Anwältin/Anwalt finden!

Merkzettel

Es befinden sich noch keine Anwälte in Ihrer Merkliste.

Urteil

Bei der Arbeit privat telefo­nieren: Kündigung erlaubt?

Quelle: Windsor/corbisimages.com
Quelle: Windsor/corbisimages.com
© Quelle: Windsor/corbisimages.com

Eine Angestellte hat mehrfach vom Arbeits­te­lefon aus Glücksspiel-Hotlines angerufen. Als der Chef dies mitbekam, hat er sie fristlos entlassen. Dagegen hat die Frau jetzt geklagt. Vergeblich.

37 Anrufe, jeweils 50 Cent teuer: Eine Angestellte rief von ihrem Bürotelefon eine Glücksspiel-Hotline an. Sie wurde daraufhin fristlos entlassen. Nun hat sich die Kauffrau dagegen gewehrt - und geklagt.

Das Landes­ar­beits­ge­richt Düsseldorf entschied aller­dings: Die Kündigung ist rechtens (AZ: 12 Sa 630/15).

Trotz fehlender Regelung: Gewinn­spiele dürfen nicht über Arbeits­te­lefone abgewi­ckelt werden

In dem Unter­nehmen fehlte eine klare Regelung für private Telefonate über die Firmen­ap­parate. Laut den Düsseldorfer Richtern schließe dies aber Gewinn­spiele nicht automa­tisch ein. Zwar sei eine fristlose Kündigung eine zu harte Entscheidung gewesen. Die ordent­liche Kündigung blieb aber bestehen.

In erster Instanz vor dem Arbeits­ge­richt Wesel hatte die Frau noch Erfolg gehabt. Doch der Arbeit­geber beharrt auf der Kündigung und zog in die zweite Instanz. Die Mitar­bei­terin habe ihre Vertrau­ens­stellung missbraucht.

Zu den Aufgaben der Bürokauffrau gehörte die Kontrolle der einge­henden Rechnungen, somit auch der Telefon­rechnung.

Als dem Geschäftsführer die Anrufe auffielen, sprach er die Mitar­bei­terin an. Am nächsten Tag räumte sie ein, die Anruferin gewesen zu sein und bot die Erstattung der Gebühren von 18,50 Euro an. Doch drei Tage später erhielt sie die fristlose Kündigung.

Kündigungen: Häufiger Streit­ge­gen­stand vor deutschen Gerichten

Immer wieder beschäftigen sich deutsche Gerichte mit der Frage, wann eine Kündigung rechtens gewesen ist und wann nicht. So entschied beispielsweise das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pflaz das private Internetsurfen während der Arbeitszeit nicht per se für verboten und gab dem betroffenen Arbeitnehmer Recht. Bei einer maßlosen Internetnutzung kann das aber schon ganz anders aussehen, wie das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein einst entschied. 

Zudem finden Sie hier weitere Entscheidungen deutscher Gerichte rund um erlaubte oder nicht erlaubte Kündigungen im Arbeitsleben.

Themen
Arbeit Arbeitnehmer Arbeitsplatz Kündigung

Zurück

Anwältin/Anwalt finden!

Merkzettel

Es befinden sich noch keine Anwälte in Ihrer Merkliste.

Mobilität
Sünden am Steuer: So verlieren Sie schnell Ihren Führerschein
Gesellschaft
DSGVO: Was Sie über den neuen Datenschutz wissen müssen
Wohnen
Wann ein befristeter Mietvertrag gültig ist
Beruf
Gehaltsverhandlung: Das sollten Arbeitnehmer wissen
Mobilität
Rote Ampel überfahren und erwischt – was nun?
zur
Startseite