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Arbeitwelt und Haftung

Fehler im Job: Wann haften Arbeit­nehmer für Schäden?

Fehler im Job können passieren - müssen Arbeitnehmer die Kosten zahlen? © Quelle: farluk/gettyimages.de

Ein fehlendes Warnschild, falsch gesicherte Ladung oder Rechen­fehler im Gutachten – manch kleine Nachlässigkeit verur­sacht in der Arbeitswelt große Schäden. Doch wer haftet eigentlich dafür, wenn Beschäftigte im Job einen Fehler begehen? Die Antwort lautet: Es kommt darauf an, wie schwer der Fehler wiegt und wer der Geschädigte ist.

Schäden, die Arbeit­nehmer verur­sachen, können den Arbeit­geber, andere Mitar­beiter, Kunden oder sonstige Dritte treffen. Je nachdem, wer den Schaden hat, gelten in der Arbeitswelt jeweils etwas andere Regeln für die Haftung.

Im Prinzip unterscheiden sich die Haftungsgrundsätze im Job nicht vom Privatleben: „Jeder haftet für das, was er tut“, sagt der Rechtsanwalt Dr. Eric Uftring, Mitglied im Deutschen Anwaltverein (DAV). Allerdings hat das Bundesarbeitsgericht die Haftung für Mitarbeiter begrenzt. Der Grund: Oft steht ein verursachter Schaden in keinem Verhältnis zum Gehalt des Mitarbeiters. „Ein Gehalt ist keine Risikoprämie“, erläutert der Frankfurter Fachanwalt für Arbeitsrecht. Deshalb kann der Mitarbeiter auch nicht für jeden Fehler, der ihm passiert, voll belangt werden.

Schaden am Firmen­wagen oder Arbeits­laptop: Wer muss dafür aufkommen?

Schädigt ein Angestellter die eigene Firma, hat er etwa einen Unfall mit dem Firmen­wagen einen Unfall oder schüttet Kaffee über den Arbeits­laptop, muss er nur eingeschränkt für die Kosten aufkommen. Die Recht­spre­chung hat dafür ein Stufen­modell der Haftung entwi­ckelt. Ob der Mitar­beiter für einen Schaden zahlen muss, hängt von der Schwere des Fehlers ab.

In der Arbeitswelt besteht grundsätzlich keine Pflicht, bei leichter Fahrlässigkeit für Schäden aufzu­kommen: Das sind entschuldbare Pflicht­ver­let­zungen, die jedem einmal passieren können. Auch bei mittlerer Fahrlässigkeit muss der Beschäftigte nur anteilig für die Kosten aufkommen. Dass ausschließlich der Mitar­beiter für einen Schaden, der ihm passiert ist, gerade­stehen muss, kommt nur bei grober Fahrlässigkeit oder Vorsatz vor. Dabei geht es um schwere Pflicht­ver­let­zungen im Job, etwa wenn jemand Vorschriften nicht beachtet hat. Ob nun einfache, mittlere oder grobe Fahrlässigkeit vorliegt, das entscheiden im Zweifel die Gerichte.

Im Job: Braucht man als Arbeit­nehmer eine Berufs­haft­pflicht­ver­si­cherung?

Für Personenschäden, die unter Arbeitskollegen passieren, haften Mitarbeiter grundsätzlich nicht. Wenn der Schaden nicht vorsätzlich verursacht wurde, zahlt die gesetzliche Unfallversicherung. Angestellte brauchen für ihren Job deshalb im Regelfall keine Berufshaftpflichtversicherung. Bei allen nicht betrieblichen Tätigkeiten haften dagegen auch sie persönlich. Passiert es, dass ein Angestellter fahrlässig Sachen seiner Arbeitskollegen beschädigt, wie Kleidung oder Brille, muss er für den Schaden aufkommen. Eine private Haftpflichtversicherung ist deshalb unerlässlich.

Schaden auf dem Bau – welche Regeln gelten?

Doch was ist mit Schäden, die Dritten entstanden sind wie zum Beispiel einem Kunden? Haftet dann der Mitarbeiter oder die Firma? Betriebe haften bei schuldhafter Verletzung von vertraglichen Pflichten. Für Pfusch am Bau muss also die Baufirma geradestehen. Anders liegen die Dinge bei der sogenannten deliktischen Haftung: Wer fahrlässig oder vorsätzlich das Eigentum oder die Gesundheit eines Dritten schädigt, ist er persönlich und unbeschränkt verantwortlich und muss zahlen. Darunter fällt zum Beispiel ein Unfall durch ein ungesichertes Baugerüst.

Diese Regeln gelten nicht nur für den Betrieb, sondern auch Beschäftigte. Beide haften als Gesamt­schuldner gegenüber dem geschädigten Dritten. Aller­dings hat der Angestellte bei Schaden­er­satz­for­de­rungen einen Freistel­lungs­an­spruch gegenüber seinem Arbeit­geber, erläutert der Arbeits­rechts­ex­perte Dr. Eric Uftring. Jeden­falls gilt das, wenn er im betrieb­lichen Auftrag und nicht grob fahrlässig gehandelt hat. „In der Praxis wendet sich der Geschädigte deshalb meist direkt an den Inhaber des Betriebs.“

Was deckt eine Betriebs­haft­pflicht­ver­si­cherung ab?

Die Betriebs­haft­pflicht­ver­si­cherung deckt auch Schäden ab, die Dritten entstehen. Aller­dings gibt es Grenzen. Vorsätzlich herbeigeführte Beschädigungen werden grundsätzlich nicht übernommen. Grob fahrlässig herbeigeführte Beschädigungen bezahlt die Versi­cherung nur dann, wenn dies im Vertrag ausdrücklich vereinbart wurde.

Fehler im Job: Arbeit­geber muss Angestellte einweisen

Mitunter liegt die Schuld auch nicht allein beim Mitar­beiter. „Den Arbeit­geber kann eine Mitschuld treffen, etwa wenn er sein Personal nicht ordnungsgemäß einge­wiesen hat“, sagt Uftring. Auch wenn das Unter­nehmen versäumt hat, eine betrieb­liche Haftpflicht­ver­si­cherung abzuschließen, muss es den entspre­chenden Teil der Schadens­summe selbst übernehmen.

Ein Mitarbeiter soll sich darauf verlassen können, dass sein Arbeitgeber entsprechende Vorkehrungen getroffen hat. Doch zur Wahrheit gehört auch, dass ein Arbeitnehmer bei schweren Pflichtverletzungen mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen muss. Schlimmstenfalls ist das die Kündigung.

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Arbeit Arbeitnehmer Haft Haftung Schadensersatz

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