Anwältin/Anwalt finden!

Merkzettel

Es befinden sich noch keine Anwälte in Ihrer Merkliste.

Absicherung

Alters­vor­sorge: Was bringt die Flexi-Rente älteren Arbeit­nehmern?

Trotz Rente arbeiten: Die Flexi-Rente soll für ältere Arbeitnehmer vieles einfacher machen. © Quelle: HeroImages/gettyimages.de

Ältere Arbeit­nehmer können ab 2017 die sogenannte Flexi-Rente in Anspruch nehmen und darüber flexibler als bisher aus dem Arbeits­leben aussteigen. Die Flexi-Rente gilt in Teilen ab Januar 2017 und sieht zahlreiche Neuerungen für Frührentner vor, aber auch für dieje­nigen, die länger und über das gesetz­liche Renten­alter hinaus arbeiten wollen.

Wie viel dürfen Rentner dazu verdienen, ohne dass ihre Rente gekürzt wird?

Mit der Flexi-Rente will die Politik mehr Arbeitnehmer als bisher dazu motivieren, bis zur gesetzlichen Regelaltersgrenze und darüber hinaus zu arbeiten.

Daher gilt: Wer das gesetz­liche Renten­alter erreicht und weiter arbeitet, darf auch nach den neuen Vorgaben zur Flexi-Rente so wie bisher unbeschränkt dazuver­dienen.

Da viele Arbeitnehmer im Alter aber nicht mehr voll arbeiten können oder wollen, bietet die Flexi-Rente Beschäftigten ab 63 Jahren einen flexibleren und einfacheren Weg als bisher, Teilzeitarbeit mit einer Teilrente zu kombinieren, bis diese Beschäftigten das gesetzliche Rentenalter erreichen.

Wer sich für eine Teilrente entscheidet, darf ab Juli 2017 mehr als bisher dazuverdienen. „Dann können Frührentner ein Einkommen von jährlich 6.300 Euro erwirtschaften, ohne dass sie mit Abschlägen bei ihrer Teilrente rechnen müssen“, sagt der Karlsruher Rechtsanwalt Christian Wagner von der Arbeitsgemeinschaft Sozialrecht im Deutschen Anwaltverein (DAV). „Den darüber liegenden Verdienst rechnet die Deutsche Rentenversicherung zu 40 Prozent auf die Rente an.“

Ein Beispiel: Wer mit seinem Verdienst die Grenze von jährlich 6.300 Euro um 100 Euro überschreitet, dem werden bei der Rente des Folge­jahres 40 Euro abgezogen.

Die 40-Prozent-Regelung für Frührentner gilt aber nur bis zu einer bestimmten Obergrenze. Diese richtet sich nach dem höchsten Brutto­jah­res­ein­kommen, das man in den letzten 15 Jahren verdient hat. Wer diesen Betrag überschreitet, verliert seine Teilrente.

Arbeiten nach dem Erreichen des gesetz­lichen Renten­alters: Bekommt man mehr Rente?

Ja. Rentner, die bereits das gesetz­liche Renten­alter erreicht haben, erhöhen ihren Renten­an­spruch noch, wenn sie weiter arbeiten. Bisher zahlte der Arbeit­geber für diese Beschäftigten zwar Renten­ver­si­che­rungs­beiträge, doch die Beiträge hatten keine Auswirkung auf die Rentenhöhe.

„Beschäftigte können zukünftig eigene Beiträge zu ihrer Renten­ver­si­cherung entrichten“, sagt der Sozial­rechts­ex­perte Christan Wagner. „Dadurch wirkt sich der bisher wirkungslos gebliebene Arbeit­ge­be­ranteil wie auch ihr eigener Beitrags­anteil renten­stei­gernd aus.“

Beschäftigte müssen beim Arbeit­geber künftig nur eine Erklärung abgeben, dass sie Renten­beiträge zahlen wollen.

Lohnt sich die Flexi-Rente für alle Arbeit­nehmer oder nur für dieje­nigen, die viel verdienen?

„Die meisten Versicherten werden von den neuen Regelungen profitieren“, sagt Christian Wagner. „Nur in engen Grenzen könnte es unter Umständen Nachteile mit der Folge niedrigerer Teilrenten geben.“ Deshalb sollten sich Arbeitnehmer, die die Flexi-Rente nutzen wollen, vorher von einem Fachanwalt für Sozialrecht über die eigenen Ansprüche und den Hinzuverdienst beraten und eventuelle Abzüge berechnen lassen.

Flexi-Rente: Entfallen die Beiträge des Arbeit­gebers zur Arbeits­lo­sen­ver­si­cherung?

Ja, die Arbeit­ge­ber­beiträge zur Arbeits­lo­sen­ver­si­cherung für Rentner entfallen künftig. Das soll es für Arbeit­geber attrak­tiver machen, Rentner einzu­stellen - und für Rentner könnte die Jobsuche damit einfacher werden.

Welche Nachteile und Probleme kann die Flexi-Rente mit sich bringen?

Ein Nachteil der Flexi-Rente ist für Frührentner, dass die 40-Prozent-Regelung nur bis zu einer Obergrenze in der Höhe der bishe­rigen Brutto­ein­kommen aus Arbeit gilt. Je nach Verdiensthöhe kann dabei die Teilrente entfallen (siehe oben).

Rechtsanwalt Christian Wagner verweist auf ein weiteres Problem, das auch schon bisher bestand und das die Flexi-Rente nicht löst: „Es wird häufig verschwiegen, dass der vorzeitige Rentenbeginn für einen Rentner bedeuten kann, einen lebenslangen Abschlag auf seine Rente zu erhalten. Dieser wirkt sich auch bei der Vollrente aus.“

Kann man Rentenkürzungen mit der Flexi-Rente ausgleichen?

Solche Rentenkürzungen kann man wie bisher ausgleichen. Man muss dazu aller­dings beizeiten zusätzlich privat in sein Renten­konto bei der Deutschen Renten­ver­si­cherung einzahlen. „Bislang konnte man diese Einzah­lungen erst ab dem Alter von 55 Jahren tätigen“, sagt Rechts­anwalt Christian Wagner. „Mit dem Flexi-Renten-Gesetz sind solche Ausgleichs­zah­lungen bereits ab 50 Jahren möglich.“

Ehren­amt­liche Arbeit und Rente: Wird die Aufwands­entschädigung als Einkommen gerechnet?

In Zukunft berücksichtigt die Deutsche Rentenversicherung Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Tätigkeiten grundsätzlich nicht mehr als Einkommen. In der Vergangenheit konnte es durch Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Tätigkeiten zu einer Kürzung von vorzeitigen Alters- und Erwerbsminderungsrenten kommen.

Themen
Arbeit Arbeitnehmer Rente Rentenversicherung Senioren

Zurück

Anwältin/Anwalt finden!

Merkzettel

Es befinden sich noch keine Anwälte in Ihrer Merkliste.

Mobilität
Sünden am Steuer: So verlieren Sie schnell Ihren Führerschein
Geld
Testament schreiben: Den letzten Willen richtig aufsetzen
Wohnen
Wann ein befristeter Mietvertrag gültig ist
Beruf
Gehaltsverhandlung: Das sollten Arbeitnehmer wissen
Mobilität
Rote Ampel überfahren und erwischt – was nun?
zur
Startseite