglich.

Die einfachste Variante ist es, wenn der Arbeitnehmer sein Geburtsdatum und seine Steueridentifikationsnummer beim Unternehmen angibt. Wer seine Steueridentifikationsnummer nicht kennt, kann sie kostenfrei beim Bundeszentralamt für Steuern anfordern. Der Arbeitgeber kann die Daten des Studenten einfach elektronisch abrufen und muss keine Pauschalabgaben wie beim Minijob zahlen.

Semes­ter­fe­ri­enjobs: Müssen Studie­rende Steuern zahlen?

Studie­rende müssen in der Regel keine Steuern zahlen, wenn sie unter dem Grund­frei­betrag von 8354 Euro im Jahr bleiben bezie­hungs­weise ab 2015 voraus­sichtlich 8472 Euro. Falls Studie­rende mehr verdienen, können sie sich die zu viel gezahlten Steuern im Rahmen der Einkom­mens­steu­ererklärung zurückholen.

Unabhängig von ihrem Beschäftigungsverhältnis müssen sich Studierende gesetzlich oder privat krankenversichern. „Bis zur Vollendung des 25. Lebensjahr sind Studenten familienversichert - wenn sie höchstens 405 Euro im Monat oder bei einem Minijob höchstens 450 Euro verdienen“, sagt Bernhard Börsel vom Deutschen Studentenwerk. Ansonsten müssten sich Studierende selbst versichern. Wer über der Minijob-Verdienstgrenze liegt, muss wissen: „Ab 5400 Euro sind Studierende dann versicherungs- und steuerpflichtig“, sagt Paul Ebsen von der Bundesagentur für Arbeit.

Semes­ter­fe­ri­enjobs: Verlieren Studie­rende ihr Kindergeld?

Studenten, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, haben Anspruch auf Kindergeld. Seit 2012 gilt die Hinzuverdienstgrenze nicht mehr, weil seitdem das Kindergeld nicht mehr auf der Grundlage des Verdienstes der Kinder berechnet wird. Studierende im Erststudium müssen sich also keine Sorgen machen, dass ihnen das Kindergeld gekürzt wird. Auch nicht, wenn sie viel arbeiten.

Wer aller­dings einen Master­stu­diengang absol­viert oder bereits eine Ausbildung vor dem Studium gemacht hat, darf höchstens 20 Stunden pro Woche jobben, sonst kann es zu Kürzungen des Kinder­geldes kommen, sagt Bernhard Börsel. Auch beim Bafög dürften bestimmte Verdienst­grenzen nicht überschritten werden. Börsel erklärt: „Damit sich die Höhe der Förderung nicht ändert, sollte das Einkommen der Studie­renden im Bafög-Bewil­li­gungs­zeitraum nicht die Grenze von 4888,20 Euro brutto übersteigen.“

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Arbeit Arbeitnehmer Ferienjob Steuern Studium

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