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Teilzeit im Trend: Viele Mitar­beiter kennen ihre Rechte nicht

Quelle: King/corbisimages.com
Der Teilzeitanspruch gilt für alle Angestellten, die mindestens seit sechs Monaten in einem Betrieb arbeiten.

Jede zweite berufstätige Frau und jeder fünfte Mann hat seine Arbeitszeit schon einmal reduziert. Der Trend ist aufsteigend. Das Gesetz erlaubt es jedem Arbeit­nehmer von seinem Arbeit­geber eine Reduzierung seiner Arbeitszeit zu verlangen. Nur bei sehr schwer­wie­genden Gründen kann der Arbeit­geber dies ablehnen.

Mittler­weile arbeitet nicht nur jede zweite Frau nicht mehr in Vollzeit, auch jeder fünfte Mann hat Abschied von der 40-Stunden­woche genommen. Diese Regelung der Arbeitszeit ist in einem eigenen Gesetz zusam­men­ge­fasst worden, dem Teilzeit-Gesetz. Und dieses ist sehr arbeit­neh­mer­freundlich geraten, urteilen Rechtsanwälte. So auch Dr. Hans Georg Meier, Rechts­anwalt aus der Arbeits­ge­mein­schaft Arbeits­recht des Deutschen Anwalt­vereins: “Nach diesem Teilzeit­gesetz kann ich von meinem Arbeit­geber eine Reduzierung meiner Arbeitszeit verlangen. Er kann es unter Umständen ablehnen, wenn sogenannte betrieb­liche Gründe dem entge­gen­stehen.“

Teilzeit-Gesetz: Für Ablehnung von Teilzeit braucht es gute Gründe

Oft ist die Koordi­nation von Mitar­beiter für Unter­nehmen keine leichte Aufgabe. Deshalb dürfen Unter­nehmen einen Wunsch auf Teilzeit auch ablehnen, erklärt Arbeits­rechtler Meier: „Zum Beispiel wenn das Schicht­system, das im Unter­nehmen möglicher­weise existiert, dann nicht mehr durchgeführt werden kann.“ 

Doch auch nicht jeder Mitar­beiter will in Teilzeit gehen, weil er eine Karrie­re­falle fürchtet. Wissen­schaft­liche Unter­su­chungen aber zeigen: Teilzeit ist keine Sackgasse, wenn bestimmte Kriterien erfüllt werden. Dies bestätigt Barbara Lutz, Gründen des „Frauen-Karriere-Index“: „Für den Fall, dass es auch in den Führungs­etagen genutzt wird, ist es ein eindeu­tiger Indikator dafür, dass Teilzeit kein Karrie­re­killer ist.

Nicht die Teilzeit, sondern die Verteilung ist oft das Problem

Doch die Teilzeit an sich ist oft gar nicht das, was den Unter­nehmen Schwie­rig­keiten bereitet. Rechts­anwalt Meier weiß: „Die größten Probleme entstehen eigentlich heute nicht mehr bei der Reduzierung als solcher, sondern bei der Frage: Wie verteile ich die verblei­bende Arbeitszeit auf die Woche?“ Deswegen empfehle es sich, solchen Streitfällen im Vorfeld aus dem Weg zu gehen. Am besten einige man sich von vornherein darüber, wie die reduzierte Arbeitszeit auf den Tag und die Woche verteilt wird.

Doch der Trend zur Teilzeit­arbeit hat auch handfeste Vorteile für die Unter­nehmen. Das bekräftigt auch Barbara Lutz: „Wenn Mitar­beiter und Mitar­bei­te­rinnen, die lange im Konzern sind und die das Unter­nehmen gut kennen, in einer Leben­s­phase sind, in der Teilzeit attraktiv wird, bleiben sie dann eben im Unter­nehmen. Davon hat das Unter­nehmen bestimmt etwas, denn zuvor hat man in diese Mitar­beiter sehr viel Geld inves­tiert.“

Wer statt Vollzeit lieber Teilzeit arbeitet, hilft damit also nicht nur sich und seiner Familie, sondern auch oft dem Unter­nehmen.

Anspruch auf Teilzeit: Anwälte helfen bei der Durchsetzung

Sollten Arbeit­nehmer der Ansicht sein, ihr Arbeit­geber verweigere eine Umstellung auf Teilzeit ohne triftigen Grund, kann eine anwalt­liche Rechts­be­ratung helfen. Der Anwalt / die Anwältin kann prüfen, ob der Teilzeit-Anspruch tatsächlich berechtigt ist. Im Folgenden kann Sie eine Rechts­kraft darüber aufklären, wie Sie diesen Anspruch gegenüber dem Arbeit­geber am besten durch­setzen. Über die Anwalts­suche finden betroffene Arbeit­nehmer schnell und unkom­pli­ziert geeignete Ansprech­partner in ihrer Nähe.

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Arbeit Arbeitnehmer Familie

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