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Feste im Betrieb

Weihnachts­feiern: Tipps für Arbeit­geber und Arbeit­nehmer

Von Unfallschutz bis zur Teilnahmepflicht: Welche Regeln gelten für Weihnachtsfeiern im Betrieb? © Quelle: vladans/gettyimages.de

Weihnachts­feiern sehen viele als nettes Mitein­ander an. Doch auch bei solchen harmlosen Veran­stal­tungen können sich recht­liche Fragen stellen. Zum Beispiel: Wer haftet, wenn sich ein Arbeit­nehmer auf der Weihnachts­feier verletzt? Können Abmah­nungen oder Kündigungen drohen, wenn man sich auf der Weihnachts­feier daneben benimmt? Und: Müssen Arbeit­nehmer überhaupt an einer betrieb­lichen Weihnachts­feier teilnehmen? Wir beant­worten die wichtigsten Fragen rund um das Thema Weihnachts­feier.

Sind Arbeit­nehmer verpflichtet, an der Weihnachts­feier teilzu­nehmen?

Um diese Frage zu beantworten, muss man klären, was Inhalt des Arbeitsvertrages ist, also: „Welche Leistung schuldet der Arbeitnehmer?“, sagt der Wiesbadener Rechtsanwalt Jakob T. Lange von der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). „Die Teilnahme an einer Weihnachtsfeier oder auch an einem Betriebsausflug dürfte in den allerwenigsten Fällen eine arbeitsvertraglich geschuldete Leistung des Arbeitnehmers darstellen.“ Eine Pflicht zur Teilnahme besteht deshalb arbeitsvertraglich nicht. Auch mit dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht dürfte die Annahme einer Pflicht zur Teilnahme an einer solchen Veranstaltung nicht vereinbar sein.

Deshalb ist es Arbeitnehmer auch nicht erlaubt, sich die Zeit, die sie auf der Weihnachtsfeier verbringen, zum Beispiel als Überstunden anrechnen lassen.

Demgegenüber finden in manchen Unter­nehmen die Weihnachts­feiern tagsüber im Betrieb und innerhalb der Arbeitszeit statt. „An Weihnachts­feiern, die in die Arbeitszeit fallen, müssen Arbeit­nehmer grundsätzlich auch nicht teilnehmen“, sagt der Arbeits­rechts­ex­perte Jakob T. Lange. In diesen Fällen sind die Arbeit­nehmer, die nicht an der Feier teilnehmen, aber weiter verpflichtet, ihre Arbeit zu leisten. Sollte dies durch die Weihnachts­feier nicht mehr möglich sein, darf der Chef weder den Lohn kürzen noch Urlaub abziehen.

Teilnahme von Eltern an Weihnachts­feier: Muss der Arbeit­geber die Kosten für einen Babysitter zahlen?

„Eltern haben keinen Anspruch darauf, dass der Arbeit­geber ihnen einen Babysitter bezahlt, wenn sie an der betrieb­lichen Weihnachts­feier teilnehmen“, sagt Rechts­anwalt Jakob T. Lange. Denn grundsätzlich ist die Teilnahme freiwillig (siehe oben) und damit ausschließlich eine Entscheidung der Eltern. Mütter und Väter müssen die Kosten für die Betreuung ihrer Kinder also selbst bezahlen.

Wenn die Weihnachts­feier in der Arbeitszeit statt­findet, sind die Kinder in der Regel ohnehin betreut. Es gibt dann keinen Unter­schied zur regulären Arbeitszeit. Damit stellt sich die Frage nach der Kostenübernahme für einen Babysitter durch den Arbeit­geber also nicht.

Daneben benommen auf der Weihnachts­feier: Kann einem Arbeit­nehmer eine Abmahnung oder Kündigung drohen?

Auf der Weihnachtsfeier ist es für viele selbstverständlich, das eine oder andere Gläschen zu trinken. Mit dem Genuss von Alkohol sollte man aber aufpassen, nicht nur, weil man nach dem Ende der Weihnachtsfeier vielleicht mit dem Auto nach Hause fährt.

Aufpassen sollte man auch, weil es arbeits­recht­liche Konse­quenzen haben kann, wenn man sich auf einer Weihnachts­feier daneben benimmt. „Ob ein bestimmtes Verhalten auf einer Weihnachts­feier arbeits­recht­liche Folgen hat, hängt von der Schwere des Fehlver­haltens ab“, sagt der Arbeits­rechts­ex­perte Jakob T. Lange. „Der Verstoß gegen ein sozial adäquates Verhalten muss aber so erheblich sein, dass er sich auf das Arbeitsverhältnis auswirkt.“

Dabei wird als erheblicher Verstoß in den meisten Fällen gelten, wenn man seinen Vorgesetzten beleidigt oder Kollegen sexuell bedrängt. Die Folgen könnten eine Abmahnung oder eine Kündigung sein.

Sind Mitar­beiter auf einer Weihnachts­feier unfall­ver­si­chert?

Arbeitnehmer sind auf einer Weihnachtsfeier über die gesetzliche Unfallversicherung versichert. Allerdings muss die Weihnachtsfeier einige Kriterien erfüllen: Bei der Feier muss es sich zum Beispiel um eine „betriebliche Gemeinschaftsveranstaltung“ handeln.

Eine „betrieb­liche Gemein­schafts­ver­an­staltung“ zeichnet sich dadurch aus, dass der Arbeit­geber die Veran­staltung billigt und fördert und zum Beispiel selbst die Organi­sation übernimmt. Außerdem müssen er oder sein Vertreter teilnehmen oder, falls ihnen unerwartet etwas dazwi­schen kommt, es zumindest fest vorgehabt haben. Außerdem ist wichtig: Alle Betriebs­angehörigen – bei großen Betrieben mindestens alle Mitar­bei­te­rinnen und Mitar­beiter einer Abteilung – können an der Feier teilnehmen und nicht nur einige ausgewählte.

Weihnachts­feier: Darf der Arbeit­geber etwas schenken?

Häufig zahlen Arbeitgeber ihren Mitarbeitern Weihnachtsgeld und Gratifikationen. Ein Weihnachtsgeschenk dagegen ist eher ungewöhnlich. Entschließt sich der Chef aber, den Arbeitnehmern etwas zu schenken, darf er selbst entscheiden, wer ein Geschenk erhält. Einen Anspruch auf Gleichbehandlung haben die Mitarbeiter nicht. Das hat zumindest das Arbeitsgericht Köln in einem Fall entschieden.

Weihnachts­feier: Kann der Arbeit­geber die Kosten absetzen?

Bei Weihnachtsfeiern fallen in den meisten Fällen Kosten an. Diese Kosten können Arbeitgeber in der Regel als Betriebsausgaben steuerlich absetzen. Dabei müssen sie sich aber an einige Regeln halten: Der Arbeitgeber muss alle Mitarbeiter zur Weihnachtsfeier einladen. Ob dann tatsächlich alle Arbeitnehmer teilnehmen, ist steuerrechtlich unwichtig. Außerdem darf die Weihnachtsfeier höchstens die zweite Betriebsveranstaltung im laufenden Jahr sein.

Die Kosten für eine Weihnachts­feier dürfen die Freigrenze von 110 Euro pro Teilnehmer nicht übersteigen. Es handelt sich hier um den Brutto­betrag. Von diesem Betrag muss man die Umsatz­steuer heraus­rechnen, so dass die Freigrenze bei 92,44 Euro netto liegt.

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Arbeit Arbeitnehmer Betrieb Unternehmen Weihnachten

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