Feiertag = freier Tag?

Das Recht von Arbeitnehmern an Feiertagen

An Feiertagen genießen Arbeitnehmer besondere Rechte - in der Regel.
An Feiertagen genießen Arbeitnehmer besondere Rechte - in der Regel.

Quelle: kegfire/gettyimages.de

Der Chef stört an Weihnachten, der Kollege will Ostern frei machen: In unserer Übersicht klären wir alle Fragen für Arbeitnehmer an Feiertagen. 

Darf ein Chef verlangen, an Feiertagen zu arbeiten? 

Grundsätzlich ja – zumindest in bestimmten Branchen. Arbeitnehmer, die in einer Branche tätig sind, in der Sonn- und Feiertagsarbeit erlaubt ist, dürfen auch zur Feiertagsarbeit verpflichtet werden. Beispielsweise gehört die Gastronomie dazu.

Bezüglich der Sonntagsarbeit schreibt das Arbeitszeitgesetz vor, dass mindestens 15 Sonntage im Jahr beschäftigungsfrei bleiben müssen. Eine solche Regelung existiert jedoch für Feiertage nicht.

Haben Arbeitnehmer Anspruch auf Zuschläge?

Nein, nicht grundsätzlich. Oftmals finden sich solche Regelungen aber in Tarif- oder Arbeitsverträgen. Ist dort nichts zu finden, gibt es auch nicht mehr Gehalt.

Müssen Arbeitnehmer für ihren Chef oder Kollegen an einem freien Feiertag erreichbar sein?

Nein, das müssen Arbeitnehmer nicht. Das bezieht sich sowohl auf E-Mails als auch auf Anrufe. Wenn also der Chef am Ostermontag oder dem zweiten Weihnachtstag anruft, dürfen Arbeitnehmer das Telefon getrost klingeln lassen.

Allerdings gelten bei bestimmten Berufen Ausnahmen. Das ist dann der Fall, wenn eine Rufbereitschaft vorgesehen ist, beispielsweise bei Ärzten. Hier ist die Erreichbarkeit zu bestimmten Zeiten in der Freizeit ein Teil der beruflichen Pflichten.

Jenseits davon kann es natürlich schon Fälle geben, in denen man trotzdem reagieren sollte. Wenn der Chef per SMS etwa mitteilt, dass aus dem Büro, zu dem nur der betreffende Mitarbeiter Zutritt hat, Wasser strömt, sollte man natürlich reagieren.

Am Feiertag erkrankt: Gibt es Urlaub zurück?

Grundsätzlich gilt: Wer in seinem Urlaub erkrankt, bekommt seinen Urlaub zurück – vorausgesetzt, der Arbeitnehmer hält sich an einige Regeln. Unter anderem muss er sich unverzüglich beim Arbeitgeber krankmelden und zudem eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen. Letzteres muss spätestens nach drei Tagen der Erkrankung geschehen, je nach betrieblicher Regelung kann dies auch schon nach weniger Tagen verlangt werden.

Ute Adler Ralf Schlaap Thomas Lenz Michael Petereit Nico Sauer

Wählen Sie aus über 66.000 Anwältinnen und Anwälten in Deutschlands großer Anwaltssuche

Aus dem Magazin

  • Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland

    Die Grundgesetz-App des Deutschen Anwaltvereins bietet u. a. alle Artikel der neuesten Fassung des Deutschen Grundgesetzes in ansprechender und übersichtlich gestalteter Form.

  • Bußgeldrechner

    Sie haben eine rote Ampel übersehen oder sind geblitzt worden? Mit der App des Deutschen Anwaltvereins können Sie direkt Ihr Bußgeld ermitteln – und sofort einen Anwalt finden.

  • Unterhaltsrechner

    Mit der Unterhalts-App lässt sich schnell und simpel ermitteln, welchen Unterhaltsanspruch Sie haben.

  • Blutalkoholrechner

    Sie möchten wissen, wie sich Alkoholkonsum auf den Blutalkoholspiegel auswirkt? Der Blutalkoholrechner des Deutschen Anwaltvereins hilft Ihnen weiter.