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Sommer am Arbeits­platz: Mit Flipflops ins Büro?

Kleidung am Arbeitsplatz muss auch bei sommerlichen Temperaturen angemessen sein. © Quelle: Johner Images/gettyimages.de

Lange waren sie nur Kleidungsstücke, nun haben sie fast Symbol­status: Hotpants stehen für die Diskussion um die Frage, wie knapp sommer­liche Kleidung sein darf. Während für Schüler die Kleider­ordnung teilweise festgelegt wurde, sind viele Angestellte unsicher. Was müssen sie mit Blick auf Kleidung am Arbeits­platz im Sommer beachten?

Sicher ist: Gibt es im Unternehmen eine Kleiderordnung, müssen sich die Mitarbeiter auch im Sommer daran halten. Manche Mitarbeiter haben es bei hohen Temperaturen aber etwas leichter. Wie Rechtsanwalt Jakob T. Lange, Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV), erklärt, sehen manche betriebliche Kleiderordnungen für Hitze besondere Vorschriften vor. „Angestellte mancher Banken dürfen zum Beispiel ab einer bestimmen Temperatur den oberen Hemdknopf offen lassen.“

Keine Kleider­ordnung: geltende Konven­tionen beachten

Doch was tun, wenn es keinen betrieb­lichen Dresscode gibt? Das bedeutet nicht automa­tisch, dass man im Sommer im Büro tragen darf was man will. Die üblichen Konven­tionen mit Blick auf die Kleidung gelten auch im Sommer. Wer viel Kunden­kontakt hat bezie­hungs­weise in einem Unter­nehmen arbeitet, in dem auf ein seriöses Auftreten der Mitar­beiter Wert gelegt wird – wie eine Bank oder eine Wirtschaftsprüfungs­ge­sell­schaft –, sollte sich also eher bedeckt kleiden. In einem Unter­nehmen, in dem die Mitar­beiter das ganze Jahr über leger gekleidet sind, darf es im Sommer auch mal eine kurze Hose sein.

Recht­spre­chung zu passender oder unpas­sender sommer­licher Kleidung am Arbeits­platz gibt es bislang wenig. Ernste Konse­quenzen dürften nur in sehr seltenen Fällen drohen. Dennoch ist Vorsicht geboten. Schließlich hat der Arbeit­geber das Recht, auch angemessene Kleidung vorzu­schreiben. So riskiert derjenige, der sich im Büro zu sommerlich kleidet, nicht nur einen schlechten Eindruck. Der Arbeit­geber kann von seinem Angestellten verlangen, dass er nachhause geht und sich umzieht, wenn die Kleidung nicht angemessen ist.

Kein Anspruch auf flüssige Erfri­schung

All jene, die sich im Büro nicht sommerlich anziehen dürfen oder wollen, bleibt zumindest eine Möglichkeit zur Abkühlung: viel trinken. Auch wenn es mittler­weile Usus ist, dass Arbeit­geber ihren Mitar­beitern Wasser bereit­stellen – einen Anspruch auf Getränke am Arbeits­platz haben Angestellte nicht. Im Zweifel gilt also: Hemd zuknöpfen und Wasser­flasche einpacken, wenn es ins Büro geht.

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