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Frauen und Männer

Equal Pay Day: Was tun gegen ungleichen Lohn für gleiche Arbeit?

Ungleicher Lohn für gleiche Arbeit - ein klarer Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz. © Quelle: Rodzoch/gettyimages.de

Beim Thema Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern schneidet Deutschland innerhalb der EU schlecht ab - auch weil viele Frauen in Teilzeit arbeiten. Außerdem machen selbst Frauen mit Vollzeitjobs oft mehr Hausarbeit. Die Politik will gegen die ungleiche Bezahlung für gleiche Arbeit vorgehen.

Die Kluft zwischen den Löhnen und Gehältern von Männern und Frauen ist in Deutschland so groß wie in kaum einem anderen Land Europas. So verdienen Frauen hierzulande im Schnitt brutto 21,6 Prozent weniger als Männer. Nur in Estland (28,3 Prozent) und Österreich (22,9 Prozent) ist der Abstand demnach noch größer. Das geht aus einer Antwort des Bundes­so­zi­al­mi­nis­teriums auf eine Anfrage der Linken hervor. Auch Politik und Arbeit­ge­ber­verbände fordern einen Umbruch und die Erfüllung des im Grundgesetz festge­schriebenen Gleich­be­hand­lungs­grund­satzes zwischen Frauen und Männern.

Gesetz gegen ungleichen Lohn für gleiche Arbeit

Justiz­mi­nister Heiko Maas (SPD) sagte den Zeitungen der Funke Medien­gruppe: „Die Gleich­be­rech­tigung von Frauen und Männern steht zwar im Grundgesetz, ist aber in vielen Unternehmen noch immer nicht Wirklichkeit geworden.“ Firmen sollten sich aus alten Verhal­tens­mustern lösen. Bundes­fa­mi­li­en­mi­nisterin Manuela Schwesig (SPD) hatte im Dezember einen Gesetz­entwurf für „mehr Lohnge­rech­tigkeit“ vorgestellt.

Die Linken-Frakti­onsvize Sabine Zimmermann begrüßte zwar, dass immer mehr Frauen eigenes Geld verdienen. „Aber die meisten können von ihren niedrigen Löhnen nicht leben und schon gar keine ausrei­chenden Renten­an­sprüche aufbauen.“ Frauen arbeiteten überwiegend in Branchen, die für niedrige Bezahlung und hohe Belastung berüchtigt seien. „Was die soziale Lage von Frauen angeht, sind wir von Gleich­be­rech­tigung der Geschlechter noch weit entfernt.“

Teilzeit­arbeit: Einer der Gründe für den Lohnun­ter­scheid zwischen den Geschlechtern

Der Arbeit­ge­ber­verband BDA warnte vor neuer Bürokratie auf dem Weg zu gleichem Lohn und Gehalt für gleiche Arbeit. „Wir brauchen in erster Linie mehr Ganztagskitas und Ganztags­schulen. Der Wunsch, Vollzeit zu arbeiten, darf nicht länger an kurzen Öffnungs­zeiten von Kinder­ta­ges­stätten und Schulen scheitern“, hieß es einer Mitteilung zufolge.

Das Sozial­mi­nis­terium beruft sich auf Zahlen aus dem Jahr 2014, die vom Statis­tischen Amt der Europäischen Union (Eurostat) stammen und sich auf alle Frauen und Männer in bezahlter Beschäf­tigung beziehen. Der große Lohnun­ter­schied in Deutschland ist laut Experten unter anderem darauf zurück­zu­führen, dass Frauen verstärkt teilzeit­be­schäftigt sind. So sind von den Teilzeit­be­schäf­tigten mit bis zu 20 Wochen­stunden über 85 Prozent Frauen. 77 Prozent aller Minijobs werden von Frauen verrichtet.

In den nach Deutschland größten EU-Staaten Frankreich (15,3 Prozent), Großbri­tannien (18,3), Spanien (18,8) und Polen (7,7) fällt die Lohnlücke dagegen deutlich geringer aus. Die niedrigsten Werte weisen Slowenien (2,9 Prozent), Malta (4,5) und Italien (6,5) auf. In Ländern mit niedrigem Frauen­anteil an der erwerbs­tätigen Bevölkerung wie Italien liegt laut Eurostat der Lohnun­ter­schied in der Regel unter dem Durchschnitt, weil es insgesamt weniger qualifi­zierte Frauen am Arbeitsmarkt gibt.

Auch wenn man die Bezahlung bei formal gleicher Qualifi­kation und Tätigkeit betrachtet, schneiden Frauen schlechter ab - allerdings bei Weitem nicht so stark. Der Abstand beträgt dann 7 Prozent.

Auch berufs­tätige Frauen arbeiten mehr im Haushalt als ihre Partner

Laut einer Analyse des Forschungs­in­stituts DIW leisten berufs­tätige Frauen, die mit ihrem ebenfalls erwerbs­tätigen Partner leben, im Schnitt mehr Hausarbeit als ihre Partner. Sie erziehen auch mehr die Kinder. So kümmerten sich Frauen mit einem Vollzeitjob in Doppel­ver­dienst­haus­halten 2014 an einem Werktag gut eineinhalb Stunden um den Haushalt und fast fünf Stunden um die Betreuung der Kinder. Vollzeit­er­werbs­tätige Männer verbrachten im Schnitt gut eine Stunde beziehungsweise rund zweieinhalb Stunden damit.

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dpa/red
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Arbeit Arbeit­nehmer Diskri­mierung Gehalt Lohn

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