Anwältin/Anwalt finden!

Merkzettel

Es befinden sich noch keine Anwälte in Ihrer Merkliste.

Arbeitsrecht

Teilzeitkräfte dürfen durch Woche­n­end­arbeit nicht benach­teiligt werden

An Teilzeitmitarbeitern darf nicht die ganze Wochenendarbeit hängenbleiben. © Quelle: skypicsstudio/fotolia.com

In Deutschland gibt es ein Benach­tei­li­gungs­verbot. Danach dürfen etwa Teilzeit­beschäftigte gegenüber Vollzeit­beschäftigten nicht benach­teiligt werden. Dies erfasst alle Arbeits­be­din­gungen. Insbe­sondere gilt das auch für die Möglichkeit der Freizeit­ge­staltung am Woche­nende. Was ist aber, wenn Teilzeit­beschäftigte im gleichen Umfang an Woche­n­enden einge­setzt werden wie Vollzeit­beschäftigte?

Es kommt darauf an: Grundsätzlich dürfen Teilzeit­beschäftigte nicht im gleichen Maße an Woche­n­enden einge­setzt werden wie Vollzeit­beschäftigte. Aus der generell gerin­geren Wochen­stun­denzahl würde dann eine überpro­por­tionale Heran­ziehung der Teilzeit­beschäftigten an den Woche­n­enden folgen. Kann dies nicht durch einen sachlichen Grund unter­mauert werden, liegt eine rechts­widrige Ungleich­be­handlung vor. Dies stellte das Landes­ar­beits­ge­richt Berlin-Brandenburg klar (20. August 2015; AZ: 26 Sa 2340/14).

Teilzeitarbeit an Wochenenden

Die Beschäftigten in einem Labor wurden jeweils an zwei Woche­n­end­tagen im Monat mit derselben Stundenzahl einge­setzt. Dies betraf gleichermaßen die Teilzeit­beschäftigten wie die Vollzeit­beschäftigten. Gemessen an ihrer Gesamt­ar­beitszeit bedeutete dies eine deutliche überpro­por­tionale Heran­ziehung der Teilzeit­beschäftigten am Woche­nende. Dagegen klagte eine Mitar­bei­terin.

Benachteiligung von Teilzeitbeschäftigten

Das Gericht stellte fest, dass eine unzulässige Benach­tei­ligung der Teilzeit­beschäftigten vorlag. Deren überpro­por­tionale Heran­ziehung an Woche­n­enden sei unzulässig. Der Arbeit­geber habe auch keinen sachlichen Grund dafür nennen können. Der Einsatz sei auch nicht erfor­derlich gewesen, um die Woche­n­end­dienste abzudecken.

Das Gericht hob die besondere Belastung bei einer Woche­n­end­arbeit hervor: „Das gilt insbe­sondere auch für die Möglichkeit der Freizeit­ge­staltung an Woche­n­enden, weil die zusammenhängende Freizeit an den Wochen­tagen Samstag/Sonntag ganz allgemein als erstre­benswert und vorteilhaft angesehen wird.“Der Arbeit­geber konnte den Einsatz auch nicht damit recht­fer­tigen, dass andern­falls die Vollzeit­beschäftigten an Woche­n­enden mehr Stunden leisten müssten. Propor­tional zur Arbeitszeit gesehen ist dies nämlich gerecht­fertigt.

Gerade bei der Beschäftigung von Teilzeitkräften werden noch viele Fehler gemacht. Sowohl betroffene Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer sollten sich im Zweifel anwaltlich beraten lassen.

Themen
Arbeit Arbeitnehmer Arbeitsplatz Gewerbe

Zurück